Akute postinfektiöse Glomerulonephritis
Allgemein
– Bettruhe während aktiver Phase
– Salzarme Kost bei ausgeprägter Hypertonie und Flüssigkeitsretention
– Eiweißrestriktion nur bei Azotämie
– Flüssigkeitszufuhr entsprechend der Ausscheidung: Urinmenge der vorangegangenen 24 Stunden + 500 ml
Medikamentös
– Bei erhöhtem ASL-Titer über ca. 2 - 3 Monate Penicillin, z. B.
Phenoxymethylpenicillin
– Bei Penicillinallergie Makrolide
– Schleifendiuretika, extrakorporale Verfahren zur Flüssigkeitsentfernung
– Hypertoniebehandlung
Rasch progrediente Glomerulonephritis
– Allgemeintherapie wie bei akuter Glomerulonephritis (Bettruhe, Salz-, Eiweiß- Flüssigkeitsrestriktion bei Bedarf)
– Spezifische Immuntherapie
• Kortison: anfänglich als Pulstherapie ( z.B. 3 Tage je 1 g Methylprednisolon), dann oral weiter
• Zytostatika: als Pulstheraphie (1 g Cyclophosphamid i.v. 1x monatlich bis zu 12 Monate lang), als orale Therapie (1–2 mg/kg KG täglich als Dauertherapie bis zu 2 Jahren)
Chronische Glomerulonephritis
Spezifische Therapie
Obwohl bei fast allen chronischen Glomerulonephritiden glomeruläre Immunablagerungen gefunden werden können, ein Immunpathomechanismus also anzunehmen ist, bringt eine immunsuppressive Therapie wenig zufriedenstellende Resultate. Eine spezifische Therapie mit Kortikoiden und Zytostatika ist daher meist nicht indiziert.
Allgemeine Therapie
– antihypertensive Therapie verhindert Hochdruckfolgen und Progression des Nierenleidens durch Verminderung der Glomerulusstenose. ACE-Hemmer scheinen sich hier besonders zu bewähren.
– Eiweißrestriktion auf 0,8 g Protein/kg KG und Tag sollte schon frühzeitig begonnen werden um eine Progression des Nierenleidens zu mildern
– weitere Maßnahmen siehe chronische Niereninsuffizienz