Bakterielle Seuchenkrankheit mit drei typischen Bildern: Beulenpest, Lungenpest und Pestsepsis.
Ätiologie
Yersinia pestis (gramnegativer Kokkobazillus)
Inzidenz:
3 Pandemien (6., 14. und 19. Jahrhundert), heute noch in Tansania, Zaire, Vietnam, Peru, Birma und Madagaskar. Potentielle bioterroristische Waffe.
Risikofaktoren:
schlechte hygienische Bedingungen
Beulenpest: durch Stich des Rattenflohs
Lungenpest: Tröpfcheninfektion von Mensch zu Mensch
Beulen-(Bubonen-)pest:
Beginn mit Fieber, Schüttelfrost und Kopfschmerzen, nach 24 Stunden Beulenbildung, schmerzhafte Lymphadenopathie. Entwickeln von Multiorgan-Erkrankung mit Hypotension, Diarrhoe, disseminierte intravasale Gerinnung (DIC), Enzephalitis und Sepsis. Pneumonie in ca. 20 % der Patienten.
Lungenpest:
Als Komplikation der Bubonenpest oder als primäres Krankheitsbild, sehr schweres Krankheitsbild, ohne Chemotherapie letal.
Pestsepsis:
als Endstadium von Bubonen- und Lungenpest, oder primär, tödliche Komplikation.
Erregernachweis und Kultur im Beulenpunktat, Blut oder Sputum, serologische Tests. Sehr häufig Leukozytose und DIC, Lungenröntgen.
- Tularämie
- Atypische Pneumonie
- Lymphogranuloma inguinale
- Streptokokken-Hautinfektionen
Strenge Krankenisolierung, präventive Antibiotika bei Kontaktpersonen.
Streptomycin (15 mg/kg KG i.v. 2 x/d über 10 Tage),
Gentamicin (2 mg/kg KG i.v. als loading dose, dann 1,7 mg/kg KG 3 x/d)
(bes. bei leichten Verlaufsformen und als Prävention):
Doxycyclin (100 mg p.o. oder i.v. 2x/d)
- Superinfektion der Bubonen mit S. aureus
Ansteckungsfähigkeit während gesamter Krankheitsdauer, Impfung bietet nur partiellen Schutz!
Impfung für Risikopatienten in endemischen Gebieten, Nagetierbekämpfung, allgemeine Hygienemaßnahmen.
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| J | Antiinfektiva zur systemischen Anwendung |
| J01 | Antibiotika zur systemischen Anwendung |
| | J01A | Tetracycline |
| | J01AA | |
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