HARNWEGSINFEKTIONEN (ERWACHSENE)
 
Definition Erreger Epidemiologie
Übertragung Inkubationszeit Klinik
Diagnostik Differentialdiagnose Therapie
Komplikationen Handelspräparate aus dem Pharmaangebot Achtung !
ESIDOG Österreich    
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Escherichia coli
(Mit freundlicher Genehmigung Roche AG)
Proteus mirabilis (E.M. 19.500x)
   
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Definition
Bakterielle Infektion der Harnwege.

Man unterscheidet:
unkomplizierte und komplizierte, symptomatische und asymptomatische Infektionen der oberen oder unteren Harnwege.
Die Pyelonephritis als so genannte obere Harnwegsinfektion lässt sich nicht immer von der Zystitis als einer unteren Harnwegsinfektion sicher abgrenzen.

Kriterien des komplizierten HWI:
Katheter, > 100 ml Restharn, Obstruktion, Vesico-urethraler Reflux, urologische Abnormitäten, erhöhter BUN oder reduzierte Krea-Clearance.
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Erreger
Ätiologie
Erreger von HWI kommen in der Regel aus der Darmflora

Akute unkomplizierte Zystitis:
E. coli 75–80 %, Proteus mirabilis 10–15 %, Staphylokokken 5–15 %

Komplizierte Harnwegsinfektion:
E. coli 30–50 %, Proteus mirabilis 10–15 %, Enterokokken 10–20 %, Staphylokokken 10–20 %, sonstige Enterobakterien 10–20 %.
Asymptomatische Bakteriurie bei Männern > 80a: 15–30 %, bei Frauen > 80a: 25–50 %!
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Epidemiologie
Inzidenz:
Zweithäufigste Infektionskrankheit, 1 % aller Hausarztbesuche, Frauen > 65a: 9 %; Männer > 65: 2,5–11 %

Risikofaktoren:
Dauerkatheter, Nephrolithiasis, Anomalien der Harnwege, Diabetes mellitus, Hypertonie, Schwangerschaft
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Übertragung
Der Invasion in die Blase geht eine Besiedelung des Introitus vaginae bzw. beim Mann der Prostata voraus.
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Inkubationszeit
Inkubationszeit je nach Erreger und pH-Wertes des Harnes.
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Klinik
Signifikante Bakteriurie:
Ab einer Bakterienzahl 104 KBE/ml spricht man von signifikanter Bakteriurie (bei suprapubischer Punktion jegliches Keimwachstum)

Dysurie-Syndrom:
Klinisches Syndrom mit Dysurie und häufigem Harndrang mit oder ohne Bakteriurie

Bakterielle Zystitis:
Dysurie-Syndrom mit signifikanter Bakteriurie

Akute bakterielle Pyelonephritis:
Syndrom mit Rückenschmerzen, Druckschmerz, Fieber, signifikante Bakteriurie, Pyurie, ev. Bakteriämie
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Diagnostik
Als Kriterien für die Diagnose von HWI gelten:
– Typische Klinik
– Vorliegen einer Pyurie bzw. Leukozyturie
– Der Nachweis von Keimen im Harn

Harnuntersuchungen:
Nativharn: Sediment, Leukozytenausscheidung (Addis-Count), Kultur; ev. Urikult
Bei alten Patienten sollte Kultur nur in Ausnahmefällen durchgeführt werden – die HWI-Diagnostik erfolgt klinisch.
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Differentialdiagnose
- Vaginitis
- Adnexitis
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Therapie
Unkomplizierter HWI:
Amoxicillin, Trimethoprim, Trimethoprim/Sulfonamid, Fluorchinolon 1 od. 2 od. 3 (Levofloxacin, Prulifloxacin), Cephalosporin I (Cefalexin), Pivmecillinam, Nitrofurantin.
Therapiedauer je nach Sustanz (siehe Fachinformationen): mindestens 1-3 Tage – wenn Risikofaktoren vorhanden 7 Tage

Komplizierter HWI:
nach Testung: Cephalosporin 2 od. 3 (Cefuroxim, Cefotaxim), Trimethoprim/Sulfonamid, Ciprofloxacin, Levofloxacin, Prulifloxacin). Therapiedauer je nach Sustanz (siehe Fachinformationen) mindestens 7–10 Tage (bis 6 Wochen)
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Komplikationen
- Pyelonephritis
- Sepsis
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Achtung !
Resistenzrate von E. coli gegen Amoxicillin, Trimethoprim und Fluorchinolone steigend
Katheterharn: asymptomatische Besiedelung von Katheterharn ist meist keine Therapieindikation
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ESIDOG Österreich
Gynäkologische Infektionen
Die ESIDOG Österreich (Arbeitsgemeinschaft für Infektionen der Österreichischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe)hat für sämtliche gynäkologisch und geburtshilflich relevante Infektionen Leitlinien zusammengestellt. Diese Leitlinien beinhalten die Therapiekonzepte mit entsprechenden Produkten und den in Österreich frei verschreibbaren Arzneispezialitäten.
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Handelspräparate aus dem Pharmaangebot
Die Präparate-Nennungen erfolgen durch die Sponsoren unserer Webseite unabhängig vom Autor des Fachtextes. Die Reihenfolge entspricht dem ATC-Code. Der Benutzer ist angehalten, sich vor Verschreibung eines Medikaments durch sorgfältige Prüfung der jeweiligen Fachinformation bzw. Gebrauchsinformation zu vergewissern, ob die dort vorliegenden Informationen zu Indikation, Kontraindikation und Dosierung von den Angaben auf dieser Webseite evtl. abweichen (siehe auch Haftungsausschluss).
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sowie Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen.

JAntiinfektiva zur systemischen Anwendung
J01Antibiotika zur systemischen Anwendung
 J01ATetracycline
 J01AA
    Keine aktuellen Präparate-Nennungen !
 J01CBetalactam-Antibiotika, Penicilline
 J01CAPenicilline mit erweitertem Wirkungsspektrum
    Selexid Filmtabletten 12 Stk
(Leo Pharma), Pivmecillinam, Dos.: siehe Fachinformation
 J01CRKombinationen von Penicillinen, inkl. Beta-Lactamase-Inhibitoren
    Keine aktuellen Präparate-Nennungen !
 J01DAndere Betalactam-Antibiotika
 J01DACefalosporine und verwandte Substanzen
    Keine aktuellen Präparate-Nennungen !
 J01ESulfonamide und Trimethoprim
 J01EATrimethoprim und Derivate
    Keine aktuellen Präparate-Nennungen !
 J01EEKombinationen von Sulfonamiden und Trimethoprim, inkl. Derivate
    Keine aktuellen Präparate-Nennungen !
 J01FMakrolide und Lincosamide
 J01FAMakrolide
    Keine aktuellen Präparate-Nennungen !
 J01MChinolone
 J01MAFluorchinolone
    Ciproxin Filmtabletten 250,500,700mg
(Bayer), Ciprofloxacin, Dos.: siehe Fachinformation
    Ciproxin Infusionsflaschen 100,200,400mg
(Bayer), Ciprofloxacin, Dos.: siehe Fachinformation
    Unidrox 600mg Filmtabletten
(CSC Pharma), Prulifloxacin, Dos,: siehe Fachinformation
 J01XAndere Antibiotika
 J01XXAndere Antibiotika
    Keine aktuellen Präparate-Nennungen !
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