LEPTOSPIROSE
 
Definition Erreger Epidemiologie
Übertragung Inkubationszeit Klinik
Prophylaxe Diagnostik Differentialdiagnose
Therapie Handelspräparate aus dem Pharmaangebot  
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Definition
Durch Spirochäten der Gattung Leptospira verursachte Infektionskrankeit
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Erreger
– Etwa 200 verschiedene Serovare der Spezies Leptospira interrogans (im Gegensatz zur apathogenen Leptospira biflexa)
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Epidemiologie
– Leptospirosen kommen auf allen Kontinenten bei Mensch und Tier vor
– Typische Zoonosen, Infektionsquellen sind Haustiere (bes. Schwein) und Nagetiere (L. icterohaemorrhagiae - Ratte, L. grippotyphosa - Feldmaus, L. sejro - Schwein, L. canicola - Hund, L. hardjo, L. pomona Rind)
– Tiere scheiden Erreger mit Urin aus
– Inzidenz stark durch berufliche Exposition geprägt; gefährdet sind in der Landwirtschaft tätige Personen, sowie Fleischer, Zooangestellte, Abwasserarbeiter sowie durch Freizeitverhalten bestimmte Personen (Camping, Trekking)
Meldepflicht!

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Übertragung
– Übertragung durch Kontakt mit infizierten Tieren, durch Ingestion größerer Mengen infizierter Speisen, am häufigsten durch Kontakt mit durch Urinausscheidungen kontaminiertem Oberflächenwasser
– Überlebende Tiere können Leptospiren jahrelang in den Nierentubuli beherbergen und über den Harn ausscheiden
– Leptospiren können durch Hautverletzungen sowie durch intakte Schleimhäute (Konjunktiva, Vagina, Nasopharynx) eindringen und breiten sich hämatogen in alle Organe aus
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Inkubationszeit
– 2 - 26, im Durchschnitt 7 - 12 Tage.
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Klinik
– Über 90 % der Infektionen verlaufen als selbstlimitierende, unspezifische fieberhafte Erkrankung!
– An der Pathogenese der klassischerweise zweiphasig verlaufenden, typischen Leptospirosen sind direkte bakterielle Invasion, Entzündung und immunologische Reaktion beteiligt.

a) anikterische Form (L. grippotyphosa u.a.)
1. Phase (Leptospirämie 3 - 7 Tage): Konjunktivitis, starker Kopfschmerz, Myalgien (Wadenschmerz!), Abdominalschmerz, Temperaturen 40°C
2. Phase (entfällt bei 50 % der Fälle): Exanthem, Meningitis, Uveitis

b) ikterische Form (L. icterohaemorrhagiae) mit dramatischem Verlauf in der 1. Phase (Leptospirämie 3 - 7 Tage), Übergang in eine 2. Phase (10 - 30 Tage) mit cholestatischem Ikterus und Nierenversagen, gastrointestinalen Hämorrhagien und Myokarditis.
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Prophylaxe
– Totimpfstoff verfügbar
– Chemoprophylaxe mit Doxycyclin in Hochendemiegebieten (Regenzeit) möglich
– ansonsten Expositionsprophylaxe (Schutzkleidung).
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Diagnostik
– Erregernachweis aus Blut oder Liquor in der ersten Krankheitswoche;
– später (bis zu 4 Wochen nach Beginn) im Urin, alternativ direkter molekularer Nachweis mittels NAT/PCR
Serodiagnostik ab 2. Krankheitswoche durch Nachweis agglutinierender Antikörper, mittels ELISA und, alleinig typenspezifisch, mittels Agglutinations-Lysis-Reaktion (Goldstandard)
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Differentialdiagnose
– Infektiöse Darmerkrankungen, virale Hepatitiden, Malaria, Denguefieber, Rückfallfieber, Rickettsiosen, virale Meningitis (Enteroviren), Gelbfieber, andere hämorrhagische Fieber
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Therapie
– Behandlung schwerer Verläufe mit Penicillin G, bei leichteren Fällen Doxycyclin
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Handelspräparate aus dem Pharmaangebot
Die Präparate-Nennungen erfolgen durch die Sponsoren unserer Webseite unabhängig vom Autor des Fachtextes. Die Reihenfolge entspricht dem ATC-Code. Der Benutzer ist angehalten, sich vor Verschreibung eines Medikaments durch sorgfältige Prüfung der jeweiligen Fachinformation bzw. Gebrauchsinformation zu vergewissern, ob die dort vorliegenden Informationen zu Indikation, Kontraindikation und Dosierung von den Angaben auf dieser Webseite evtl. abweichen (siehe auch Haftungsausschluss).
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