Lebensbedrohliche Wundinfektion durch Clostridium (Erdkeim).
Ätiologie
Erreger (anaerobes Stäbchen):
Clostridium perfringens (80 %), C. septicum, C. novyi, C. histolyticum, häufig Mischinfektionen. Nekrotisierende Infektion von Muskel- und Weichteilgewebe. Gebildetes Alpha-Toxin führt zu Muskelnekrose, Hämolyse und Schock.
Inzidenz:
Männer 2- bis 3-mal häufiger betroffen, Durchschnittsalter der Patienten: 35 bis 40 Jahre.
Risikofaktoren:
Darmpolypen, Darmkarzinom, Diabetes, Gefäßerkankungen.
Wundinfektion, speziell Quetschwunden und offene Frakturen. Speziell auch nach operativen Eingriffen (gastrointestinal, urogenital).
1 bis 5 Tage, gelegentlich auch wesentlich länger (Monate).
Erstes Symptom sind Schmerzen, gefolgt von Verfärbung und Schwellung der Wundregion. Bildung von Gasblasen, mit typischer Krepitation bei Palpation und bräunlichem, übel riechendem Ausfluss. In weiterer Folge Fieber, Hypotension, Zyanose, Benommenheit, massive Hämolyse (schwarzer Urin, Ikterus) und Schock mit hoher Pulsfrequenz.
Erregernachweis im Wundsekret (grampositive Stäbchen). Röntgen oder CT der betroffenen Region zeigt Gasbildung im Muskel.
Chirurgisches Débridement ist die wichtigste Maßnahme, ev. hyperbare Oxygenierung.
Antibiotische Therapie:
Penicillin G (3 x 10 Mio. IE/d i.v.),
Clindamycin (3 x 1200 mg/d i.v.) und
Fosfomycin (2–3 x 8 g i.v.).
Gabe von Antitoxin wird nicht mehr empfohlen. Unbehandelt führt Gasbrand in wenigen Stunden zum Tod durch Herz-Kreislauf-Versagen.
Korrekte chirurgische Wundversorgung. Patienten mit spontaner C.-septicum-Infektion sollten auf das Vorliegen von Darmpolypen, Divertikulitis und Malignome untersucht werden.
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