Extrem ansteckende Viruserkrankung mit hoher Letalität.
Ätiologie
Erreger ist das Variola-Virus. Letzter in Österreich bekannter Fall stammt aus 1923.
Inzidenz:
Endemiezonen in Indien, Pakistan, Südamerika.
Risikofaktoren:
terroristische Angriffe, keine Routine-Impfung der Bevölkerung.
Tröpfcheninfektion oder aerogen von Mensch zu Mensch. Kontagionsindex nahezu 100 %.
Prodromalstadium (1. Virämie):
Krankheitsgefühl, Kopf- und Kreuzschmerzen, Exanthem.
Eruptionsstadium (2. Virämie):
hämatogene Aussaat in die Haut mit Reihenfolge:
Gesicht, Kopf, obere Extremitäten, Rumpf, Unterschenkel, Füße. Symmetrischer, zentrifugaler Befall, monomorphes Bild innerhalb eines Dermatoms (im Gegensatz zu Varicellen).
Suppirationsstadium (7. bis 8. Tag):
Fieberanstieg, Ödeme, Juckreiz, Hepatosplenomegalie. Generalisierte Lymphknotenschwellung.
Exsikkationsphase (ab dem 12. Tag):
Krustenbildung, nach Abfall entstehen Narben.
Elektronenmikroskopischer Nachweis der Viren, Anzüchtung auf Hühnerembryos, Serologie und Antikörpernachweis (ab dem 5. Krankheitstag).
- Varicellen
- Masern
- Scharlach
- Herpes zoster/simplex
Keine spezifische Therapie, eventuell
Cidofovir i.v.
Strenge Isolierung, Antibiotika zur Prophylaxe von Sekundärinfektionen.
- Purpura variolosa
- Osteomyelitis
- Enzephalomyelitis
Purpura variolosa: letaler Verlauf in 2 bis 6 Tagen.
Impfung derzeit nicht empfohlen. Pocken gelten in unseren Breiten als eradiziert.
Die Präparate-Nennungen erfolgen durch die Sponsoren unserer Webseite unabhängig vom Autor des Fachtextes. Die Reihenfolge entspricht dem ATC-Code. Der Benutzer ist angehalten, sich vor Verschreibung eines Medikaments durch sorgfältige Prüfung der jeweiligen Fachinformation bzw. Gebrauchsinformation zu vergewissern, ob die dort vorliegenden Informationen zu Indikation, Kontraindikation und Dosierung von den Angaben auf dieser Webseite evtl. abweichen (siehe auch
Haftungsausschluss).
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sowie Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen.
© Österreichische Gesellschaft für Antimikrobielle Chemotherapie
© Universimed New Media GmbH
A-1150 Wien, Markgraf-Rüdiger-Strasse 8
office@infektionsnetz.at
A-1150 Wien, Markgraf-Rüdiger-Straße 8