Bakterielle Infektion der Harnwege.
Man unterscheidet:
unkomplizierte und komplizierte, symptomatische und asymptomatische Infektionen der oberen oder unteren Harnwege.
Die Pyelonephritis als so genannte obere Harnwegsinfektion lässt sich nicht immer von der Zystitis als einer unteren Harnwegsinfektion sicher abgrenzen.
Kriterien des komplizierten HWI:
Katheter, > 100 ml Restharn, Obstruktion, Vesico-urethraler Reflux, urologische Abnormitäten, erhöhter BUN oder reduzierte Krea-Clearance.
Ätiologie
Erreger von HWI kommen in der Regel aus der Darmflora
Akute unkomplizierte Zystitis:
E. coli 75–80 %,
Proteus mirabilis 10–15 %,
Staphylokokken 5–15 %
Komplizierte Harnwegsinfektion:
E. coli 30–50 %,
Proteus mirabilis 10–15 %,
Enterokokken 10–20 %,
Staphylokokken 10–20 %, sonstige
Enterobakterien 10–20 %.
Asymptomatische Bakteriurie bei Männern > 80a: 15–30 %, bei Frauen > 80a: 25–50 %!
Inzidenz:
Zweithäufigste Infektionskrankheit, 1 % aller Hausarztbesuche, Frauen > 65a: 9 %; Männer > 65: 2,5–11 %
Risikofaktoren:
Dauerkatheter, Nephrolithiasis, Anomalien der Harnwege, Diabetes mellitus, Hypertonie, Schwangerschaft
Der Invasion in die Blase geht eine Besiedelung des Introitus vaginae bzw. beim Mann der Prostata voraus.
Inkubationszeit je nach Erreger und pH-Wertes des Harnes.
Signifikante Bakteriurie:
Ab einer Bakterienzahl 104 KBE/ml spricht man von signifikanter Bakteriurie (bei suprapubischer Punktion jegliches Keimwachstum)
Dysurie-Syndrom:
Klinisches Syndrom mit Dysurie und häufigem Harndrang mit oder ohne Bakteriurie
Bakterielle Zystitis:
Dysurie-Syndrom mit signifikanter Bakteriurie
Akute bakterielle Pyelonephritis:
Syndrom mit Rückenschmerzen, Druckschmerz, Fieber, signifikante Bakteriurie, Pyurie, ev. Bakteriämie
Als Kriterien für die Diagnose von HWI gelten:
– Typische Klinik
– Vorliegen einer Pyurie bzw. Leukozyturie
– Der Nachweis von Keimen im Harn
Harnuntersuchungen:
Nativharn: Sediment, Leukozytenausscheidung (Addis-Count), Kultur; ev. Urikult
Bei alten Patienten sollte Kultur nur in Ausnahmefällen durchgeführt werden – die HWI-Diagnostik erfolgt klinisch.
Unkomplizierter HWI:
Amoxicillin,
Trimethoprim, Trimethoprim/Sulfonamid, Fluorchinolon 1 od. 2 od. 3 (
Levofloxacin,
Prulifloxacin), Cephalosporin I (
Cefalexin),
Pivmecillinam,
Nitrofurantin.
Therapiedauer je nach Sustanz (siehe Fachinformationen): mindestens 1-3 Tage – wenn Risikofaktoren vorhanden 7 Tage
Komplizierter HWI:
nach Testung: Cephalosporin 2 od. 3 (
Cefuroxim,
Cefotaxim), Trimethoprim/Sulfonamid,
Ciprofloxacin,
Levofloxacin,
Prulifloxacin). Therapiedauer je nach Sustanz (siehe Fachinformationen) mindestens 7–10 Tage (bis 6 Wochen)
- Pyelonephritis
- Sepsis
Resistenzrate von E. coli gegen Amoxicillin, Trimethoprim und Fluorchinolone steigend
Katheterharn: asymptomatische Besiedelung von Katheterharn ist meist keine Therapieindikation
Gynäkologische Infektionen
Die ESIDOG Österreich (Arbeitsgemeinschaft für Infektionen der Österreichischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe)hat für sämtliche gynäkologisch und geburtshilflich relevante Infektionen Leitlinien zusammengestellt. Diese Leitlinien beinhalten die Therapiekonzepte mit entsprechenden Produkten und den in Österreich frei verschreibbaren Arzneispezialitäten.
Die Präparate-Nennungen erfolgen durch die Sponsoren unserer Webseite unabhängig vom Autor des Fachtextes. Die Reihenfolge entspricht dem ATC-Code. Der Benutzer ist angehalten, sich vor Verschreibung eines Medikaments durch sorgfältige Prüfung der jeweiligen Fachinformation bzw. Gebrauchsinformation zu vergewissern, ob die dort vorliegenden Informationen zu Indikation, Kontraindikation und Dosierung von den Angaben auf dieser Webseite evtl. abweichen (siehe auch
Haftungsausschluss).
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sowie Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen.
 |  |
| J | Antiinfektiva zur systemischen Anwendung |
| J01 | Antibiotika zur systemischen Anwendung |
| | J01A | Tetracycline |
| | J01AA | |
| |
|
Keine aktuellen Präparate-Nennungen ! |
| | J01C | Betalactam-Antibiotika, Penicilline |
| | J01CA | Penicilline mit erweitertem Wirkungsspektrum |
| |
|
Selexid Filmtabletten 12 Stk (Leo Pharma), Pivmecillinam, Dos.: siehe Fachinformation |
| | J01CR | Kombinationen von Penicillinen, inkl. Beta-Lactamase-Inhibitoren |
| |
|
Keine aktuellen Präparate-Nennungen ! |
| | J01D | Andere Betalactam-Antibiotika |
| | J01DA | Cefalosporine und verwandte Substanzen |
| |
|
Keine aktuellen Präparate-Nennungen ! |
| | J01E | Sulfonamide und Trimethoprim |
| | J01EA | Trimethoprim und Derivate |
| |
|
Keine aktuellen Präparate-Nennungen ! |
| | J01EE | Kombinationen von Sulfonamiden und Trimethoprim, inkl. Derivate |
| |
|
Keine aktuellen Präparate-Nennungen ! |
| | J01F | Makrolide und Lincosamide |
| | J01FA | Makrolide |
| |
|
Keine aktuellen Präparate-Nennungen ! |
| | J01M | Chinolone |
| | J01MA | Fluorchinolone |
| |
|
Ciproxin Filmtabletten 250,500,700mg (Bayer), Ciprofloxacin, Dos.: siehe Fachinformation |
| |
|
Ciproxin Infusionsflaschen 100,200,400mg (Bayer), Ciprofloxacin, Dos.: siehe Fachinformation |
| |
|
Unidrox 600mg Filmtabletten (CSC Pharma), Prulifloxacin, Dos,: siehe Fachinformation |
| | J01X | Andere Antibiotika |
| | J01XX | Andere Antibiotika |
| |
|
Keine aktuellen Präparate-Nennungen ! |

© Österreichische Gesellschaft für Antimikrobielle Chemotherapie
© Universimed New Media GmbH
A-1150 Wien, Markgraf-Rüdiger-Strasse 8
office@infektionsnetz.at
A-1150 Wien, Markgraf-Rüdiger-Straße 8