POLIOMYELITIS
 
Definition Erreger Epidemiologie
Übertragung Inkubationszeit Klinik
Diagnostik Differentialdiagnose Therapie
Komplikationen Handelspräparate aus dem Pharmaangebot Prävention / Follow-up
Weitere Informationen    
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Polioviren in He-La-Zelle. Schnittpräparat. E.M. 11.000x
(Mit freundlicher Genehmigung Roche AG)
Polioviren E.M. Negativkontrast. 260.000x
(Mit freundlicher Genehmigung Roche AG)
   
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Synonyme
Kinderlähmung, spinale
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Definition
Akute, meist fieberhafte Infektionskrankheit, die bei voller Ausbildung zu schlaffen Lähmungen mehr oder weniger ausgedehnter Muskelpartien führt, meist aber latent oder abortiv, ohne ZNS-Beteiligung, verläuft.
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Erreger
Ätiologie
– Polioviren, RNS-Viren, die zur Gruppe der Enteroviren ("Picorna"-Viren, vonpico = klein und RNA) gezählt werden
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Epidemiologie
Meldepflicht !
– Seit der systematischen Einführung der Impfung ist ihr Auftreten selten geworden (Europa, USA), in tropischen Ländern noch relativ häufig (weltweit ca. 6.000 Neuerkrankungen/Jahr)
– Es erkranken v.a. Kleinkinder, zunehmend auch ältere Kinder und Erwachsene
– Wiederauftreten einzelner Fälle durch nachlassende Impfbereitschaft
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Übertragung
– Kontakt mit subklinisch Erkrankten
– Schmier- und Schmutzinfektion durch Stuhl, Abwässer, in Schwimmbädern
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Inkubationszeit
– 3–14 Tage
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Klinik
Poliomyelitis epidemica anterior acuta
(Syn.: Spinale Kinderlähmung, Heine-Medin-Krankheit)

Symptome / Verlauf
– Phasenhafter Verlauf:
1. inapparente Poliomyelitis (90–95 % aller P.-Infektionen)
2. abortive Poliomyelitis (5 % der P.-Infektionen)
– Symptome eines grippalen Infekts; Gesundung innerhalb weniger Tage
3. nach einigen symptomfreien Tagen (Latenzstadium) meningitisches Stadium; aseptische Meningitis mit schwerem meningealem Syndrom, nach wenigen Tagen vollständig abklingend, von anderen Enterovirus-Infektionen klinisch nicht zu unterscheiden
4. paretisches Stadium (bei 0,1 % der Infizierten)
– Beginn grippeähnlich mit Fieber, katarrhalischen Erscheinungen der oberen Luftwege oder Nausea, Erbrechen, Verdauungsstörungen, Abdominalschmerzen, Muskel- und Gelenkschmerzen
– Je nach Lokalisation des Prozesses im Rückenmark Lähmung der Arm-, Schulter-, Nackenmuskeln und des Zwerchfells; Muskelschwäche im Thoraxbereich, vorwiegend aber in den unteren Extremitäten, übergehend in schlaffe Lähmungen, lokalisiert oder generalisiert
– Muskelschwund
– Haut- und Sehnenreflexe aufgehoben
– Blau, kalte Extremitäten

Polioenzephalitis (hyperakut)
– Bewusstseinsstörungen, Tremor, Krämpfe, Schluckauf, Schock
– Unmittelbar lebensbedrohend ist die Bulbärparalyse
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Diagnostik
– Erregernachweis in Oropharynx oder Stuhl durch Züchtung auf Gewebekulturen
– Liquordiagnostik: Liquor klar, neutrophile Leukozyten, Erreger selten isolierbar
– PCR
– Serologische Untersuchung
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Differentialdiagnose
– Querschnittssyndrom
- akute Myelitis
- Polyneuritis
- Polyradikulitis
- Guillain-Barré-Syndrom
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Therapie
– Keine spezifische Therapie; symptomatische Behandlung je nach Verlauf
– Antibiotika bei bakteriellen Sekundärinfektionen bzw. zu deren Verhinderung
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Komplikationen
- Kontrakturen
- Skoliose
- Atemlähmung
- Lungenödem
- Enzephalitis
- arthritische Syndrome
- psychische Störungen

Prognose:
– Rückbildung der Symptome bei der Mehrzahl der Patienten innerhalb eines Jahres;
– als Residualschäden atrophische Lähmungen, trophische und vasomotorische Störungen, Skelett- und Gelenkveränderungen (Fußdeformierung, Schlottergelenk, Skoliose) und Zurückbleiben des Knochenwachstums einzelner Extremitäten
– Postpoliomyelitisches Syndrom
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Prävention / Follow-up
Spritzimpfung nach Salk (inaktivierte Vakzine)
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Weitere Informationen
Zentrum für Reisemedizin (www.reisemed.at)

Poliomyelitis
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Handelspräparate aus dem Pharmaangebot
Die Präparate-Nennungen erfolgen durch die Sponsoren unserer Webseite unabhängig vom Autor des Fachtextes. Die Reihenfolge entspricht dem ATC-Code. Der Benutzer ist angehalten, sich vor Verschreibung eines Medikaments durch sorgfältige Prüfung der jeweiligen Fachinformation bzw. Gebrauchsinformation zu vergewissern, ob die dort vorliegenden Informationen zu Indikation, Kontraindikation und Dosierung von den Angaben auf dieser Webseite evtl. abweichen (siehe auch Haftungsausschluss).
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