Synonyme
Cholezystitis, Gallenblasenentzündung
Cholezystitis ist die akute oder chronische Entzündung der Gallenblase, Cholangitis ist eine klinische Diagnose, basierend auf Symptomen einer von den Gallenwegen ausgehenden Sepsis.
Ätiologie
Zumeist Mischinfektionen durch
Escherichia coli,
Klebsiella spp.,
Enterococcus spp.,
Enterobacter spp., Pseudomonas spp. und
Staphylococcus spp. (nach interventioneller Endoskopie). Anaerobier werden häufiger bei älteren Patienten und nach Operationen isoliert, Parasiten (z. B. Clonorchis sinensis) bei Gallengangsverschlüssen.
Keime kolonisieren den Gallentrakt, wenn der Gallendruck über 15 bis 20 cm H20 steigt (normal: 8 bis 12), werden die Bakterien in die Lymphbahnen und weiter in die Blutbahn transportiert, es kommt zu Zeichen der Cholangitis.
Risikofaktoren:
Primärer Risikofaktor ist die Obstruktion der Gallengänge: Gallensand oder -steine, Parasiten, sklerosierende und ischämische Cholangitis, Strikturen, iatrogene Verletzungen. Bei 5 bis 10 % der Patienten mit Cholezystitis liegt keine Cholelithiasis vor. Hier sind prädisponierende Faktoren Diabetes mellitus, Gallenblasenkarzinom, St.p. operativer Eingriff und systemische Erkrankungen wie Sarkoidose, Tuberkulose, Aktinomykose oder Syphilis. Gehäuft tritt Cholezystitis bei HIV-Patienten auf (opportunistische Erreger wie CMV, Candida, Kryptosporidium oder Pneumozystis)
Akute Cholezystitis:
oft durch üppige Mahlzeit ausgelöst. Heftige Schmerzen im rechten Oberbauch, in die Intraskapularregion ausstrahlend, Fieber, Übelkeit/Erbrechen, Ikterus. Murphy-Zeichen: Starker Schmerz bei tiefer Inspiration oder Husten und simultaner Palpation des rechten Oberbauches.
Chronische Cholezystitis:
Dyspeptische Beschwerden, dumpfe Oberbauchschmerzen, Nausea, Flatulenz.
Cholangitis:
Hohes Fieber, Schüttelfrost, Hypertension, Ikterus.
Klinisches Bild mit typischer Lokalisation, Leukozytose mit Linksverschiebung, Bilirubin- und Transaminasenerhöhung. Ultraschall und CT zum Steinnachweis, ERCP. Bei der chronischen Cholezystitis keine spezifischen Laborbefunde, in der Sonographie verdickte Gallenblasenwand, ERCP.
Akute Cholezystitis:
- perforierendes Ulcus
- Appendizitis
- Ileus
- Pankreatitis
- Myokardinfarkt
- Aortenaneurysma
Chronische Cholezystitis:
- Ulcus
- Leber- und Pankreaserkrankungen
- pleuropul-monale Erkrankungen
- ischämische Herzerkrankungen
Akute Cholezystitis:
endoskopische (oder chirurgische) Intervention frühzeitig durchführen. Antibiotikatherapie möglichst nach Antibiogramm: Aminopenicillin/BLI; Fluorchinolone 2/3;
Piperacillin/Tazobactam,
Ampicillin oder
Ceftriaxon, Einsatz eines Aminoglykosids bei Verdacht auf Pseudomonas.
Chronische Cholezystitis:
konservative Maßnahmen wie Diät, Spasmolytica. Cholezystektomie.
- Gangrän/Empyem der Gallenblase
- Pankreatitis
- Leberabszess
Deutlich höhere Inzidenz von schwerer, akuter Cholangitis bei älteren Patienten.
Rezidivraten: 25 % im ersten Jahr, 60 % in den ersten 6 Jahren (bei Patienten mit endoskopischer/chirurgischer Intervention).
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