Synonyme
Wochenbettfieber, Kindbettfieber
Bezeichnung für einen (heute seltenen) Krankheitsprozess, der durch Eindringen von pathogenen Bakterien in die Geburtswunden entsteht und nach der Geburt bzw. nach Abort auftreten kann
– selten gewordene peripartale Infektion der Wöchnerinnen
–
Meldepflicht!
Ausbreitung:
1. lokal begrenzte Infektion (z.B. Endometritis puerperalis)
2. von der infizierten Wunde aus, v.a. hämatogen (septisches Puerperalfieber, Puerperalsepsis)
Symptome:
– hohes, meist remittierendes Fieber mit Schüttelfrost
– stark beschleunigter, weicher Puls
– Tachypnoe
– hochgradige Anämie mit Leukozytose und Linksverschiebung
– Benommenheit wechselnd mit Euphorie
– bei ungünstigem Verlauf Kreislaufversagen und Tod im septischen Schock
- hygienische Maßnahmen der Geburtshelfer (Händedesinfektion!)
- Semmelweis-Verfahren (Ignaz P. Semmelweis, Gynäkologe Wien, Budapest, 1818-1865); Händedesinfektion (ursprünglich mit Chlorkalk) vor Untersuchung der Gebärenden zur Prophylaxe des Puerperalfiebers
- klinische Diagnostik
- Mikrobiologischer Erregernachweis
- Infektionen anderer Genese
- Antibiotikatherapie je nach Erreger (v.a. bakterizid wirkende ß-Lactam-Antibiotika:
Penicillin G hochdosiert,
Piperacillin + Tazobactam,
Cephalosporine,
Carbapeneme)
- Schocktherapie
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