NOCARDIOSE
 
Definition Erreger Epidemiologie
Übertragung Inkubationszeit Klinik
Prophylaxe Diagnostik Differentialdiagnose
Therapie Links Handelspräparate aus dem Pharmaangebot
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Definition
Infektion mit Nocardia; Manifestation als Lungen-Nocardiose, Systemischer Nocardiose mit multipler Abszessbildung in praktisch allen Organen, und Superficieller Nocardiose als Hautaffektion.
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Erreger
Nocardia asteroides, auch N. farcinia (selten N. brasiliensis oder N. caviae)
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Epidemiologie
– Nocardien sind ubiquitär im Erdboden und in organischem Material in der Umwelt auftretend
– N. asteroides in gemäßigten Klimazonen
– N. brasiliensis vorwiegend in tropische und subtropischen Regionen
– menschliche Infektionen sind selten
– Nocardiosen gelten als opportunistische Infektionen bei Personen mit geschwächter Immunabwehr (HIV, Organtransplantationen, malignen Blutkrankheiten, Alkoholabusus)
– Superficielle Nocardiosen und Aktinomyzetome bei Landarbeitern als Berufskrankheit anerkannt
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Übertragung
– Infektion über Inhalation von mit Luftsporen kontaminiertem Staub oder direkt über erdverschmutzte Wunden
– keine Übertragung von Mensch zu Mensch, aber bei gemeinsamer Infektionsquelle endemisches und epidemisches Auftreten möglich
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Inkubationszeit
– nicht bekannt
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Klinik
  • Pulmonale Nocardiose

  • – Nocardien-Pneumonie; langsame Progredienz
    – subakut über Tage bis Monate andauerndes Fieber
    – Husten
    – grünlich-schleimiger Auswurf
    – Gewichtsverlust
    – Noduläre Lungeninfiltrate
    – im Verlauf oft Abszesse, empyem, Kavernen
    – Krankheitsbild kann Tuberkulose oder Malignome imitieren
  • Systemische Nocardiose

  • – häufig als Folge hämatogener Streuung (ca. in der Hälfte der Fälle)
    – multiple Abszessbildung in praktisch allen Organen
    – in ca. 25 - 30 % Befall des ZNS (Hirnabszesse, purulente Meningitis mit fulminantem Verlauf)
  • Superficielle Nocardiose

  • – nach Verletzungen der Haut uncharakteristische, subakute bis chronische Hautaffektion, Abszessbildung, Zellulitis
    – oft Beteiligung regionärer Lymphknoten
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    Prophylaxe
    – Keine spezifische Prophylaxe
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    Diagnostik
    – Erregernachweis mikroskopisch im Gram-Präparat aus Sputum, Pleurapunktat, Biopsiematerial
    – kulturelle Anzucht; Dauer 7 - 10 Tage
    – keine Serodiagnostik verfügbar
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    Differentialdiagnose
    Tuberkulose
    – Sarkoidose
    – Bronchialkarzinom
    Aktinomykose
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    Therapie
    Sulfadiazin 6 - 12 g/die oder Cotrimoxazol 4 x 160/800 mg/die für 3 - 6 Monate
    – In schweren Fällen: Cefotaxim + Imipenem i.v. oder Imipenem + Amikacin, dann Cotrimoxazol oder Minocyclin p.o. für 3 Monate bei Immunkompetenz, 6 Monate bei Immunsuppression
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    Links
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    Handelspräparate aus dem Pharmaangebot
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