DIPHTHERIE
 
Definition Erreger Epidemiologie
Übertragung Inkubationszeit Klinik
Diagnostik Differentialdiagnose Therapie
Komplikationen Handelspräparate aus dem Pharmaangebot Achtung !
Prävention / Follow-up Weitere Informationen  
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Tonsillardiphtherie, 40j. Mann; nach Tunesienreise
(Mit freundlicher Genehmigung Roche AG)
Rachendiphtherie. Sich auf den linken Gaumensegel ausdehnender Belag.
(Mit freundlicher Genehmigung Roche AG)
   
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Synonyme
Krupp, "echter"
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Definition
Infektion des oberen Respirationstraktes durch Corynebakterium diphteriae mit toxisch-degenerativen Prozessen an Herz, Leber, Niere und Nervensystem.
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Erreger
Ätiologie
Erreger: Corynebacterium diphtheriae (pleomorphes, grampositives Stäbchen) mit den Typen mitis, intermedius und gravis. Stämme, die einen lysogenen Phagen besitzen, produzieren ein Exotoxin, das die zelluläre Proteinproduktion verhindert.
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Epidemiologie
Inzidenz:
Durch aktive Impfung in Mitteluropa sehr selten geworden. In manchen Ländern wie z. B. Russland hingegen steigende Prävalenz. Kinder im Vorschulalter am häufigsten betroffen.

Risikofaktoren:
Kindergarten, Hort.
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Übertragung
Tröpfcheninfektion. Kolonisation ohne Infektion möglich
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Inkubationszeit
IKZ fraglich mit 2 bis 4 (1 bis 7) Tage.
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Klinik
Initiale Symptome sind Fieber, Halsschmerzen, Lymphknotenschwellung und die Bildung des typischen weißen Belages am posterioren Rachen (Pseudomembranen). Durch Membranen und Paralyse des Gaumenmuskels kann es zu erschwerter Atmung, Stridor und Erstickungsanfällen kommen. Seltener sind Haut, Konjunktiven und Mittelohr betroffen.

Primär toxische Diphtherie:
Akutes Einsetzen bei geringem lokalem Befund. Teigige Schwellung des ganzen Halses, toxisches Kreislaufversagen, hämorrhagische Diathese, akutes Myokardversagen (am Ende der 2. Woche bei scheinbarer Besserung), Lähmungserscheinungen (Kopf, Rücken, Extremitäten).
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Diagnostik
Klinisches Bild (Pseudomembran), Erregernachweis und Kultur aus Rachen- und Nasenabstrich. Toxinnachweis.
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Differentialdiagnose
Rachen:
- Plaut-Vincent-Angina
- Soor
- Streptokokken-Pharyngitis
- Mononukleose

Nase:
- Herpes
- Sinusitis

Kehlkopf:
- Pseudo-Krupp

Primär toxische Diphtherie:
- Mumps
- Halsphlegmone
- Thyreoiditis

Postdiphtherische Lähmung:
- Poliomyelitis
- Guillain-Barre-Syndrom.
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Therapie
Frühzeitig Gabe von Antitoxin und Antibiotika:
Penicillin G, (50.000 IE/kg/d i.v. über 5 Tage, dann Oralpenicillin über 5 Tage).
Bei Allergie: Clindamycin, Makrolide, Telithromycin.

Strenge Bettruhe bei intensiver Überwachung.

3 Rachen- und Nasenabstriche müssen am Ende der Therapie negativ sein.
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Komplikationen
- Pneumonie
- toxische Schäden an Herz und Nervensystem
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Achtung !
Meldepflicht !
Allergische Reaktion nach Antitoxingabe möglich (Pferdeserum).
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Prävention / Follow-up
Kinderschutzimpfung. Strenge Isolation. Bei Kontakt mit Erkrankten passive (Antitoxin) und aktive (Toxoid) Immunisierung, Antibiotika-Prophylaxe bei engem Kontakt mit Patienten.
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Weitere Informationen
Zentrum für Reisemedizin (www.reisemed.at)

Diphtherie
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Handelspräparate aus dem Pharmaangebot
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JAntiinfektiva zur systemischen Anwendung
J01Antibiotika zur systemischen Anwendung
 J01CBetalactam-Antibiotika, Penicilline
 J01CEBeta-Lactamase-sensitive Penicilline
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 J01FMakrolide und Lincosamide
 J01FAMakrolide
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 J01FFLincosamide
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J07Impfstoffe
 J07ABakterielle Impfstoffe
 J07AFDiphtherie-Impfstoffe
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