Synonyme
Trichinose , Trichinellose
Trichinenbefall, Wurmerkrankung des Menschen
–
Trichinella spiralis
– Weiters T. nativa, T. britovi, T. nelsoni und T. pseudospiralis
– In vielen Ländern existiert die Trichinose als "Naturherdinfektion" in einem silvatischen Zyklus unter wildlebenden Tieren, v. a. Wildkarnivoren.
Inzidenz:
seit Einführung der Fleischbeschau selten
Risikofaktoren:
Verzehr von rohem bzw. ungenügend gekochtem Fleisch
– Ungenügend gekochtes Fleisch (Schwein, Wildschwein, Bär): Eingekapselte Muskeltrichinen gelangen in menschlichen Magen, dort Ausschlüpfen der Larven, Heranwachsen zu geschlechtsreifen Formen, Begattung, Einbohren der weiblichen Würmer in Dünndarmschleimhaut, Auswandern der lebenden Jungen in Blutbahn und Einwanderung in viele Körperteile, u. a. quergestreifte Muskulatur, dort Einkapselung (über mehrere Jahre lebensfähig)
– Gastrointestinale Symptome innerhalb von 5 - 10 Tagen nach der Infektion
– Systemische Symptome 5 bis 45 Tage nach der Infektion
– Infektionen variabler Schwere, abhängig von Zahl der aufgenommenen Larven und der Empfindlichkeit des Wirtes
– Häufig asymptomatisch
– eventuell zu Beginn (2 – 3 Tage nach Genuss von infiziertem Schweinefleisch) gastrointestinale Erscheinungen
– anschließend Fieber, Muskelschmerzen und Druckempfindlichkeit, Schluckbeschwerden, Blutungsneigung
Symptome
– Ödeme, Urtikaria, Lichtscheu; später u. U. Meningitis, Enzephalitis, Myokarditis, Pneumonie, periphere und Gehirnnervenstörungen
– Fieberabfall nach ca. 2 Wochen
– Nach 2 Wochen Eosinophilie
– intradermale Injektion von Trichinella-Antigen, ab 10. Tag Reaktion positiv
– Präzipitations- und Komplementbindungsreaktion frühestens ab 2. – 3. Woche positiv
– Muskelbiopsie: ab 3. – 4. Woche Muskeltrichinen nachweisbar
Bei akuten Fällen unbedingt Krankenhausaufnahme und Verabreichung von Glukokortikoiden
–
Albendazol 400 mg 2 x 1 über 14 Tage
–
Mebendazol 200 – 400 mg oral alle 8 h über 2 Wochen
Prävention: Ausreichendes Kochen von frischem Schweine- und Wildtierfleisch
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