Synonyme
Fleckfieber, Flecktyphus, Typhus Exanthematicus
Durch Rickettsien ausgelöste Gruppe von Erkrankungen, gekennzeichnet durch Fieber und Ausschlag.
Ätiologie
Rickettsien sind kleine, pleomorphe, obligat-intrazelluläre Bakterien. Epidemisches Fleckfieber (R. prowazekii), endemisches (murines) Fleckfieber (R. typhi), "Scrub typhus" (R. tsutsugamushi).
Inzidenz:
Epidemisches Fleckfieber: Südamerika, Afrika und Asien, aber auch Ost- und Südeuropa.
Endemisches Fleckfieber: weltweit, besonders Tropen/Subtropen.
Risikofaktoren:
schlechte sanitäre Verhältnisse, Epidemien bei Kriegen, Hungerperioden, Flüchtlingslagern.
1 bis 2 Wochen, gelegentlich bis zu 4 Wochen.
Symptome aller 3 Formen: Abrupter Beginn, hohes Fieber mit Schüttelfrost, Übelkeit, Erbrechen, neurologische Auffälligkeiten.
Epidemisches Fleckfieber:
Makularer Ausschlag, der später Petechien bildet und konfluiert und Gesicht, Handflächen und Fußsohlen ausspart.
Endemisches Fleckfieber:
Ausschlag nur bei 50 % der Patienten, Rumpf und Extremitäten betroffen, selten Petechien, Splenomegalie.
Scrub typhus:
oft indurierte Läsion ander Eintrittsstelle mit regionaler Lymphadenopathie, später makulopapulärer Ausschlag mit Spelenomegalie und generalisierter Lymphadenopathie.
In schweren Fällen: kardiale Dekompensation und schwere neurologische Ausfälle.
Laboranomalien:
Normochrome Anämie und milde Thrombocytopenie, Gerinnungsstörungen, bei fulminantem Bild oft Hypoproteinämie, Hyponatriämie und Hypochlorämie.
Aufwändiger Erregernachweis nur im Speziallabor.
Serologie:
positiv erst in 2. Krankheitswoche, IFA und LA-Test. Spezifische PCR in Entwicklung.
- Andere Rickettsiosen (Rocky-Mountains-Fieber)
- Typhus
- Mononucleose
- Syphilis
- Leptospirose
Doxycyclin (200 mg/d, bis 3 bis 7 Tage nach Abfiebern),
Chloramphenicol (50 bis 75 mg/kg/d p.o. oder i.v.).
Einmalige Gabe von Doxycylin bei Scrub typhus.
- Leber- und Nierenversagen
- Endokarditis
- Superinfektionen
- Gastrointestinale Blutungen
Brill-Zinsser-Krankheit: Rezidiv des epidemischen Fleckfiebers, Jahre nach der primären Erkrankung. Erreger persistiert im Knochenmark.
Elimination von Vektoren, Impfung gegen epidemisches Fleckfieber, primäre Chemoprophylaxe. Hohe Mortalität (bis zu 60 %) bei unbehandeltem Fleckfieber, häufig Relaps bei ungenügender Behandlungsdauer.
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