Akuttherapie
Penicillin ist das Mittel der Wahl
– Frühsyphilis (< 1 Jahr): Einmalbehandlung: Benzathinpenicillin G 1 x 2,4 Mio. I.E.i.m.
– Spätsyphilis (> 1 Jahr, Lues latens): Benzathinpenicillin G 2,4 Mio. I.E. 3 x in wöchentlichem Abstand
– Neurolues: liquorgängiges Penicillin alle 4 Stunden über 14 Tage i.v.
– In den ersten Stunden der Penicillinbehandlung kann es durch Zerfall von Treponemen zur Jarisch-Herxheimer-Reaktion kommen. Die Reaktion kann durch gleichzeitige Verabfolgung von Glukokortikoiden abgeschwächt werden (wichtig bei kreislauflabilen Patienten und bei tertiärsyphilitischen Organmanifestationen, bei letzteren evtl. Vorbehandlung mit Glukokortikoiden)
– Bei Therapieresistenz bzw. Penicillinüberempfindlichkeit Makrolid-Antibiotika, z. B. 4 x 500 mg
Erythromycin/d für 14 Tage i.v. (Frühlues) bzw. 30 Tage i.v. (Spätlues), oder Tetrazykline, z. B. 100 mg
Doxycyclin 2 x/d für 14 Tage (Frühlues) bzw. 30 Tage i.v. (Spätlues). Eine orale Therapie ist unzuverlässig!
Kontrolluntersuchungen
sollten nach 3, 6, 12, 24 Monaten erfolgen und eine klinische Untersuchung sowie die Feststellung der VDRL-Titer umfassen.
Kriterium der Heilung ist ein Absinken um 2 Titerstufen der VDRL-Titer. Eine vollständige Titernegativierung erfolgt jedoch selten (nur bei Frühsyphilis).