TRYPANOSOMOSE
 
Definition Erreger Epidemiologie
Übertragung Inkubationszeit Klinik
Diagnostik Differentialdiagnose Therapie
Komplikationen Handelspräparate aus dem Pharmaangebot Achtung !
Prävention / Follow-up    
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Romaña-Zeichen (Lidschwellung)
(Mit freundlicher Genehmigung Roche AG)
Triatoma infectans (Weibchen und Larve V)
(Mit freundlicher Genehmigung Roche AG)
Tse-tse-Fliege (Glossina morsitans)
(Mit freundlicher Genehmigung Roche AG)
Trypanosoma gambiense (Giemsa-Färbung)
(Mit freundlicher Genehmigung Roche AG)
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Synonyme
Chagas-Krankheit, Schlafkrankheit
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Definition
Durch Trypanosomen verursachte Infektionskrankheit, die über Insekten auf den Menschen übertragen wird. Unterschiedliche akute und chronische Verlaufsformen.
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Erreger
Ätiologie
Trypanosoma cruzi: Erreger der Chagas-Krankheit bei 10 bis 30 % der Infizierten. Die infektiösen Trypomastigoten gelangen über Hautdefekte in den Körper und werden zu Amastigoten. Die Übertragung kann auch über Blutkonserven oder in utero erfolgen.
Trypanosoma brucei gambiense (westafrikanische Trypanosomose) und Trypanosoma brucei rhodesiense (ostafrikanische Trypanosomose) werden durch die Tse-Tse-Fliege übertragen. Der Organismus vermehrt sich in der Blutbahn unter Umgehung der Immunabwehr durch Antigenvariation.
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Epidemiologie
Inzidenz:
T. cruzi verbreitet in Süd- und Zentralamerika. Hohe Durchseuchungsrate bei Wild- und Nutztieren. 16 bis 18 Mio. Menschen sind mit T. cruzi in Lateinamerika infiziert. T. brucei-Verbreitung in Afrika, Krankeitsreservoir sind hier oft
Wildtiere wie Antilopen.

Risikofaktoren:
Häufig während der Kindheit, in ländlichen Gegenden.
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Übertragung
Übertragung durch stechende und blutsaugende Insekten.
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Inkubationszeit
Akute Symptome der Chagas-Krankheit beginnen 1 Woche nach Kontakt, die chronische Chagas-Krankheit hat eine Latenzzeit von mehreren Jahren.
IKZ der westafrikanischen Trypanosomose: 1 bis 2 Wochen nach Insektenstich, bei ostafrikanischer Trypanosomose: einige Tage.
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Klinik
Akute Chagas-Krankheit:
Indurierte Papeln mit Erythem und lokaler Lymphknotenschwellung
(Chagom) an der Eintrittsstelle, oft Lidödem mit Konjunktivitis
(Romana-Zeichen). In weiterer Folge Auftreten von Fieber, Erbrechen, Durchfällen, Lymphadenopathie und Splenomegalie. In schweren Fällen ist ein letaler Ausgang durch Myokarditis oder Enzephalomyelitis möglich.

Chronische Chagas-Krankheit:
Entwickelt sich Jahre nach der eigentlichen Infektion mit Megaösophagus und Dysphagie (Aspirationsgefahr), oft Auftreten eines Megacolons. Herzinsuffizienz durch Kardiomyoopathie.

Westafrikanische Trypanosomose:
Entwicklung der Primärlasion 1 bis 2 Wochen nach Insektenstich. Wochen bis Monate später kommt es zu Fieberschüben, gereralisierter Lymphadenopathie, Splenomegalie, umschriebenen
Ödemen, Arthralgien und erythematösen Ausschlägen. Im nächsten Stadium (nach einigen Monaten) folgen neurologische Symptome der beginnenden Meningoenzephalitis wie Lethargie, Somnolenz und Ataxie.

Ostafrikanische Trypanosomose:
Verlauf ähnlich der westafrikanischen Trypanosomose, jedoch akut bis foudroyant. Fieber und Auschlag bereits nach Wochen,
Lymphadenopathie zumeist geringer ausgeprägt. Ebenfalls rascher Hirnbefall, Tod häufig durch Herzversagen bei Pancarditis.
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Diagnostik
Akute Chagas-Krankheit:
Parasitennachweis im Blut (motiler Erreger, Nachweis in 50 % der Fälle)

Chronische Chagas-Krankheit:
Serologischer Antikörper-Nachweis, häufig falsch-positive Ergebnisse

Afrikanische Trypanosomose:
Erregernachweis aus Blut, Liquor oder Lymphknotenpunktat
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Differentialdiagnose
- Rückfallfieber
- Leishmaniose
- Brucellose
- Syphilis
- Malaria tropica
- Meningoenzephalitiden anderer Genese
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Therapie
Akute und chronische Chagas-Krankheit:
Nifurtimox (8 bis 10 mg/kg/d p.o. auf 4 Dosen aufgeteilt über 3 bis 4 Monate, Kinder 15 bis 20 mg/kg/d), Benznidazol (5 mg/kg/d p.o. über 2 Monate).

Afrikanische Trypanosomose ohne ZNS-Befall:
Suramin (100 mg Testdosis, gefolgt von 1 g i.v. an den Tagen 2, 3, 7, 14 und 21) oder Pentamidin (4 mg/kg/d i.m. über 10 Tage) oder Eflornithin (400 mg/kg/d i.v. in 4 Dosen aufgeteilt über 14
Tage, gefolgt von 300 mg/kg/d in 4 Dosen aufgeteilt über 30 Tage).

Afrikanische Trypanosomose mit ZNS-Befall:
Eflornithin (400 mg/kg/d i.v. in 4 Dosen aufgeteilt über 14 Tage, gefolgt von 300 mg/kg/d in 4 Dosen aufgeteilt über 30 Tage).
Alternative für T. brucei gambiense: Tryparsamid (30 mg/kg i.m.
alle 5 Tage über 60 Tage) in Kombination mit Suramin (10 mg/kg i.v. alle 5 Tage über 60 Tage).
Alternative für T. brucei rhodesiense: Melarsoprol (2 bis 3,6
mg/kg/d i.v. in 3 Dosen über 3 Tage, nach 1 Woche 3,6 mg/kg/d i.v. in 3 Dosen für 3 Tage, falls nötig Wiederholung in 10 bis 21 Tagen).
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Komplikationen
Kardiomyopathie, Megaösophagus und Megacolon bei chronischer Chagas-Krankheit. Oft letale Pancarditis und Meningoenzephalitis bei afrikanischer Trypanosomose.
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Achtung !
Bei Patienten mit Arrhythmien an Herzschrittmacher denken, frühzeitiges Management der Herzinsuffizienz.
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Prävention / Follow-up
Vektorkontrolle (geeignete Kleidung, Antiinsektenspray), Screening von Blutkonserven auf T. cruzi in Risikogebieten. Insektenbekämpfung!
Enges Monitoring der kardialen Funktion auch bei Verdacht auf Trypanosomose.
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Handelspräparate aus dem Pharmaangebot
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