Endemisch auftretende Infektionserkrankung durch Trematoden der Gattung Schistosoma, meist perkutan mit lokalen und disseminierten Läsionen.
Ätiologie
Schistosoma mansoni, S. japonicum, S. mekongi, S. haematobium und S. intercalatum sind Würmer von 1 bis 2 cm Länge, die eine Lebensdauer von bis zu 30 Jahren haben.
Inzidenz:
S. mansoni: Afrika, Südamerika, Naher Osten
S. japonicum: Ostasien
S. mekongi: Laos
S. haematobium: Mittlerer Osten, Afrika
S. intercalatum: Afrika
Risikofaktoren:
stehende Gewässer mit Wasserschneckenpopulationen
Schistosomen leben im Venenplexus von Mesenterium und Harnblase. Während ein Teil der Eier in den Blutgefäßen persistiert, gelangt der andere Teil über Harn und Stuhl in die Umwelt (stehende Gewässer). Nach der Infektion des Zwischenwirtes, der Wasserschnecke, werden Zerkarien gebildet, die über Haut und Schleimhaut in den menschlichen Körper eindringen und primär in die Leber, später wieder in den Venenplexus gelangen.
Bildung juckender Quaddeln und Petechien an der Penetrationsstelle. 4 bis 8 Wochen nach Infektion entwickeln Patienten Fieber, Schüttelfrost, Kopfschmerzen und Husten (Katayama-Fieber). In der nachfolgenden chronischen Phase kommt es, je nach Ort der Eierablage, zu abdominellen Schmerzen, Durchfall, Pfortaderhypertonie, Hepatomegalie, pulmonaler Hypertonie oder chronischer Urogenitalinfektion.
Eosinophilie während der Dissemination. Nachweis der Eier in Stuhl oder Urin, Biopsate aus Blase oder Rektum. Serologische Tests.
- Amöbiasis
- Shigellose
- Leishmaniasis
Praziquantel (2 x 20 mg/kg an Tag 1 bei S. mansoni und S. haematobium, 3 x 20 mg/kg an Tag 1 bei S. mekongi und S. japonicum)
Metrifonat (7,5 bis 10 mg/kg p.o. als Einmalgabe, 2 x in 2-wöchigem Abstand wiederholen), Oxamniquin (15 mg/kg p.o. als Einmalgabe, in Nord- und Ostafrika: 20 mg/kg/dp.o. über 3 Tage).
- Blasenkarzinom nach Infektion durch S. haematobium
- Chronische Polypose nach Infektion durch S. mansoni
- Befall des ZNS mit Myelitis.
Ultraschall kann periportale Fibrose/Hepatosplenomegalie oder Hydroureter/Hydronephrose nachweisen.
Verbesserung der Abwasserentsorgung, Reduktion der Schneckenpopulation. Kein Schwimmen in kontaminiertem Wasser.
Nachkontrolle von Leberfunktion und Urogenitaltrakt-Dysfunktionen.
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