LARYNGITIS, AKUTE
 
Definition Erreger Epidemiologie
Übertragung Klinik Diagnostik
Differentialdiagnose Therapie Komplikationen
Handelspräparate aus dem Pharmaangebot    
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Synonyme
Kehlkopfentzündung, akute
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Definition
Kehlkopfentzündung, evtl. in Kombination mit Pharyngitis oder Tracheitis aufttretend.
Bei Kindern häufig Krupp-Syndrom: Mit Dyspnoe verbundene, entzündlich und/oder allergisch bedingte Obstruktion der oberen Atemwege.
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Erreger
Beim Erwachsenen
– bei Virusinfekten (meist Influenza-, Parainfluenza-, Masern-Viren)
– Selten als primäre oder sekundäre bakterielle Infektion (Haemophilus influenzae, Pneumokokken, Streptokokken, Staphylokokken)

Beim Kind
– Krupp-Syndrom:
– häufig Parainfluenza-Viren, RS-Viren, Hämophilus influenzae
– selten Streptokokken, Staphylokokken oder Pneumokokken
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Epidemiologie
Beim Erwachsenen

Akute Laryngitiden oft zusammen mit Tracheitis
– Meist bei Virusinfekten (Influenza, Parainfluenza, Masern)
– Selten als primäre oder sekundäre bakterielle Infektion

Beim Kind

Subglottische Laryngotracheitis
Akute Form:
– häufig, jahreszeitlicher Gipfel im Spätherbst: typisches Manifestationsalter 6 Monate bis 3 Jahre (ältere Säuglinge und Kleinkinder, Knaben > Mädchen
Maligne und spasmodische Form:
– selten, saisonunabhängig; typisches Manifestationsalter 2–6 Jahre

Epiglottitis
Häufigkeit
– Zwanzigmal seltener als subglottische stenosierende Laryngotracheitis
– saisonunabhängig
– typisches Manifestationsalter 2–6 Jahre (v.a. Kleinkinder)
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Übertragung
– meist aerogen als Tröpfcheninfektion bzw. oft im Rahmen von Viruserkrankungen auftretend
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Klinik
Beim Erwachsenen:

Akute Laryngitis

– Akute Erkrankung mit bellendem Husten, Heiserkeit
– Intoxikationen sind nur ausnahmsweise mit einem diffusen Ödem und Erstickungsanfällen (Angina laryngis) verbunden.

Symptome
– Meist absteigender Katarrh nach banalen Nasen-, Nebenhöhlen-, Racheninfekten.
– Charakteristisch: Rauhe, heisere Stimme, Husten, leichte Allgemeinsymptome und gerötete, verdickte, bisweilen auch ödematös geschwollene Stimmbänder

Toxisch-allergisches Larynxödem
– Zeigt einen akuten Verlauf oft innerhalb weniger Minuten.
– Kein Fieber, doch meist mit begleitenden allgemein-allergischen Symptomen, wie Rötung, Schwellung des Gesichts, Quaddelbildung, eventuell Quincke-Ödem.
– Bei Wespen- oder Bienenstich entsprechende Anamnese (Lebensgefahr).

Merke
Die Laryngitis muss stets ernst genommen und mittels Laryngoskopie diagnostiziert werden. Zuweilen ist zur Klärung des Befundes eine Probeexzision erforderlich. Jede länger als 2 Wochen andauernde Heiserkeit ad Facharzt


Beim Kind

Subglottische Laryngotracheitis

Einteilung
– Akuter ("einfacher") Krupp
– Rezidivierender, sog. "spasmodischer" Krupp
– Maligne Laryngotracheitis

Ätiologie
Akute Form:
– meist Parainfluenza- oder RS-Viren
– Spasmodische Form: Viren und/oder allergische Reaktion, rezidivierend, oft Atopiker, bei denen sich später obstruktive Atemwegerkrankung (z.B. Asthma bronchiale) entwickelt
Maligne Form:
– Superinfektion primär viraler Laryngotracheitiden durch Bakterien, v. a. H. influenzae, Streptokokken
– Bei akutem und spasmodischem Krupp wirken möglicherweise Klimaeinflüsse (Frontendurchzug) und Schadstoffbelastung der Luft manifestationsfördernd.

Anamnese
Akute Form:
Zunächst oft Zeichen eines banalen Atemwegsinfektes mit subfebrilen Temperaturen, dann im Laufe des Abends oder der ersten Nachthälfte zunehmende Heiserkeit, bellender Husten, inspiratorischer Stridor (pfeifendes Atemgeräusch), anfangs v.a. bei Aufregung, Unruhe, später Atemnot, evtl. auch expiratorische Komponente
Spasmodische Form:
– Wie oben, jedoch Beginn oft ohne Prodromalstadium ("aus heiterem Himmel"); häufig positive Familienanamnese für Inhalationsallergien
Maligne Form:
– Beginn wie oben, jedoch nach 2–7 Tagen erneute Verschlechterung mit hohem Fieber, retrosternalen Schmerzen, oft rasch zunehmender Dyspnoe

Symptome
Akute Form:
• oft leichtes bis mittelgradiges Fieber; Dauer 1–2(–3) Tage, Verschlechterung in Abend- und Nachtstunden
• laryngotracheoskopisch Rötung und Schwellung der Mukosa
Spasmodische Form:
– Wie oben, jedoch meist leichterer Verlauf, kürzere Dauer, seltener Fieber
Maligne Form:
• Wie oben, jedoch meist lebensbedrohlicher Verlauf, hohes Fieber; oft metallisch klingender Husten und eitrig-borkiger Auswurf; bei pulmonaler Beteiligung exspiratorischer Stridor, Tachypnoe, RG's
• laryngotracheoskopisch Ulzerationen mit fibrinösem Exsudat, Schwellung, Sekret, Membranbildung. Evtl. Intubation erforderlich, evtl. mit extensiver Bronchialtoilette

