Bakterielle Infektionskrankheit mit charakteristischen Hustenanfällen.
Ätiologie
Bordetella pertussis und Bordetella parapertussis (kleine gramnegative Kokko-bazillen), Toxinbildner (tracheales Zytotoxin, Pertussis-Toxin).
Inzidenz:
weltweit, vorwiegend bei Kleinkindern, kein Nestschutz
Risikofaktoren:
keine Impfung
Tröpfcheninfektion, hohe Kontagiosität (v. a. zu Beginn der Erkrankung)
Stadium catarrhale:
Symptome einer oberen Respirationstrakt-Infektion über bis zu 2 Wochen, gefolgt vom
Stadium convulsivum:
typische Hustenanfälle (Stakkato-Husten, Glottis- und Bronchialmuskelkrampf, Keuchen bei langer Inspiration), oft gefolgt von Zyanose und Erbrechen. Dauer: 2 bis 4 Wochen. Im
Stadium decrementi
seltener werdende Hustenanfälle.
Facies pertussica:
gedunsenes Gesicht, geschwollene Augenlider
Erregernachweis aus Sputum oder Abstrich, serologischer Nachweis, Antikörperspiegel gegenüber Pertussis-Toxin, ausgeprägte Leuko- und Lymphozytose, Lungenröntgen (tiefstehendes Zwerchfell, Überblähung, peribronchitische Zeichen).
- Pneumonie
- Bronchitis
- Asthma
- virale Pharyngitis
- Fremdkörperaspiration
- Pseudokrupp
- Zystische Fibrose
Supportive care v. a. bei Säuglingen unter 1 Jahr.
Erythromycin (500 mg p.o. 4 x/d über 10 bis 14 Tage) oder
Clarithromycin/
Roxithromycin.
Antibiotika verkürzt nicht das Stadium convulsivum, verhindert aber die Ausbreitung.
- Sekundäre bakterielle Atemwegsinfektionen
- Keuchhusten-Enzephalopathie
- Otitis media
- Pneumothorax (durch Barotrauma bei Hustenanfall)
Immunität nach Erkrankung lange andauernd (20 bis 30 Jahre), aber nicht lebenslang!
Impfung (Totimpfstoff) als Kombinationsimpfung, Chemoprophylaxe bei nicht-immunisierten Kontaktpersonen mit Makroliden.
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