Allgemeines
– Therapie üblicherweise ambulant, außer Säuglinge vor dem 2. Lebensmonat.
– Trotz hoher Selbstheilungstendenz sind grundsätzlich
Antibiotika indiziert.
– Die symptomatische Therapie mit lokaler Wärme, abschwellenden Nasentropfen oder Kochsalztropfen, Antipyretika und Analgetika lindert zwar die Beschwerden, Komplikationen wie Trommelfellperforation, Hörschädigung, Seromukotympanon und Meningitis lassen sich aber nur durch konsequente Antibiotikatherapie verhindern. Zudem wird der Krankheitsverlauf dadurch nachweislich abgekürzt.
Akuter Tubenkatarrh
– Schleimhautabschwellende Nasentropfen
– Beseitigung von akuten Nasen-Rachen-Infekten: bei Bedarf Antibiotika
– Luftdusche (Politzern)
– Sanierung des Nasen-Rachen-Raumes: Beseitigung von Polypen, Adenotomie, Nasenscheidewandkorrekturen
– Bei persistierendem Exsudat Inzision oder Punktion des Trommelfells und Absaugen des Sekretes, evtl. Paukendrainage
Akute seröse Otitis media
– Beseitigung von Nasen-Rachen-Infekten (schleimhautabschwellende Nasentropfen)
– Schwitzprozeduren
– Zur Schmerzlinderung Analgetika
– Bei hohem Fieber Antipyretika
– Antibiotika, p.o. bei klinisch manifester Otitis media acuta immer, da Abgrenzung zu eitriger Otitis unsicher
– Auswahl der Antibiotika nach vermutetem Keimspektrum und den pharmakologischen Eigenschaften der Substanz
– Mittel der ersten Wahl
Amoxicillin (Moraxella zu 90 % resistent), bei Therapieversagen
Oralcephalosporine der 2. und 3. Generation oder ein
Makrolid (schlecht wirksam gegen H. influenzae), oder
Telithromycin
– Therapiedauer liegt bei fünf bis 10 Tagen, bei Komplikationen 10 Tage obligatorisch
– Weder Antihistaminika noch Steroide haben einen Platz in der Therapie der akuten Otitis media, und der Stellenwert der Ohrentropfen ist nicht bewiesen. Auf keinen Fall sollte der Gehörgang mit Watte verstopft werden.
Eitrige Otitis media
– Betalaktamasefeste, gegen grampositive Kokken (bei Kleinkindern, Alten und Immunsupprimierten auch gegen Hämophilus influenzae) wirksame Antibiotika
– Analgetika
– Parazentese nur bei unbeherrschbaren Schmerzen und Frühkomplikationen
– Ohrspülungen mit körperwarmer 0,5%iger Rivanollösung bei Perforation des Trommelfells