Infektionen durch
Filarien mit Besiedelung der Lymphgefäße und des Bindegewebes.
Ätiologie
Onchocerca volvulus: Übertragung bei Fliegenstich, führt zu Entzündung von Haut und Auge, die zur Blindheit führen kann (Flussblindheit).
Loa loa: Übertragung bei Fliegenstich, Wurmmigration führt zu lokalen Schwellungen (Kalabar).
Wucheria bancrofti: durch Moskitos übertragen, Wurm lebt im lymphatischen System, es kommt zur Zerstörung der Lymphbahnen und zur Elephantiasis.
Mansonella perstans,
Mansonella streptocerca,
Mansonella ozzardi: durch Mücken übertragen, Würmer leben in der Peritonealhöhle.
Dirofilaria immitis: Von Hunden auf Menschen über Moskitostich übertragen, Bildung von Noduli im Lungenparenchym.
Brugia malayi,
Brugia timori: wie W. bancrofti
Inzidenz:
West-, Zentral- und Südafrika, Zentral- und Südamerika, etwa 150 Millionen Infizierte in den Endemiegebieten
IKZ bei Wucheria und Brugia ca. 3 Monate, bei Onchocerca 9 bis 18 Monate
Lymphatische Filariose/Wuchereria:
Chronisch-rezidivierende Lymphangitis und Lymphadenitis, oft sind femorale und inguinale Lymphknoten betroffen mit Vergrößerung des Nebenhodens und des Samenstranges, Entwicklung einer Hydrozele. Beteiligung der unteren Extremitäten führt zur Elephantiasis. Weiters Arthritis und tropische pulmonale Eosinophilie.
Onchozerkose:
Hautveränderungen wie Ausschlag, Papeln, Hypo- und Hyperpigmentierung, ekzematöse Dermatitis. Starker Juckreiz. Stellen mit subkutanen Knoten zeigen Besiedelung mit Würmern an. Keratitis, Opticus-Atrophie, Choroidoretinitis können zur Blindheit führen.
Loa-Loa: Würmer dringen über Auge oder Haut vor. Nur geringer Juckreiz, Kalabar-Schwellungen, v. a. an Handgelenken und Knöcheln, dauern oft nur einige Stunden, rezidivieren jedoch jahrelang.
Lymphatische Filariose/Wuchereria:
Nachweis von Mikrofilarien im Blut (Filarienkonzentration nachts am höchsten), Serologie (Achtung: kreuzreagierende Antikörper), Eosinophilie fehlt oft.
Onchozerkose:
Nachweis von Larvenmigration aus Hautprobe unter dem Mikroskop, Serologie, Eosinophilie.
Loa-Loa:
Klinisches Bild, Nachweis von Mikrofilarien im Blut (am besten um die Mittagszeit).
Lymphatische Filariose/Wuchereria:
Ivermectin (100 bis 400 µg/kg als Einmalgabe) oder
(bei Kindern):
Albendazol (400 mg als Einmalgabe).
Onchozerkose:
Ivermectin (150 µg/kg als Einmalgabe, Wiederholung nach 3 und 6 Monaten), bei Augenbeteiligung Beginn einer Steroidtherapie 1 Woche vor Ivermectin.
Loa-Loa:
Ivermectin (200 µg/kg als Einmalgabe) oder
Albendazol (2 x 200 mg/d über 21 Tage).
bei allen Filariosen:
Diaethylcarbamazin (Tag 1: 50 mg, Tag 2: 3 x 50 mg, Tag 3: 3 x 100 mg, Tag 4 bis 21: 3 x 2 mg/kg).
NW von Diaethylcarbamazin: Kopfschmerzen, Fieber.
Serologie unzuverlässig, insbesonders in Endemiegebieten. Adulte Würmer werden durch Medikation nicht getötet: Entfernung der Noduli nach Palpation der Würmer.
Vektorkontrolle. Behandlung zielt auf Mikrofilarien ab, daher oftmals Wiederholung der Therapie nötig.
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