Epiglottitis

Ätiopathogenese
– Entzündung oberhalb der Glottis, wenn auch unterhalb, dann meist sekundär, verläuft langsamer
– Phlegmonöse Entzündung im Rahmen einer Allgemeininfektion (positive Blutkultur); oft verbunden mit Meningitis
– Auslöser meist Hämophilus influenzae, selten Streptokokken, Staphylokokken oder Pneumokokken

Anamnese
– Meist Stunden dauerndes Prodromalstadium mit Schluckbeschwerden (Schmerzen meist in Ohren ausstrahlend), ständigen Schluckbewegungen, Speichelfluss, kloßiger Sprache; kein Husten
– Dann rasche Verschlechterung mit hohem Fieber, rasch zunehmender Dyspnoe, wird schnell bedrohlich

Symptome
– Klassische Trias: Pharyngitis, Dysphagie, Dyspnoe
– 1. Symptom Schluckschmerz (Speichelfluss und Nahrungsverweigerung bei Kleinkindern); kloßige Sprache
– Hohes Fieber, toxischer Aspekt, Schocksymptome (Tachykardie, schwacher Puls etc.),
– Unruhe oder später Bewusstseinstrübung, sitzende Haltung mit vorgebeugtem Oberkörper und weit geöffnetem Mund
– Inspiratorische Dyspnoe mit starken thorakalen Einziehungen, Blässe oder Zyanose, Tachypnoe, bei Erschöpfung Bradypnoe; meist nur mäßiger in-spiratorischer Stridor, exspiratorisches Röcheln (sog. "Karcheln")

Merke
– Bei Verdacht sofortige Klinikeinweisung, Transport mit Arzt
– Ohne Intubationsbereitschaft keine schmerzhaften Manipulationen, keine Spatelinspektion, keine Sedativa
– Bei Ateminsuffizienz außerhalb der Klinik möglichst Maskenbeatmung
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Diagnostik
Diagnostik des Krupp-Syndroms
Akute Form:
– keine; nur im Zweifelsfall (Differentialdiagnose Epiglottitis!) Laryngoskopie in Intubationsbereitschaft; keine Spatelinspektion des Rachens (Gefahr des Reflextodes)
Spasmodische Form:
– eventuell Allergietestung (vor allem bei gleichzeitig bestehendem Asthma bronchiale oder entsprechender Familienanamnese)
Maligne Form:
• Laryngotracheoskopie in Intubationsbereitschaft
• nach Therapieeinleitung Infektionsdiagnostik inkl. Blutkultur, Trachealabstrich
• Röntgen-Thorax

Merke
– Kind beruhigen, schmerzhafte Manipulationen vermeiden
– Keine Spatelinspeketion des Rachens ohne Intubationsbereitschaft, da Gefahr des Reflextodes
– Relativ harmlose, akute Form kann durch Superinfektion in gefährliche maligne Form übergehen


Diagnostik bei Epiglottitis
– Klinische Blickdiagnose; Sicherung durch Laryngoskopie in Inhalationsnarkose; keine Spatelinspektion des Rachens ohne Intubationsbereitschaft
Nach Therapieeinleitung Infektionsdiagnostik mit Blutkultur, Rachen-Abstrich, möglichst auch Liquoruntersuchung (Zellzahl, Zucker, Eiweiß, Bakteriologie, mikroskopisches Präparat)
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Differentialdiagnose
– Epiglottitis,
– Fremdkörperaspiration,
– Glottisödem, auch als allergische Manifestation (Quincke-Ödem, Insektenstich),
– Larynxödem,
– tetanischer Laryngospasmus,
– retropharyngealer Abszess,
– Diphtherie-Krupp – Meldepflicht !
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Therapie
Akute katarrhalische Laryngitis beim Erwachsenen

Allgemeinmaßnahmen
Stimmschonung ! nicht rauchen !, feuchte Atemluft, warme, aber keine heißen Getränke, Schwitzprozeduren, Inhalationen, Physikalische Therapie

Medikamentöse Therapie
– Antitussiva
– Expektoranzien
– Antibiotika nach Testung
– Rhinologika
– Antiseptika wirken abschwellend und reizlindernd

Akute Laryngitis beim Kind

Allgemeinbehandlung
– Feuchte Luft (Plastik-Box), Inhalationen mit Salzwasserdämpfen 1%ig
– Ständige Bereitschaft zur Intubation oder Tracheotomie
– Laryngitis als Begleiterscheinung exanthematischer Infektionskrankheiten: symptomatische Behandlung

Medikamentöse Behandlung
– Antibiotika
– Kalzium parenteral
– Glukokortikoide bei Dyspnoe
– Sedativa sparsam, nicht bei drohender Asphyxie
– Expektoranzien, Sekretolytika
– Eventuell Rhinologika bzw. mit Antitussiva kombinierte Präparate
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Komplikationen
Komplikationen/Prognose
– Akute und spasmodische Form: gute Prognose, nur sehr selten intubationspflichtige respiratorische Insuffienz
– Maligne Form: Gefahr des Erstickungstodes; Pneumonie, Sepsis
– Epiglottitis: Ohne rechtzeitige Therapie meist infauster Verlauf
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Handelspräparate aus dem Pharmaangebot
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