PSITTAKOSE
 
Definition Erreger Epidemiologie
Übertragung Inkubationszeit Klinik
Diagnostik Differentialdiagnose Therapie
Komplikationen Handelspräparate aus dem Pharmaangebot Achtung !
Prävention / Follow-up    
goto top of page
Chlamydia psittaci (ornithosis).
Auf Hühnerembryo gezüchtet. Giemsa-Färbung 850x
(Mit freundlicher Genehmigung Roche AG)
Chlamydia psittaci (ornithosis). E.M.
Schnittpräparat aus der Lunge eines Patienten. 6.600x
(Mit freundlicher Genehmigung Roche AG)
   
goto top of page
Synonyme
Papageienkrankheit
goto top of page
Definition
Durch Kontakt mit infizierten Vögeln auf den Menschen übertragene Infektionskrankheit, die vor allem die oberen Luftwege befällt. Zunächst bei Papageien und Sittichen beobachtet ("Psittakose"), jedoch identisch mit der von anderen Vögeln übertragenen Krankheit (Oberbegriff: "Ornithose")
goto top of page
Erreger
Ätiologie
Infektion durch Chlamydia psittaci
goto top of page
Epidemiologie
– Chlamydien (Syn. Bedsonien, Miyagawanellen), auch PTL-Gruppe (Psittakose-Lymphogranuloma-Trachom-Gruppe) genannt, galten früher als "große Viren", sind aber zu den Bakterien zu rechnen, da sie DNS und RNS enthalten.
– Lange haltbar in Staub und Sekreten, gefriergetrocknet sogar über Jahre!
– Empfindlich gegen Hitze und Desinfizienzia

Inzidenz:
in Österreich und Deutschland selten

Risikofaktoren:
Besonders gefährdet sind Vogelzüchter, Zoohändler, Arbeiter in Geflügelfarmen
goto top of page
Übertragung
– durch Kontakt mit Vögeln; in 2/3 der Fälle importierte Ziervögel, in 1/3 Hausgeflügel und Tauben
– Selten Infektion von Pflegepersonal durch Kranke
– Laborinfektionen
goto top of page
Inkubationszeit
1 bis 2 Wochen
goto top of page
Klinik
Symptome/Verlauf
– Prodromal Fieber, Kopf-, Hals-, Gliederschmerzen
– Trockener Husten, später schleimiger Auswurf
– Geringe auskultatorische Befunde kontrastieren mit massiven Röntgenschatten in der Lunge
– Meist grippeähnlicher Verlauf (2–4 Wochen), manchmal meningoenzephalitisches oder pseudotyphöses Krankheitsbild mit akuter Pneumopathie
– Rezidive nach 1–3wöchigem fieberfreiem Intervall möglich
goto top of page
Diagnostik
Erregernachweis in Blut, Sputum, Pleuraexsudat
– Serologie, KBR
goto top of page
Differentialdiagnose
- Grippe
- Typhus abdominalis
- Fleckfieber
- Miliartuberkulose
- Leptospiren-Meningitis
goto top of page
Therapie
– Tetracycline (Doxycyclin 0,2 g/d für 10 Tage), Makrolide (Second line), Chinolone (Effektivität muss noch untersucht werden)
– ausreichend dosieren, um Rezidive zu verhindern
– Rasches Abklingen der Erscheinungen, der Röntgenbefund bleibt 2–3 Wochen bestehen
– Therapie bei bakteriellen Superinfektionen mit Antibiotika lt. Antibiogramm
goto top of page
Komplikationen
– Serofibrinöse Pleuritis, Polyadenopathie, lymphozytäre Meningitis (Kinder), Myokarditis, toxische Gefäßstörungen, Glomerulonephritis, Herzinsuffizienz (ältere Patienten), Ikterus
– Toxische Schäden des zentralen und peripheren Nervensystems
– Bakterielle Superinfektionen (Pleuraempyem)
goto top of page
Achtung !
Meldepflicht!
goto top of page
Prävention / Follow-up
– Veterinärpolizeiliche Kontrolle der Einfuhr von Ziervögeln
– Größte Vorsicht und Hygiene bei Kontakt (Anfassen) von toten Vögeln (z. B. Tauben, Sittichen)
goto top of page
Handelspräparate aus dem Pharmaangebot
Die Präparate-Nennungen erfolgen durch die Sponsoren unserer Webseite unabhängig vom Autor des Fachtextes. Die Reihenfolge entspricht dem ATC-Code. Der Benutzer ist angehalten, sich vor Verschreibung eines Medikaments durch sorgfältige Prüfung der jeweiligen Fachinformation bzw. Gebrauchsinformation zu vergewissern, ob die dort vorliegenden Informationen zu Indikation, Kontraindikation und Dosierung von den Angaben auf dieser Webseite evtl. abweichen (siehe auch Haftungsausschluss).
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sowie Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen.

JAntiinfektiva zur systemischen Anwendung
J01Antibiotika zur systemischen Anwendung
 J01ATetracycline
 J01AA
    Keine aktuellen Präparate-Nennungen !
 J01MChinolone
 J01MAFluorchinolone
    Keine aktuellen Präparate-Nennungen !
goto top of page

© Österreichische Gesellschaft für Antimikrobielle Chemotherapie
© Universimed New Media GmbH
A-1150 Wien, Markgraf-Rüdiger-Strasse 8

office@infektionsnetz.at

 

 

 

 

 

 

A-1150 Wien, Markgraf-Rüdiger-Straße 8