E.COLI-INFEKTIONEN
 
Definition Erreger Epidemiologie
Übertragung Inkubationszeit Klinik
Prophylaxe Diagnostik Differentialdiagnose
Therapie Komplikationen Links
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Definition
– Intestinale und extraintestinale Infektionen durch Bakterien der Spezies Escherichia coli.
Meldepflicht bei EHEC (s.u.)-Infektionen im Rahmen von Lebensmittelvergiftungen
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Erreger
– Stämme der Spezies Escherichia coli.
– gramnegative, fakultativ anaerobe, sporenlose Stäbchen der Familie enterobacteriaceae
– unterschiedliche Virulenzmerkmale:
• Toxinbildung (Enterotoxin, Verotoxin, Hämolysin)
• Kapselbildung
• Bildung von Adhäsinen (Pili/Fimbrien, Kolonisationsfaktoren)
– Klassifizierung nach Serotypen

– E. coli, 5 Pathovare:
• Enteropathogene E. coli (EPEC)
• Enterotoxische E. coli (ETEC)
• Enteroinvasive E. coli (EIEC)
• Enterohämorrhagische E. coli (EHEC)
• Enteroaggregative E. coli (EAggEC)
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Epidemiologie
– Weltweit verbreitet
– Infektionen auftretend als
• sporadisch/epidemisch auftretende Darminfektionen (ETEC-Stämme in (Sub)Tropen
• sporadisch/nosokomial auftretende extraintestinale Infektionen
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Übertragung
– E. coli gehört zur normalen körpereigenen Flora (menschlicher Darm)
– Erwerb nichtpathogener und virulenter Stämme durch orale Aufnahem über kontaminiertes Wasser/Lebensmittel/Gegenstände
– Autoinfektionen (per continuitatem) über die perineale Flora bei Harnwegsinfektionen
– Übertragung Mutter/Neugeborenes intra partum
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Inkubationszeit
– kann nur für intestinale Infektionen angegeben werden
• ETEC: 1 - 2 Tage
• EPEC/EIEC 2 - 6 Tage
• EHEC 4 - 10 Tage
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Klinik
1) Intestinale Infektionen
– durch enterotoxinbildende Stämme (ETEC):
• choleraähnliche Erkrankungen mit wässrigen Stühlen ("Reisediarrhoe": Südostasien, Mittel- und Südamerika, Afrika)
– durch enteroinvasive Stämme (EIEC):
• ruhrähnliches Krankheitsbild (Fieber, schwerer blutig-schleimiger Durchfall, Dauer: 1 - 15 Tage)
– durch enteropathogene Stämme (EPEC)
• Säuglings-Enteritis
• Kleinkinder bis zu 2 Jahren betroffen (wässriger Durchfall, Dauer 10 - 14 Tage)
– durch enteroaggretative Stämme (EaggEC):
• akute und länger anhaltender (> 14 Tage) Durchfall bei Kindern (mit Fieber, Erbrechen, ggf. blutigen Stühlen)
– durch enterohämorrhagische Stämme (EHEC, Verotoxinbildner):
• abdominale Krämpfe
• blutige Enterokolitis
• hämolytisch-urämisches Syndrom (in 8 %) = häufigste Ursache für akutes Nierenversagen im Kindesalter!
(siehe auch Darminfektionen)

2) Extraintestinale Infektionen
– Harnwegsinfektionen (wichtigster Erreger)
• Zystitis
• Pyelonephritis
– nosokomiale postoperative Wundinfektionen
– nosokomiale Pneumonien
– Neugeborenen-Sepsis
– Neugeborenen-Meningitis

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Prophylaxe
– keine spezifische Prophylaxe dzt. verfügbar
– vielleicht Impfstoff in den nächsten Jahren
– Cotrimoxazol zur Prävention von ETEC-Infektionen bei Reisen in Endemiegebiete ("Reisediarrhoe")
– Infektionsquellen meiden:
• Wasser nur aus verschlossenen Flaschen;
• keine rohen Speisen (Salat, Früchte), keine Eiswürfel ("Boil it, cook it, peel it or forget it")
– Elektrolytkonzentrat im Reisegepäck (insbesondere, wenn Kinder mitreisen)
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Diagnostik
– Erregernachweis durch Kultur (Stuhl, Urin, Eiter, Wundsekret, Venenblut, Liquor)
– biochemische Differenzierung
– Schnelltestdiagnostik durch direkten Verotoxinnachweis im Stuhl mittels ELISA
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Differentialdiagnose
1)
– andere Darminfektionen (Salmonellose, Shigellose, Campylobacter-Infektionen, Cholera, unspezifische Lebensmittelvergiftungen)

2)
– Infektionen durch andere Enterobacteriaceae
– bei Neugeborenen-Sepsis: B-Streptokokken, Listeriose
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Therapie
1)
– eine routinmäßige Antibiotikatherapie bei E. coli-Enteritiden wird nicht empfohlen! (Wichtig ist die Flüssigkeitsbilanz!)
– bei immunsupprimierten ggf. Cotrimoxazol, Ciprofloxacin, Levofloxacin

2)
– Therapie nach Antibiogramm
– empirische Kombination: ß-Laktam + Aminoglykosid

– Bei enterohämorrhagischen E. coli (EHEC) auf keinen Fall Antibiotika, da sonst akutes Nierenversagen droht! (Toxine werden von Granulozyten in die Nieren transportiert, wo sie sich an spezielle Rezeptoren binden und das Endothel schädigen.)
– Antibiotika können die Toxinproduktion von EHEC um den Faktor 500 erhöhen und so die Gefahr des akuten Nierenversagens weiter steigern.
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Komplikationen
- v.a. bei Mangel an Flüssigkeitsersatz
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Links
AKH-Consilium / Diarrhoe, akute
AKH-Consilium / Diarrhoe im Säuglings- und Kleinkindalter
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