MANDELENTZüNDUNG
 
Definition Erreger Epidemiologie
Übertragung Inkubationszeit Klinik
Prophylaxe Diagnostik Differentialdiagnose
Therapie Komplikationen Links
Handelspräparate aus dem Pharmaangebot PEG-Empfehlungen DFP-Online-Kurs
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Angina tonsillaris (Erreger: Streptococcus pyogenes)
(Mit freundlicher Genehmigung Roche AG)
Herpangina (Coxsackieviren A-Infektion)
(Mit freundlicher Genehmigung Roche AG)
   
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Synonyme
Angina tonsillaris , Tonsillitis , Tonsillo-Pharyngitis , Pharyngotonsillitis, Mandelentzündung, Streptokokken-Angina
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Definition
Synonyme: A-Streptokokken-Angina, Tonsillitis, Tonsillo-Pharyngitis, Pharyngotonsillitis, Mandelentzündung

Sogenannte Mandelentzündung; Entzündung der lymphoepithelialen Gewebe des lymphatischen Rachenrings, insbesondere der Gaumenmandeln.
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Erreger
Erreger
Bakterien
Gruppe A-Streptokokken
Neisseria gonorrhoeae (bis 6 % der Erwachsenen)
Mycoplasma pneumoniae (bis 10 % der Erwachsenen)
Selten: Corynebacterium diphtheriae, Nicht-Gruppe A-Streptokokken, Staphyloccus aureus, Branhamella catarrhalis, Treponema pallidum (primäre oder sekundäre Syphilis)
Viren
– Rhinoviren (ca. 20 %)
Coronaviren
Adenoviren u.a.
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Epidemiologie
– Häufige Erkrankung, deren Ätiologie oft unklar bleibt (etwa ein Drittel der Infektionen des oberen Respirationstraktes sind primär auf den Rachenraum beschränkt).
– Zunächst genuine Angina (meist Infekt durch ß-hämolysierende Streptokokken der Gruppe A) von einem banalen katarrhalischen Virusinfekt (z.B. Pharyngitis, Grippe) abgrenzen: bei genuiner Angina neben bilateraler Tonsillitis regionäre Lymphadenitis und Fieber.
– Korrekte Diagnose kann unnötige Antibiotikatherapie vermeiden, anderseits bei Gruppe-A-Streptokokkeninfekten ist eine rechtzeitige und ausreichende Antibiotikatherapie indiziert, um rheumatisches Fieber, Endokarditis und Glomerulonephritis als gefürchtete immunologische Komplikation zu verhindern.
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Übertragung
Tröpfcheninfektion, endogene Infektionen (durch eigene Flora)
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Inkubationszeit
1-3 Tage
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Klinik
Symptome
Symptomen-Cluster typisch:
– plötzlicher Beginn mit hohem Fieber (über 38,5° C), Kopfschmerz
– Schmerzhafter Rachen, Lokalbefund: hochrote, glasig geschwollene Tonsillen, manchmal ohne Stippchen und ohne Beläge
– geschwollene, schmerzhafte, weiche Kieferwinkel-Lymphknoten
– Petechien am weichen Gaumen
– Scarlatiniformes Exanthem
– Bei Kindern häufig abdominelle Schmerzen mit Erbrechen ohne Diarrhoe
Andere Symptome:
– Schluckbeschwerden
– Kopfschmerz
– Husten und Rhinitis fehlen!
– bei Scharlach typisches Exanthem und Enanthem
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Prophylaxe
– Allgemeine Infektionsschutzmaßnahmen
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Diagnostik
Diagnose
Hauptschwierigkeiten in der Diagnosestellung: Klinische Kriterien können nicht ausreichend zwischen einer viralen und bakteriellen Infektion unterscheiden.
Treffsicherheit, eine A-Streptokokken-Angina aufgrund klinischer Kriterien zu diagnostizieren bei max. 70 %
– Rachenabstrich
– Schnelltest zum Antigennachweis
– Kultur bei typischer Klinik und negativem Schnelltest, bei rezidivierenden Infekten, bei Screening auf Gonokokken
– Anti-Streptolysin-O-Titer (ASLO) bei rezidivierenden Infekten
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Differentialdiagnose
– Alle oben genannten Erreger und deren Infektionskrankheiten
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Therapie
Allgemeinbehandlung
– Bettruhe
Antibiotika: Penicillin (Penicillin V, Amoxicillin), bei Penicillinallergie Makrolide oder Cefpodoxim durch 10 Tage. Diskussion über Therapieverkürzung (mangelnde Patienten-Compliance!); bis jetzt keine Erkenntnisse, die eine allgemeine Empfehlung zur Therapieverkürzung rechtfertigen

Indikationen für Tonsillektomie:
– 7 und mehr Infekte in einem Jahr
– 5 Infekte pro Jahr über 2 Jahre
– 3 Infekte pro Jahr über 3 Jahre
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Komplikationen
– Lokale eitrige Komplikationen: Lymphadenitis, Peritonsillarabszess, Retropharyngealabszesse.
– Mögliche ernste Spätkomplikationen bedingt durch A-Streptokokken: akutes rheumatisches Fieber, Glomerulonephritis, Endokarditis; deshalb effiziente Eliminierung der A-Streptokokken notwendig (10-Tages-Therapie mit Penicillin als WHO-Empfehlung)
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PEG-Empfehlungen
Rationaler Einsatz oraler Antibiotika bei Kindern und Jugendlichen
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DFP-Online-Kurs
Dieses Kapitel steht Ihnen auch als DPF-Online-Kurs zur Verfügung!

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Links
ANTIBIOTIKA MONITOR XVI / 3 / 2000
em.o. Univ.-Prof. DDr. K.H. Spitzy
ehem. Vorstand der Univ.Klinik für Chemotherapie, Wien
Die Geschichte des ersten säurestabilen Oralpenicillins (Penicillin V)
W. Reinisch
Arzt für Allgemeinmedizin, Wien
Penicillin V - aktueller Stellenwert bei Streptokokken-Infektionen
ANTIBIOTIKA MONITOR XVI / 4 / 2000
C. Jebelean, A. Bocksrucker, M. Haditsch, R. Watschinger, L. Binder, H. Mittermayer
Institut für Hyiene, Mikrobiologie und Tropenmedizin, Krankenhaus der Elisabethinen, Linz
(Vorstand: Prof. Dr. H. Mittermayer)
Josamycin – und Typen der Makrolidresistenz bei Streptokokken
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Handelspräparate aus dem Pharmaangebot
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JAntiinfektiva zur systemischen Anwendung
J01Antibiotika zur systemischen Anwendung
 J01CBetalactam-Antibiotika, Penicilline
 J01CAPenicilline mit erweitertem Wirkungsspektrum
    Keine aktuellen Präparate-Nennungen !
 J01CEBeta-Lactamase-sensitive Penicilline
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 J01CFBeta-Lactamase-resistente Penicilline
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 J01CGBeta-Lactamase-Inhibitoren
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 J01DAndere Betalactam-Antibiotika
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 J01DHCarbapeneme
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 J01FMakrolide und Lincosamide
 J01FAMakrolide
    Klacid uno Filmtabletten 7 Stk
(Abbott), Clarithromycin, Dos.: siehe Fachinformation
    Klacid 125 mg oder 250 mg/5 ml Granulat für orale Suspension
(Abbott), Clarithromycin, Dos.: siehe Fachinformation
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