Darminfektion durch Shigella, charakterisiert durch Durchfälle, Fieber, Übelkeit,Krämpfe und Tenesmen.
Ätiologie
Die ca. 40 Seroytpen der
Shigellen (gramnegative Stäbchen) werden in Gruppe A (S. dysenteriae), B (S. flexneri), C (S. boydii) und D (S. sonnei) eingeteilt. S. boydii, S. dysenteriae and S. flexneri sind am häufigsten in Entwicklungsländern, S.sonnei in den Industrieländern. S. dysenteriae produziert das Shigatoxin, das für die Epithelschäden im Colon verantwortlich ist. Die Infektionsdosis liegt bei 10 bis 100 Keimen.
Inzidenz:
weltweit verbreitet, in einigen Gegenden für 5 bis 10 % aller Durchfallserkrankungen verantwortlich, 650.000 Todesfälle jährlich, 2 Drittel der Fälle sind Kinder unter 10 Jahren.
Risikofaktoren:
Überpopulation, schlechte sanitäre Verhältnisse, Ausbrüche in Militärcamps, Gefängnissen und Kinderheimen.
Übertragung erfolgt durch den Stuhl von Erkrankten (Infektiösität bis zu 6 Wochen), asymptomatische Bazillenträger und Dauerausscheider. Kontamination von Nahrungsmitteln und Verschleppung von Stuhlpartikeln durch Fliegen. Reinfektion durch den gleichen Stamm möglich (keine Immunität).
Symptome sind Durchfall (wässrige, schleimig-blutige Stühle), Fieber, Übelkeit/Erbrechen und krampfartige Bauchschmerzen. In schweren Fällen kann es, besonders bei Kindern, zur Dehydratation oder zu ZNS-Symptomatik (Kopfschmerzen, Meningismus, Konvulsionen) kommen. Das akute Stadium hält unbehandelt ca. 1 Woche an. Rückfälle während der Konvaleszenz können zu langwieriger Erkrankung führen.
Flüchtige Leukopenie/Leukozytose.
Erregernachweis im körperwarmen Stuhl.
- Amöbenruhr
- Typhus/Paratyphus
- Cholera
- Nahrungsmittelvergiftungen
- Malaria tropica
- Colitiden anderer Genese.
Priorität hat Ausgleich der Exsikkose mit Elektrolytinfusionen. Antibiotikatherapie nicht unbedingt erforderlich, kann aber die Dauer der Erkrankung und der Infektiösität verkürzen: Chinolone 2 und 3 für 3–5 Tage;
Azithromycin (500 mg an Tag 1, gefolgt von 250 mg täglich über 4 Tage).
- Massive Darmblutungen
- perforierende Dickdarmgeschwüre
- rektaler Prolaps und Stuhlinkontinenz als Folge starker Tenesmen.
Viele Shigellen-Stämme aus Süd- und Ostasien sind resistent gegenüber Ampicillin und Trimethoprim/Sulfametoxazol. Komplikation der S. dysenterise Typ I-Infektion beim Kind: Hämolytisch-Urämisches Syndrom (HUS).
Nahrungsmittelhygiene in warmen Ländern, Desinfektion der Stühle erkrankter Patienten.
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