COPD
 
Definition Epidemiologie Klinik
Prophylaxe Diagnostik Differentialdiagnose
Therapie Handelspräparate aus dem Pharmaangebot  
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Definition
Der COPD (Chronic Obstructive Pulmonary Disease) liegt eine obstruktive Atemflussbehinderung zugrunde, die nicht vollständig reversibel ist. Diese Atemflussbehinderung verläuft in der Regel progredient und ist mit einer abnormen entzündlichen Reaktion der Lunge auf schädigende Partikel oder Gase verbunden. Symptome, Funktionseinschränkungen und Komplikationen der COPD erklären sich aus dem der Erkrankung zugrunde liegendem Entzündungsprozess und der daraus resultierenden Pathologie.
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Epidemiologie
Ätiologie
COPD ist meist Folge einer durch exogene Noxen (Rauchen, Umweltfaktoren) bedingten chronischen Bronchitis und mündet bei entsprechender genetischer bzw. konstitutioneller Prädisposition in einem Lungenemphysem.

Risikofaktoren
– Exposition gegenüber inhalativen Noxen (exogener Risikofaktor)
– Vorliegen einer bronchialen Hyperreagibilität
– Vermindertes Lungenwachstum während der Kindheit
– Rezidivierende Infekte während der Kindheit
– schlechter beruflicher bzw. sozialer Status
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Klinik
Stadieneinteilung der COPD

Stadium 0 (Vorstufe der COPD)
Chronischer Husten und Auswurf, FEV1 liegt noch im Normbereich, Funktionseinschränkung jedoch schon vorhanden (z.B. diagnostiziert mittels Bodyplethysmographie)

Stadium 1 ("milde" COPD)
FEV1 noch über 80 %, Patienten bagatellisieren Beschwerden als "Raucherhusten"

Stadium 2
Einschränkung des FEV1 auf unter 80 % des Sollwerts, wobei zwischen dem Stadium 2a (FEV1 < 80 aber > 50 %) und dem Stadium 2b (FEV1 < 50 aber > 30 %) unterschieden wird; Exazerbationen bei 2b– Patienten häufiger, Konsequenzen für die Therapie

Stadium 3
FEV1 unter 30 % des Sollwerts und/oder lt. Blutgasanalyse respiratorische Insuffizienz und/oder klinische Zeichen der Rechtsherzinsuffizienz
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Prophylaxe
Oberstes Ziel des COPD-Managements ist es, das Fortschreiten des bronchialen Entzündungsprozesses und der Lungenparenchymschädigung zu verzögern, sodass das Erreichen einer Zigarettenabstinenz durch strukturierte Raucherentwöhnung an erster Stelle steht.

Grippeimpfung
zeigt hochsignifikante Senkung der Exazerbations- und Todesrate bei COPD
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Diagnostik
Die Verdachtsdiagnose COPD sollte immer dann gestellt werden, wenn ein Patient, bei dem einer oder mehrere Risikofaktoren vorliegen, chronisch hustet, über Auswurf klagt oder unter Belastungsdyspnoe leidet. Die Objektivierung einer nicht vollständig reversiblen obstruktiven Atemstrombehinderung mittels Spirometrie bestätigt oder entkräftet diesen Verdacht.
Spirometrie
diagnostisches Kriterium = Verminderung des FEV1 bezogen auf die forcierte Vitalkapazität (FVC)
Cave: Der Absolutwert des FEV1 in % des Sollwertes wird nur für die Bestimmung des Schweregrades der Obstruktion, nicht aber für die Diagnose herangezogen, weil dieser Wert auch bei restriktiven Störungen vermindert sein kann.
Broncholysetest  
Messung von FEV1 und FVC vor und nach Inhalation eines Bronchodilatators bestimmt nur das Ausmaß der Reversibilität der Obstruktion, kann aber zwischen Asthma und COPD nicht sicher unterscheiden, weil auch bei chronischem Asthma die Atemstrombehinderung bisweilen nur partiell reversibel ist.  
Weiterführende Lungenfunktionsdiagnostik
– Bodyplethysmografie  
Anhebung von TLC (totale Lungenkapazität) und RV (Residualvolumen)
– Blutgasanalyse
im Frühstadium noch keine Gasaustauschstörung, im weiteren Verlauf entweder Hypoxämie bei Hypokapnie ("Pink Puffer"-Typ) oder Hypoxämie plus Hyperkapnie ("Blue Bloater"-Typ)  
Hypoxämie bei Normokapnie = respiratorische Partialinsuffizienz
Cave: Die Messung der Sauerstoffsättigung mittels Pulsoximetrie eignet sich als Monitoring-Parameter, ersetzt aber nicht die Blutgasanalyse, weil die entscheidende Größe für den Grad der Gasaustauschstörung die alveolo-arterielle Sauerstoffdifferenz (AaDO2) ist und in deren Berechnung der pCO2 eingeht.
– Ergospirometrie  
Feststellung der optimalen Belastung für das Ausdauertraining im Rahmen rehabilitativer Maßnahmen

