Subglottische Laryngotracheitis
Einteilung
– Akuter ("einfacher") Krupp
– Rezidivierender, sog. "spasmodischer" Krupp
– Maligne Laryngotracheitis
Ätiologie
Akute Form:
– meist Parainfluenza- oder RS-Viren
– Spasmodische Form: Viren und/oder allergische Reaktion, rezidivierend, oft Atopiker, bei denen sich später obstruktive Atemwegerkrankung (z.B. Asthma bronchiale) entwickelt
Maligne Form:
– Superinfektion primär viraler Laryngotracheitiden durch Bakterien, v. a. H. influenzae, Streptokokken
– Bei akutem und spasmodischem Krupp wirken möglicherweise Klimaeinflüsse (Frontendurchzug) und Schadstoffbelastung der Luft manifestationsfördernd.
Anamnese
Akute Form:
Zunächst oft Zeichen eines banalen Atemwegsinfektes mit subfebrilen Temperaturen, dann im Laufe des Abends oder der ersten Nachthälfte zunehmende Heiserkeit, bellender Husten, inspiratorischer Stridor (pfeifendes Atemgeräusch), anfangs v.a. bei Aufregung, Unruhe, später Atemnot, evtl. auch expiratorische Komponente
Spasmodische Form:
– Wie oben, jedoch Beginn oft ohne Prodromalstadium ("aus heiterem Himmel"); häufig positive Familienanamnese für Inhalationsallergien
Maligne Form:
– Beginn wie oben, jedoch nach 2–7 Tagen erneute Verschlechterung mit hohem Fieber, retrosternalen Schmerzen, oft rasch zunehmender Dyspnoe
Symptome
Akute Form:
• Phaseneinteilung nach Symptomatik siehe Tabelle;
| Phase I | Bellender Husten |
| Phase II | Stridor, Einziehungen im Jugulum u. Epigastrium |
| Phase III | Stridor, Zusätzliche Einziehungen der seitlichen Thoraxpartien, Atemnot, Tachykardie, Hautblässe, Unruhe, Angst |
| Phase IV | Stridor, Maximale inspirat. Einziehungen, Höchste Atemnot, Puls klein, frequent, Zyanose, Sopor |
• oft leichtes bis mittelgradiges Fieber; Dauer 1–2(–3) Tage, Verschlechterung in Abend- und Nachtstunden
• laryngotracheoskopisch Rötung und Schwellung der Mukosa
Spasmodische Form:
– Wie oben, jedoch meist leichterer Verlauf, kürzere Dauer, seltener Fieber
Maligne Form:
• Wie oben, jedoch meist lebensbedrohlicher Verlauf, hohes Fieber; oft metallisch klingender Husten und eitrig-borkiger Auswurf; bei pulmonaler Beteiligung exspiratorischer Stridor, Tachypnoe, RG's
• laryngotracheoskopisch Ulzerationen mit fibrinösem Exsudat, Schwellung, Sekret, Membranbildung. Evtl. Intubation erforderlich, evtl. mit extensiver Bronchialtoilette
Epiglottitis
Ätiopathogenese
– Entzündung oberhalb der Glottis, wenn auch unterhalb, dann meist sekundär, verläuft langsamer
– Phlegmonöse Entzündung im Rahmen einer Allgemeininfektion (positive Blutkultur); oft verbunden mit Meningitis
– Auslöser meist Hämophilus influenzae, selten Streptokokken, Staphylokokken oder Pneumokokken
Anamnese
– Meist Stunden dauerndes Prodromalstadium mit Schluckbeschwerden (Schmerzen meist in Ohren ausstrahlend), ständigen Schluckbewegungen, Speichelfluss, kloßiger Sprache; kein Husten
– Dann rasche Verschlechterung mit hohem Fieber, rasch zunehmender Dyspnoe, wird schnell bedrohlich
Symptome
– Klassische Trias: Pharyngitis, Dysphagie, Dyspnoe
– 1. Symptom Schluckschmerz (Speichelfluss und Nahrungsverweigerung bei Kleinkindern); kloßige Sprache
– Hohes Fieber, toxischer Aspekt, Schocksymptome (Tachykardie, schwacher Puls etc.),
– Unruhe oder später Bewusstseinstrübung, sitzende Haltung mit vorgebeugtem Oberkörper und weit geöffnetem Mund
– Inspiratorische Dyspnoe mit starken thorakalen Einziehungen, Blässe oder Zyanose, Tachypnoe, bei Erschöpfung Bradypnoe; meist nur mäßiger in-spiratorischer Stridor, exspiratorisches Röcheln (sog. "Karcheln")
Merke
– Bei Verdacht sofortige Klinikeinweisung, Transport mit Arzt
– Ohne Intubationsbereitschaft keine schmerzhaften Manipulationen, keine Spatelinspektion, keine Sedativa
– Bei Ateminsuffizienz außerhalb der Klinik möglichst Maskenbeatmung