Antibiotikabehandlung
Chloramphenicol war früher Antibiotikum der Wahl. Es kommt jedoch wegen der gefährlichen NW und der zunehmenden Erregerresistenz in Europa für die Typhusbehandlung praktisch nicht mehr in Betracht; in den Tropen spielt es aber noch eine wichtige Rolle. In unseren Breiten werden vor allem
Fluorchinolone (
Ciprofloxacin,
Levofloxacin: 7 – 10 Tage) verwendet. Vorteil dieser Substanzen ist die intrazelluläre Anreicherung. Mit
Cephalosporinen 3a (7 – 14 Tage Therapiedauer) werden zwar auch gute Resultate in der Literatur berichtet – allerdings wirken sie vor allem extrazellulär. Eine noch relativ neue Alternative, besonders für Kinder ist
Azithromycin (1 g Loading dose gefolgt von 500 mg für 7 – 14 d oder aber 1 g/d für 5 Tage). Bei allen Therapieformen tritt eine Entfieberung erst nach 4 – 5 Tagen ein. Bei Schocksymptomen (meist bei Behandlungsbeginn) oder bei schwerem Krankheitsverlauf evtl. für 2 – 3 Tage Prednisolon 20 (bis 40 – 60) mg/d.
Cave: Prednisolon ab 3. Krankheitswoche wegen Gefahr einer Darmperforation kontraindiziert!
Ampicillin und
Tetracyclin sollten wegen verzögerter bzw. mangelnder Wirksamkeit bei der Therapie des Typhus nicht mehr eingesetzt werden. Ein Rezidiv sollte nach Möglichkeit mit einem zuvor nicht verwendeten Mittel behandelt werden (z. B.
Ceftriaxon, wenn vorher
Ciprofloxacin gegeben wurde).