Früherkennung  
Raucher,  Personen mit rezidivierenden oder persistierenden respiratorischen Symptomen wie Husten, Auswurf und Atemnot, sowie solche mit Lungenkrankheiten in der Familienanamnese sollten einmal jährlich spirometrisch untersucht werden.  
Symptomfreie Personen mit einem FEV1 < 75 Prozent der FVC und solche, deren FEV1 pro Jahr um mehr als 30 ml abnimmt, sind als Risikogruppe für COPD anzusehen. Das frühzeitige Erkennen einer obstruktiven Lungenfunktionsstörung kann über
– Raucherentwöhnung
– Vermeidung beruflicher Schadstoffexposition
– konsequente Behandlung rezidivierender Infekte
die Entwicklung einer irreversiblen Komponente der Obstruktion verhindern bzw. verzögern.
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Differentialdiagnose
– Die Unterscheidung zwischen Asthma bronchiale und COPD kann beim ersten Kontakt mit dem Patienten - was meist im Rahmen eines respiratorischen Infektes geschieht - schwierig sein.
– Aus Anamnese und Verlauf ist aber praktisch immer eine exakte Zuordnung zu einem der beiden Krankheitsbilder möglich.
– Beiden Störungen gemeinsam ist, dass sie Folge eines chronischen Entzündungsprozesses sind, dessen Histopathologie aber bei Asthma anders ist als bei COPD, was das unterschiedliche Ansprechen auf antiinflammatorische Substanzen erklärt.

Die wesentlichsten Unterscheidungsmerkmale zwischen Asthma bronchiale und COPD
 
Asthma bronchiale
COPD
Anamnese
..
Beginnmeist Kindheit / Jugendmeist nach 40. Lebensjahr
Rauchenmehr Nichtraucher als Raucherüberwiegend Raucher
Beschwerdenepisodische Dyspnoe, auch nachtsBelastungsdyspnoe fast nur tagsüber
Allergiehäufigselten
Verlaufvariabelmeist progredient
Lungenfunktion
..
Obstruktionintermittierend, ausgeprägte Variabilitätpersistierend, geringe Variabilität
Reversibilität auf Bronchodilatatoren gut (meist > 20 % des Ausgangs-FEV1)variabel (meist < 15 % des Ausgangs FEV1)
Bronchiale Hyperreagibilität immermanchmal
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Therapie
Allgemeines
Die medikamentöse Beeinflussbarkeit der Lungenfunktionseinschränkung hängt vom individuell unterschiedlichen Ausprägungsgrad der funktionellen Komponente ( = Bronchospasmus) und der strukturellen Komponente ( = Emphysem, airway remodelling) der Obstruktion ab.
Als wichtigste Ziele des COPD-Managements definiert GOLD (Global Initiative for Chronic Obstructive Lung Disease)
– die Verlangsamung der Progression der Erkrankung
– die Linderung von Symptomen
– die Verbesserung der Belastungstoleranz
– die Steigerung der Lebensqualität
– die Prävention und Behandlung von Komplikationen und Exazerbationen bei COPD und
– die Senkung der Mortalität

Medikamentöser Managementplan
Oben genannte Ziele sollen durch einen Managementplan erreicht werden, der aus vier Komponenten besteht
1) Diagnose und Verlaufsbeobachtung
2) Minimierung von Risikofaktoren
3) Management des stabilen COPD-Patienten
4) Management von Exazerbationen
Grundsätzlich gilt für das Management der COPD das Prinzip der stufenweisen, dem momentanen Schweregrad und der Progredienz der Erkrankung angepassten Intensivierung der therapeutischen Maßnahmen ("Step-up-Therapie" mit Bronchodilatatoren und Glukokortikoiden).

Antibiotika-Therapie 
bei Infektexazerbationen, wenn 2 der 3 Kriterien
- Fieber,
- purulentes Sputum,
- Leukozytose

erfüllt sind  
Auswahl entsprechend dem zu erwartenden Erregerspektrum (siehe Bronchitis)

Nicht-medikamentöses Management
– Sauerstofflangzeittherapie  
einzige Therapieform mit nachgewiesen lebensverlängerndem Effekt entsprechend den Verordnungsrichtlinien der ÖGLUT indiziert bei pO2 < 55 mm Hg bzw. AaDO2 < 50 mm Hg im klinisch stabilen Intervall
– Patientenschulung
– Physiotherapie
– Rehabilitation
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Handelspräparate aus dem Pharmaangebot
Die Präparate-Nennungen erfolgen durch die Sponsoren unserer Webseite unabhängig vom Autor des Fachtextes. Die Reihenfolge entspricht dem ATC-Code. Der Benutzer ist angehalten, sich vor Verschreibung eines Medikaments durch sorgfältige Prüfung der jeweiligen Fachinformation bzw. Gebrauchsinformation zu vergewissern, ob die dort vorliegenden Informationen zu Indikation, Kontraindikation und Dosierung von den Angaben auf dieser Webseite evtl. abweichen (siehe auch Haftungsausschluss).
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sowie Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen.

JAntiinfektiva zur systemischen Anwendung
J01Antibiotika zur systemischen Anwendung
 J01ATetracycline
 J01AA
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 J01CBetalactam-Antibiotika, Penicilline
 J01CAPenicilline mit erweitertem Wirkungsspektrum
    Keine aktuellen Präparate-Nennungen !
 J01CRKombinationen von Penicillinen, inkl. Beta-Lactamase-Inhibitoren
    Keine aktuellen Präparate-Nennungen !
 J01DAndere Betalactam-Antibiotika
 J01DACefalosporine und verwandte Substanzen
    Keine aktuellen Präparate-Nennungen !
 J01FMakrolide und Lincosamide
 J01FAMakrolide
    Keine aktuellen Präparate-Nennungen !
 J01MChinolone
 J01MAFluorchinolone
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LAntineoplastische und immunmodulierende Mittel
L03Immunstimulanzien
 L03AZytokine und Immunmodulatoren
 L03AXAndere Zytokine und Immunmodulatoren
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RRespirationstrakt
R07Andere Mittel für den Respirationstrakt
 R07AAndere Mittel für den Respirationstrakt
 R07AXAndere Mittel für den Respirationstrakt
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