Chronische Infektionskrankheit durch Mycobacterium leprae, betroffen v. a. Haut und Schleimhaut und periphere Nerven.
Ätiologie
Mycobacterium leprae ist ein säurefestes Stäbchen mit Lipidkapsel und langsamem Wachstum.
Zwei Formen: Tuberkuloide und lepromatöse Lepra.
Inzidenz:
weltweite Erkrankung, 6 Mio. Menschen betroffen, endemisch in Asien, Afrika und Lateinamerika.
Risikofaktoren:
Ländliche Gegenden in Entwicklungsländern, häufig Jugendliche betroffen.
Übertragung von Mensch zu Mensch über Nasensekret, aber auch über kontaminierte Erde.
Tuberkuloide Lepra (Lepra maculoanastetica):
Noduli und Plaques an Händen, Füßen und Ohrläppchen, Sattelnase durch Zerstörung des Nasenknorpels. Beteiligung der peripheren Nerven führt zu Anästhesie, Neuritis und Paralyse.
Lepromatöse Lepra (Lepra tuberosa):
Schwere Form mit ausgeprägter Beteilung der peripheren Nerven, weiters infiltrative Haut- und Schleimhautläsionen (Leprome, Ulzerationen, Hypopigmentierung). Viszerale Beteiligung mit Hepatos-plenomegalie, Adenopathie, Orchitis.
Borderline-Lepra:
Mischform bzw. Übergänge von lepromatöser und tuberkuloider Form.
Klinisches Bild durch charakteristische Läsionen und periphere Anästhesie. Erregernachweis aus Hautstanzen, Nervenbiopsien oder Nasenabstrich. Serologie.
- Syphilis
- T-Zell-Lymphom
- Sarkoidose
- Hautlupus
Tuberkuloide Lepra:
Dapson (1 x 100 mg/d p.o.) und
Rifampicin (600 mg 1 x monatlich) über 6 Monate.
Lepromatöse Lepra:
Dreifach-Kombination mit
Rifampicin (600 mg 1 x monatlich),
Dapson (100 mg/d) und Clofazimin (50 mg/d und zusätzlich 300 mg 1 x monatlich) über 2 Jahre.
- Lähmungen (v. a. Hände)
- Amputation bei ulzerierenden Infektionen
- Erblinden
Isolierung von Erkrankten nicht gefordert.
Keine effektive Prävention.
Relapsgefahr durch lange Therapiedauer (Compliance).
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