Sehr ansteckende exanthematische Virusinfektion v. a. bei Kindern mit lebenslänglicher Immunität.
Ätiologie
Masern-Virus (Hüllen RNA-Virus aus der Familie der Paramyxoviren).
Inzidenz
weltweit, 1 Mio. Todesfälle jährlich in den Entwicklungsländern.
Risikofaktoren:
Alter zwischen 1 und 5 Jahre, keine Impfung.
meist durch Tröpfcheninfektion.
Ansteckungsgefahr in der katarrhalischen Phase am größten, Ansteckungsfähigkeit besteht 3 bis 5 Tage vor bis 4 Tage nach Exanthem-Ausbruch.
Prodromalstadium:
leichtes Fieber, Husten, Bronchitis und Konjunktivitis über 3 bis 4 Tage. Kopliksche Flecken an Wangenschleimhaut. Gefolgt von
Exanthemstadium:
leuchtend rote, leicht erhabene Effloreszenzen. Ausbreitung: hinter den Ohren, Gesicht, Brust, Rücken, Arme, zuletzt Beine. Begleitet von starkem Husten, hohem Fieber, ev. Lichtscheu. Zumeist benigner Verlauf mit sehr guter Prognose, schlechte Prognose in Verbindung mit anderen Infektionskrankheiten.
Atypische Masern:
Infektion nach vorangegangener Tot-Lebend-Impfung, schwerer Verlauf.
Masern beim Erwachsenen:
hohes Risiko für bakterielle Komplikationen wie Pneumonie, Otitis media und Sinusitis. Respiratorisches Versagen häufig bei Schwangeren und Immunsupprimierten, in 40 % der Fälle kein Exanthem.
Typisches klinisches Bild mit Koplikschen Flecken und Exanthem. Antikörpernachweis 1 bis 2 Tage nach Exanthembeginn, Virusisolation aus Nasensekret, BAL, Liquor, Urin.
- Scharlach
- Röteln
- Arzneimittelexanthem
Bei unkompliziertem Verlauf keine spezifische Therapie, entsprechende Allgemeinmaßnahmen. Rechtzeitige Behandlung von bakteriellen Infektionen. Ev. Gabe von
Ribavirin bei Immunsupprimierten.
- Bronchopneumonie
- Meningitis
- Enzephalitis
- Pemphigoid
- Otitis media
- Masernkrupp
Subakute sklerosierende Panenzephalitis: Infektion durch mutiertes Masernvirus mit Entzündung, Gliosis und Degeneration der Neuronen. Krankheit wird erst 6 bis 8 Jahre nach Masern manifest, führt unweigerlich zum Tode.
Inzidenz: 0,6 bis 2,2/100.000 Masernfälle.
Masernschutzimpfung ab dem 14. Lebensmonat, aktive Expositionsprophlaxe, passive Immunisierung bei chronisch kranken oder immunsupprimierten Patienten, Infektion hinterlässt lebenslange Immunität.
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