Infektion des oberen Dünndarms durch Giardia lamblia, oft mit Durchfall verbunden.
Ätiologie
Erreger ist
Giardia lamblia (Giardia intestinalis) mit Trophozoiten- und Zystenform (infektiöse Form). Nach Aufnahme bilden die Zysten Trophozoiten, die sich an die Mukosa des Duodenums und Jejunums festsetzen und sich vermehren. Trophozoiten, die mit dem Stuhl ausgeschieden werden, werden wieder zu Zysten.
Inzidenz:
weltweit verbreitet, Epidemien nach fäkaler Trinkwasserverunreinigung
Risikofaktoren:
unzureichende Abwasser- und Trinkwasseraufbereitung, homosexuelle Praktiken
primäre Übertragung von Mensch zu Mensch auf faeko-oralem Weg oder über Trinkwasser. Mensch als Hauptreservoir, aber auch Infektion über Wildtiere wie Biber.
ca. 2 Wochen, Symptome beginnen Tage bis Wochen nach Zystenaufnahme (durchschnittlich 9 Tage).
Das Hauptsymptom ist Durchfall, zumeist akutem oder subakutem Beginn, weiters krampfartige Schmerzen, Steatorrhoe und Anorexie. Gelegentlich kommt es zu Urticaria, Arthritis oder Cholecystistis, die Infektion kann aber auch asymptomatisch verlaufen.
Direkter Nachweis von Zysten oder Trophozoiten im Stuhl. Nachweis von Trophozoiten im Duodenalsaft (Entero-Test) oder Doudenalbiopsat.
Serologischer Antikörpernachweis (IgM in Blut, IgA im Speichel).
- Tropische Sprue
- Cryptosporidiosis
- Infektion durch enteropathogene E. coli
- M. Crohn
Metronidazol: Erwachsene (über 50 kg KG): 3 x 250 bis 500 mg/d p.o. über 5 bis 7 Tage,
Kinder: 3 x 5 mg/kg über 7 Tage oder
Tinidazol (2 g Einmalgabe).
Albendazol (1 x 400 mg p.o. über 5 Tage).
Bei Schwangeren:
Paromomycin (4 x 500 mg über 7 Tage).
- Steatorrhoe
- Gewichtsverlust
- Hypogammaglobulinämie
Häufig Rezidiv durch Ansteckung in der Familie. Falls Durchfall nach Therapie persistiert, auch an tropische Sprue oder sekundäre Laktoseintoleranz denken. Alkoholkarenz unter Metronidazol-Therapie (Kopfschmerzen und Flush).
Verbesserung der Trinkwasseraufbereitung (Abkochen, Filtern). Verzicht auf rohes Gemüse/Obst in endemischen Gebieten.
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