WIRBELSäULENINFEKTIONEN
 
Definition Erreger Epidemiologie
Übertragung Klinik Diagnostik
Differentialdiagnose Therapie Komplikationen
Handelspräparate aus dem Pharmaangebot    
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Synonyme
Spondylitis, Wirbelsäuleninfektionen
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Definition
Unspezifische Spondylitis
Wirbelentzündung; lokale Sonderform der akuten unspezifischen Osteomyelitis mit hämatogener, selten exogener (durch Eingriffe an der Wirbelsäule verursachten) Absiedlung von Eitererregern.

Spezifische Spondylitis
a) Spondylitis tuberculosa
Häufigste Form der Knochentuberkulose; kann in allen Abschnitten der Wirbelsäule auftreten.
b) Spondylitis brucellosa
Wirbelentzündung im Rahmen von Brucellosen.

Spondylitis bei entzündlichen Erkrankungen
Rheumatische Erkrankungen, Psoriasis, Malignome, Leukämie (bei Kindern)
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Erreger
Ätiologie
Staphylokokken, Salmonellen, Brucellen, gramnegative Keime
Mycobacterium tuberculosis
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Epidemiologie
– Spondylitis tuberculosa
ist die häufigste Spondylitis, fast immer BWS, LWS, Gipfel 4. Lebensdekade (Mittel- und Nordeuropa) bis 1. Lebensdekade (sog. Dritte Welt)

– Unspezifische Spondylitis
bei Kindern meist Spondylodiszitis (Staphylokokken), bei Erwachsenen Spondylitis oder Spondylodiszitis, auch nach Nukleotomie. Vorkommen vorwiegend zwischen 20. und 30. Lj. im Bereich der unteren BWS und LWS
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Übertragung
- hämatogen; Streuung aus Primärherd unterschiedlicher Lokalisation
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Klinik
Spezifische Spondylitis
Symptome
– Lokal Druck-, Klopf-, Dauerschmerz, auch ausstrahlend (Bauch, Hüften)
– Langsamer Verlauf, evtl. reduziertes Allgemeinbefinden
– Primärherd
– Paravertebrale Abszesse oft beschwerdearm
– Bei polysegmentaler Destruktion Gibbus und Rückenmarksläsion möglich
Verlauf
Langsamer Verlauf (Monate), oft polysegmental, bis (unbehandelt) zur Wirbelkörperdestruktion, Abszesse, Gibbus, evtl. Rückenmarksläsion (behandelt) zur Blockwirbelbildung der befallenen Segmente

Unspezifische Spondylitis
Symptome
– Starke Rückenschmerzen, evtl. Lendenstrecksteife
– Fieber, evtl. Schüttelfrost
– Beeinträchtigung durch Primärherd
Verlauf
Schneller Verlauf mit Fieber, Entzündungszeichen meist monosegmental, führt unbehandelt zur Wirbelkörperdestruktion, durch Antibiotikatherapie beherrscht zu Defektausheilung, Blockwirbel
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Diagnostik
Spezifische Spondylitis
Labor
Leukozyten und BSG normal oder erhöht, Ausschluss durch negativen Mendel-Mantoux-Test, Punktat mikroskopisch oder Tierversuch
Röntgen
– Erste Zeichen nach ca. 12 Wochen, meist polysegmental, Deckplatten unscharf, Zwischenwirbelraumverschmälerung, Osteolysen, Destruktion mit Sklerosesaum in Spongiosa
– Gibbus
– Paravertebrale Abszesse (thorakal Verschattung, lumbal Aufhebung des Psoasschattens)
– Langsamer Verlauf
– Ausheilung mit Blockwirbelbildung
– Primärherdsuche (Thorax, Urogramm)
– Schichtaufnahmen früh positiv
Szintigramm, Computertomogramm, MR-Tomogramm

Unpezifische Spondylitis
Labor
Entzündungsparameter in Blutbild und Serologie (BSG stark erhöht), Blutkultur, Punktat
Röntgen
– Schnell, meist monosegmental, Deckplatten unscharf, Zwischenwirbelraumverschmälerung, Osteolysen, Destruktion, Gefügelockerung
– Gibbus möglich
– Ausheilung mit Spongiosasklerose, Defektglättung, Abstützungsreaktionen, Blockwirbel
– Seitliche Schichtaufnahmen früh positiv
Szintigramm, Computertomogramm, MR-Tomogramm
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Differentialdiagnose
– Malignome (primär oder [meist] Filiae)
– rheumatische Entzündungen (Chronische Polyarthritis)
– M. Scheuermann

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Therapie
Spezifische Spondylitis-Tbc
Konservativ
– Chemotherapie nach Schema (10 Monate): Initialbehandlung über 2 – 3 Monate, z. B. Rifampicin, Isoniazid, Ethambutol, Pyrazinamid;
dann Erhaltungstherapie über 8 Monate, z. B. Rifampicin, Isoniazid
– Bettruhe, bis klinische Zeichen verschwunden sind (bis 2 Monate)
– Korsettruhigstellung (nach Röntgenverlauf bis 2 Jahre)Operativ
Bei Gibbus (Buckel), neurologischer Alteration, Abszessen: Nekrosenausräumung, Abszessentleerung, Defektfüllung mit autologem Knochen, Fusion, unter Chemotherapie (1 Monat prae, 6 Monate post op.)

Unspezifische Spondylitis
Konservativ
– Antibiotika für Wochen, möglichst nach Antibiogramm (Cephalosporine, Penicillin, Clindamycin, Fosfomycin, Chinolone), Teicoplanin, Fusidinsäure
– Ruhigstellung durch Bettruhe und Korsettversorgung.
Operativ
Nekrosen und Sequester, bei denen keine ausreichenden Antibiotikaspiegel zu erreichen sind.
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Komplikationen
Frakturen
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Handelspräparate aus dem Pharmaangebot
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JAntiinfektiva zur systemischen Anwendung
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 J01FMakrolide und Lincosamide
 J01FFLincosamide
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