– Eitrige (purulente), durch Meningokokken hervorgerufene Entzündung der Leptomeningen mit Eiteransammlung v.a. über den Großhirnhemisphären (Hauben- bzw. Konvexitätsmeningitis)
–
Meldepflicht!
– Neisseria meningitidis der Serogruppen A, B, C, Y, W
– diese und weitere Serogruppen (D, X, Z) kommen auch saprophytisch im Nasen-Rachenraum vor (Trägerrate bei Gesunden in Mitteleuropa ca. 4 - 6 %)
– Epidemisches Auftreten durch Serogruppen A- und C-Stämme in Brasilien sowie im tropischen Afrika (Sahelzone)
– In Mitteleuropa sporadisches Auftreten (Inzidenz 2 - 3 / 100.000 / Jahr)
– über die Hälfte der Fälle bei Säuglingen und Kleinkindern
– Tröpfcheninfektion
– nur bei ausreichender Virulenz und Fehlen von Kapselantikörpern kommt es zu Erregerinvasion und Bakteriämie
Purulente Meningitis:
– katarrhalische Erscheinungen, häufig flammende Pharyngitis am Ende der Inkubationszeit
– dann akuter Beginn mit Kopfschmerzen, Erbrechen, hohem Fieber Photophobie, Hyperästhesie, Bewusstseinstrübung, Krampfneigung
Meningokokken-Sepsis (Waterhouse-Friderichsen-Syndrom):
– Manifestation mit generalisierter Purpura, Petechien, Blutdruckabfall, Zyanose, Herz-Kreislaufversagen
– Letalität behandelter Meningitiden 5 - 10 %, unbehandelt 50 %
• Schutzimpfung mit Polysaccharidimpfstoff gegen die Typen A, C, W135 und Y, empfohlen bei exponierten Personen
• Umgebungsprophylaxe für Kontaktpersonen (Geschwister)
– Erregernachweis mikroskopisch (Gramfärbung)
– Augenhintergrundkontrolle, Liquorpunktion, Bestimmung von Zellzahl, Eiweiß, Glukose etc.
– Kultur, Venenblutkultur
– Latex-Agglutinationstest (Nachweis von Kapselpolysaccharid aus Liquor, Serum und Urin)
– keine Serodiagnostik
– Bakterielle eitrige Meningitiden durch andere Erreger (Pneumokokken, Staphylokokken, Haemophilus influenzae, Listerien u.v.a.)
– Hirntumoren
– Purpura Schönlein-Henoch
–
Penicillin G,
Cefotaxim,
Ceftriaxon
– intensivmedizinische Betreuung!
– Otitis media (mit nachfolgender Taubheit), Sinusitis Arthritis, Lähmungen
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