FILARIOSEN
 
Definition Erreger Epidemiologie
Inkubationszeit Klinik Diagnostik
Differentialdiagnose Therapie Alternativen
Komplikationen Handelspräparate aus dem Pharmaangebot Achtung !
Prävention / Follow-up    
goto top of page
Wuchereria bancrofti, Mikrofilarien Loa-loa in der Sklera
(Mit freundlicher Genehmigung Roche AG)
 
Elephantiasis (Wuchereria bancrofti)
(Mit freundlicher Genehmigung Roche AG)
goto top of page
Definition
Infektionen durch Filarien mit Besiedelung der Lymphgefäße und des Bindegewebes.
goto top of page
Erreger
Ätiologie
Onchocerca volvulus: Übertragung bei Fliegenstich, führt zu Entzündung von Haut und Auge, die zur Blindheit führen kann (Flussblindheit).
Loa loa: Übertragung bei Fliegenstich, Wurmmigration führt zu lokalen Schwellungen (Kalabar).
Wucheria bancrofti: durch Moskitos übertragen, Wurm lebt im lymphatischen System, es kommt zur Zerstörung der Lymphbahnen und zur Elephantiasis.
Mansonella perstans, Mansonella streptocerca, Mansonella ozzardi: durch Mücken übertragen, Würmer leben in der Peritonealhöhle.
Dirofilaria immitis: Von Hunden auf Menschen über Moskitostich übertragen, Bildung von Noduli im Lungenparenchym.
Brugia malayi, Brugia timori: wie W. bancrofti
goto top of page
Epidemiologie
Inzidenz:
West-, Zentral- und Südafrika, Zentral- und Südamerika, etwa 150 Millionen Infizierte in den Endemiegebieten
goto top of page
Inkubationszeit
IKZ bei Wucheria und Brugia ca. 3 Monate, bei Onchocerca 9 bis 18 Monate
goto top of page
Klinik
Lymphatische Filariose/Wuchereria:
Chronisch-rezidivierende Lymphangitis und Lymphadenitis, oft sind femorale und inguinale Lymphknoten betroffen mit Vergrößerung des Nebenhodens und des Samenstranges, Entwicklung einer Hydrozele. Beteiligung der unteren Extremitäten führt zur Elephantiasis. Weiters Arthritis und tropische pulmonale Eosinophilie.

Onchozerkose:
Hautveränderungen wie Ausschlag, Papeln, Hypo- und Hyperpigmentierung, ekzematöse Dermatitis. Starker Juckreiz. Stellen mit subkutanen Knoten zeigen Besiedelung mit Würmern an. Keratitis, Opticus-Atrophie, Choroidoretinitis können zur Blindheit führen.

Loa-Loa: Würmer dringen über Auge oder Haut vor. Nur geringer Juckreiz, Kalabar-Schwellungen, v. a. an Handgelenken und Knöcheln, dauern oft nur einige Stunden, rezidivieren jedoch jahrelang.
goto top of page
Diagnostik
Lymphatische Filariose/Wuchereria:
Nachweis von Mikrofilarien im Blut (Filarienkonzentration nachts am höchsten), Serologie (Achtung: kreuzreagierende Antikörper), Eosinophilie fehlt oft.

Onchozerkose:
Nachweis von Larvenmigration aus Hautprobe unter dem Mikroskop, Serologie, Eosinophilie.

Loa-Loa:
Klinisches Bild, Nachweis von Mikrofilarien im Blut (am besten um die Mittagszeit).
goto top of page
Differentialdiagnose
Lymphatische Filariose:
- bakterielle Infektion

Onchozerkose:
- Scabies, Lepra

Loa-Loa:
- Larva migrans
goto top of page
Therapie
Lymphatische Filariose/Wuchereria:
Ivermectin (100 bis 400 µg/kg als Einmalgabe) oder
(bei Kindern): Albendazol (400 mg als Einmalgabe).

Onchozerkose:
Ivermectin (150 µg/kg als Einmalgabe, Wiederholung nach 3 und 6 Monaten), bei Augenbeteiligung Beginn einer Steroidtherapie 1 Woche vor Ivermectin.

Loa-Loa:
Ivermectin (200 µg/kg als Einmalgabe) oder Albendazol (2 x 200 mg/d über 21 Tage).
goto top of page
Alternativen
bei allen Filariosen:

Diaethylcarbamazin (Tag 1: 50 mg, Tag 2: 3 x 50 mg, Tag 3: 3 x 100 mg, Tag 4 bis 21: 3 x 2 mg/kg).
goto top of page
Komplikationen
NW von Diaethylcarbamazin: Kopfschmerzen, Fieber.
goto top of page
Achtung !
Serologie unzuverlässig, insbesonders in Endemiegebieten. Adulte Würmer werden durch Medikation nicht getötet: Entfernung der Noduli nach Palpation der Würmer.
goto top of page
Prävention / Follow-up
Vektorkontrolle. Behandlung zielt auf Mikrofilarien ab, daher oftmals Wiederholung der Therapie nötig.
goto top of page
Handelspräparate aus dem Pharmaangebot
Die Präparate-Nennungen erfolgen durch die Sponsoren unserer Webseite unabhängig vom Autor des Fachtextes. Die Reihenfolge entspricht dem ATC-Code. Der Benutzer ist angehalten, sich vor Verschreibung eines Medikaments durch sorgfältige Prüfung der jeweiligen Fachinformation bzw. Gebrauchsinformation zu vergewissern, ob die dort vorliegenden Informationen zu Indikation, Kontraindikation und Dosierung von den Angaben auf dieser Webseite evtl. abweichen (siehe auch Haftungsausschluss).
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sowie Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen.

goto top of page

© Österreichische Gesellschaft für Antimikrobielle Chemotherapie
© Universimed New Media GmbH
A-1150 Wien, Markgraf-Rüdiger-Strasse 8

office@infektionsnetz.at

 

 

 

 

 

 

A-1150 Wien, Markgraf-Rüdiger-Straße 8