Beseitigung der Krankheitsursachen
– Ozäna, Tabak- oder Alkoholabusus, Sinusitiden, Mundatmung (Polypen, Septumdeviation, Muschelhyperplasie), verunreinigte oder trockene Luft
Symptomatische Behandlung
– Patienten mit chronischer Pharyngitis sind wegen der häufig gleichzeitig vorliegenden psychischen Alterationen sehr schwierig zu behandeln
Katarrhalische Pharyngitis
– Pinselung mit Mandlscher oder Czechscher Lösung 2–3 x wöchentl.
– Ätzung der einzelnen lymph. Granulationen mit 5%iger AgNO3-Lsg.
– Antitussiva
– Rhinologika s. a. Rhinitis, Rhinopharyngitis acuta
– Inhalationen mit Kamille bzw. Anwendung von desinfizierenden Lösungen bzw. Lutschtabletten
– Sanierung der Nase und der Nasennebenhöhlen
– Nasentropfen
– Bei Bedarf Antibiotika nach Antibiogramm! oder Antimykotika
– Klimakuren (Nordsee), evtl. Abwehrstimulation
Hypertrophische Pharyngitis chronica
– Beseitigung exo- und endogener Ursachen
– Inhalationen mit salinischen Lösungen;
cave: Kamille
– Kuraufenthalte an der See
– Ausschaltung von Reizen (Nahrung, Tabak, Alkohol u. a.)
Atrophische Pharyngitis chronica
– Behandlung der meist zugrunde liegenden Rhinitis sicca
– Pinselung mit Lugolscher Lösung
– Inhalationen mit salinischen Lösungen;
cave: Kamille
– Hormonkuren im Alter
– Kuraufenthalte an der See
Globusgefühl
– Beseitigung der Krebsfurcht durch genauere Diagnostik
– Bei gleichzeitiger Stimmstörung Stimmübungsbehandlung, Atemgymnastik
– Vorsichtige Anwendung von Psychopharmaka
Cave: In höherer Dosierung und/oder bei längerer Anwendung können Psychopharmaka ihrerseits Trockenheits- und Globusgefühl induzieren!
Xerostomie
– Sorgfältige Medikamentenanamnese
– Ggf. Absetzen von Medikamenten, welche die Mundtrockenheit begünstigen. Oft dadurch rasche Besserung
– Symptomatisch: häufiges Mundbefeuchten, zuckerfreie Kaugummis, zuckerfreie saure Drops und Vit. C-Tabletten
– bei Candida-Befall Antimykotika
– Künstlicher Speichel
Medikamentöse Therapie
Streptokokken-Pharyngitis:
Hauptziel ist die Keimeradikation und die Prävention des akuten rheumatischen Fiebers.
Penicillin V (2 – 3 x 1,5 Mio. IE über 10 Tage,
Kinder: 50.000–100.000 IE/kg/d in 2 – 3 Tagesdosen über 10 Tage), bei Penicillinallergie:
Makrolide oder orale
Cephalosporine oder
Telithromycin für 5 Tage.
Corynebakterien-Pharyngitis:
Gabe von Antitoxin und
Erythromycin (40 mg/
kg/d i.v. in 4 Dosen oder 500 mg p.o in 3 Dosen über 7 bis 14 Tage), Alternative:
Penicillin V.
Plaut-Vincent-Angina:
Penicillin G (4 Mio. IE i.v. alle 4 h),
Penicillin V,
Clindamycin
Gonokokken-Pharyngitis:
Ceftriaxon (1 x 2 g i.v. als Einmalgabe)
Virale Pharyngitis:
Virustatika sind nur bei HSV 1 oder 2 (
Azyclovir 5 x 200 mg oder
Valazyclovir 2 x 500 mg über 10 Tage) oder HIV-Infektion indiziert.