LISTERIOSE
 
Definition Erreger Epidemiologie
Übertragung Inkubationszeit Klinik
Prophylaxe Diagnostik Differentialdiagnose
Therapie Handelspräparate aus dem Pharmaangebot  
goto top of page
Definition
Zoonose; Typische "opportunistische" Infektion, die fast ausnahmslos bei Patienten mit gestörter oder unreifer Immunabwehr vorkommt, besonders auch bei konsumierenden Krankheiten (Malignom!). Bevorzugt betroffen daher Neugeborene, Ältere und Menschen mit Immundefizienz.
goto top of page
Erreger
Listeria monocytogenes
goto top of page
Epidemiologie
– Listerien kommen ubiquitär in der Umwelt vor (im Kot von Tier und Mensch)
– Humane Infektionen können durch engen Kontakt mit Vieh und Haustieren, Genuss von Weichkäse aus nichtpasteurisierter Milch entstehen
– in den Industrieländern seit etwa 10 Jahren steigende Fallzahlen (veränderte Ernährungsgewohnheiten Rohkost, Käseverzehr?), derzeit etwa 2 - 3 symptomatische Infektionen pro 100.000 im Jahr
goto top of page
Übertragung
– Der Infektionszyklus basiert auf dem Überleben der L. in der Erde, einer Vermehrung in Silofutter, der Entwicklung eines Trägerstatus bei Tier (mehr als 50 Spezies) und Mensch (fäkale Trägerrate 5 - 25 %)
– orale Erregeraufnahme, Eindringen (bei bestimmter Prädisposition? Schwangerschaft, reduzierte Abwehrlage) über die Peyerschen Plaques, Verbreitung via Blutkreislauf
– bei Neugeborenen hämatogene transplazentare Infektion oder peripartal
goto top of page
Inkubationszeit
– 3 - 45 Tage
goto top of page
Klinik
– Die überwiegende Zahl der Infektionen dürfte subklinisch oder als banaler Infekt verlaufen.
– Klinische Manifestationen werden definiert bei

Listeriose in der Schwangerschaft:
– erste Phase Fieber, Myalgie, Lymphknotenschwellungen, Pharyngitis
– nach 14 Tagen Amnioninfektionssyndrom mit Abort, Totgeburt oder Geburt eines infizierten Kindes

Neonatale Listerose (Granulomatosis infantiseptica):
– early-onset nach intrauteriner Infektion 1 - 2 Tage nach Geburt
– Atemnotsyndrom, Trinkschwäche, Krämpfe
– late-onset zwischen 6. und 40. Lebenstag Meningitis, Meningoenzephalitis
– Bei erkrankten Neugeborenen 50 % Letalität und häufig Spätschäden (geistige Entwicklungsstörungen)

Listeriose des Erwachsenen:
– Disposition Alkoholismus, Kortikoidtherapie, höheres Alter
– Septikämie, Meningoenzephalitis, Endokarditis
– Manifestation unter dem Krankheitsbild einer Grippe
goto top of page
Prophylaxe
– Keine spezifische Prophylaxe bzw. Expositionsprophylaxe möglich.
goto top of page
Diagnostik
– Erregernachweis in der Blutkultur, im Vaginalsekret/Lochialsekret, im Liquor mittels Kulturverfahren
– Serodiagnostik diagnostisch wertlos (Agglutination)
– neuere Verfahren (ELISA zum Nachweis von Anti-Listeriolysin in Erprobung)
– molekularer Nachweis mittels NAT/PCR ggf. auch aus formalinisiertem Sektionsmaterial möglich
goto top of page
Differentialdiagnose
– Beim Erwachsenen andere septikämische bakterielle Infektionen,
– beim Neugeborenen v.a. B-Streptokokken-Infektion
goto top of page
Therapie
Ampicillin, Meropenem
goto top of page
Handelspräparate aus dem Pharmaangebot
Die Präparate-Nennungen erfolgen durch die Sponsoren unserer Webseite unabhängig vom Autor des Fachtextes. Die Reihenfolge entspricht dem ATC-Code. Der Benutzer ist angehalten, sich vor Verschreibung eines Medikaments durch sorgfältige Prüfung der jeweiligen Fachinformation bzw. Gebrauchsinformation zu vergewissern, ob die dort vorliegenden Informationen zu Indikation, Kontraindikation und Dosierung von den Angaben auf dieser Webseite evtl. abweichen (siehe auch Haftungsausschluss).
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sowie Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen.

goto top of page

© Österreichische Gesellschaft für Antimikrobielle Chemotherapie
© Universimed New Media GmbH
A-1150 Wien, Markgraf-Rüdiger-Strasse 8

office@infektionsnetz.at

 

 

 

 

 

 

A-1150 Wien, Markgraf-Rüdiger-Straße 8