WUNDINFEKTIONEN
 
Definition Erreger Epidemiologie
Übertragung Inkubationszeit Klinik
Diagnostik Therapie Komplikationen
Handelspräparate aus dem Pharmaangebot Prävention / Follow-up  
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Diabetischer Fuß
Infektion mit gasbildenden Keimen
(Mit freundlicher Genehmigung Sandoz GmbH)
Ulzerierter Primäraffekt einer Tularämie-Infektion
(Mit freundlicher Genehmigung Roche AG)
   
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Definition
Wundinfektion ist meist eine bakterielle Infektion einer Wunde mit den klassischen Zeichen einer lokalen Entzündung; bei phlegmonöser Ausbreitung evtl. Allgemeininfektion (Sepsis) mit hohem Fieber und Schüttelfrost. Wundinfektionen
kommen häufig vor als Infektionen nach Verletzungen (posttraumatische Wundinfektionen) oder postoperativ im Hospital (postoperative Wundinfektionen).
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Erreger
Ätiologie
– Überwiegend Staphylokokken
– Seltener (aber um so gefährlicher) Streptococcus pyogenes, Clostridien und Vibrio vulnificus
– Zunehmend auch resistente gramnegative Bakterien (Pseudomonas aeruginosa, Proteus vulgaris, Enterobacter cloacae u. a.) sowie Anaerobier der Bacteroides-Gruppe
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Epidemiologie
– Wundversorgung (chir. Wundbehandlung) ist ein wichtiges Kapitel der Prävention, speziell bei außerordentlichen Ereignissen (Unfällen, Katastrophen, Kriegsereignissen etc.).
– Auch bei banalen Verletzungen kann die Antibiotika-Therapie eine korrekte Wundversorgung nicht ersetzen.
– Im Bereich der Wundinfektionen spielen Viren eine eher untergeordnete, weil seltene Rolle. Die bekanntesten Infektionen, die im Wundbereich durch Viren hervorgerufen werden können, sind Tollwut und AIDS. (Es handelt sich dabei
aber nicht um Wundinfektionen, sondern um Infektionen, bei denen Wunden die Eintrittspforte darstellen – ähnlich wie bei Tetanus.)
– Wundinfektionen durch Pilze kommen sehr selten vor. Bei Diabetikern, bei denen die Gefahr eines diabetischen Fußes vorliegt, können Pilzinfektionen allerdings schwerwiegende Folgen haben.
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Übertragung
Meist durch Schmierinfektion; Wunden sind ein idealer Nährboden für Erreger
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Inkubationszeit
Erregerspezifisch (Stunden bis Tage)
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Klinik
– Die infizierte Wunde ist durch nachfolgende Merkmale charakterisiert: Schmerz, Rötung, Überwärmung, Ödembildung, vermehrte Sekretion und Geruchsentwicklung. Das Aussehen der infizierten Wunde spielt eine untergeordnete Rolle, da der
physiologische Wundheilungsprozess massiv gestört ist. Ziel der Behandlung ist deshalb, die Anzahl der Bakterien so stark zu vermindern, dass wieder ein Gleichgewicht zwischen der Immunabwehr und den Keimen zustande kommt.
– Das bloße Vorhandensein von Keimen bedeutet aber nicht automatisch, dass eine Wundinfektion eintritt. Dazu müssen eine Reihe von zusätzlichen Bedingungen beachtet werden, z. B.:
• wie viele Keime vorhanden sind
• welcher Art die Keime sind
• wie virulent die Keime sind
• welcher Art die Wunde ist, z. B. zerklüftet oder glatt, nekrotisch oder frisch
• ob Fremdkörper in der Wunde sind
• wie die Immunabwehr des Verletzten beschaffen ist
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Diagnostik
– Orientierend durch Gramfärbung des Wundausstrichs
– Kultur, Antibiogramm
– Prinzipiell sollte jede eiternde Wunde bakteriologisch untersucht werden.
– Wiederholte bakteriologische Kontrollen unter der Therapie sind wegen der Möglichkeit von Sekundärinfektionen durch resistente Keime für die Fortführung der Behandlung sinnvoll.
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Therapie
– Die wichtigsten Maßnahmen sind die mechanische Wundreinigung zur Entfernung sämtlicher Nekrosen und Beläge (notfalls unter Narkose im Operationssaal) und die lokale antiseptische Behandlung ggf. in Kombination mit einer systemischen Antibiotikagabe.
– Bei der Behandlung ist zu berücksichtigen, dass Wundantiseptika und Lokalantibiotika nur bei oberflächlichen Wunden an den Sitz der Infektion gelangen.
– Lokale antibiotische Therapie ist aber kaum noch zu empfehlen, da einerseits die Allergisierungsgefahr potenter systemischer Antibiotika besteht und anderseits eine Erhöhung der Resistenzrate gerade der gefürchteten nosokomialen Keime riskiert wird.

– Bei postoperativen Wundinfektionen muss bei der ungezielten Therapie in erster Linie an Staphylokokken gedacht werden: oral Cefadroxil oder parenteral Cefazolin, bei Resistenz Vancomycin bzw. nach Antibiogramm.

– Bei leichteren posttraumatischen Wundinfektionen, die außerhalb des Hospitals entstanden sind, ist die Therapie mit einem oralen Cephalosporin (z. B. Cefalexin) meist ausreichend, bei Tierbissen auch Penicillin V.

– Bei schweren posttraumatischen Wundinfektionen (meist Mischinfektionen) kommen zur ungezielten Antibiotikatherapie Kombinationen in Betracht wie Amoxicillin-Clavulansäure, Cefotaxim + Clindamycin, ein Betalactamantibiotikum
+ Aminoglykosid oder ein Carbapenem, evtl. Carbapenem + Fosfomycin.


Indikationen zur Antibiotika-Prophylaxe in der Traumatologie
Indikationen Antibiotika Begründung
Stark verschmutzte Wunden und verspätete Wundversorgung Penicillin G oder Penicillin V Prophylaxe von Tetanus, Gasbrand, Streptokokken-Infektionen
Offene Frakturen, traumatische Eröffnung von Gelenken oder Körperhöhlen

Carbapenem,
evtl. + Aminoglykosid

Häufig Mischinfektionen (auch Anaerobier), Gasbrandgefahr
Schuss- oder Stichverletzungen Penicillin G, bei Brust- oder Bauchverletzungen auch "Omnispektrumkombination" Infektionen unvermeidlich, Gasbrandgefahr, oft auch andere anaerobe Mischinfektion
Tierbisse Penicillin G oder V, Carbapenem, Amoxicillin/Clavulansre., Doxycyclin Pasteurella multocida, Capnocytophaga, Streptokokken, Anaerobier, Staphylokokken
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Komplikationen
Sepsis
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Prävention / Follow-up
– Fachgerechte Wundversorgung
Perioperative Antibiotika-Prophylaxe
– Eine starke Immunabwehr ist der beste Schutz gegen Wundinfektionen.
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Handelspräparate aus dem Pharmaangebot
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Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sowie Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen.

DDermatika
D06Antibiotika und Chemotherapeutika zur dermatologischen Anwendung
 D06AAntibiotika zur topischen Anwendung
 D06AXAndere Antibiotika zur topischen Anwendung
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D08Antiseptika und Desinfektionsmittel
 
 D08ACBiguanide und Amidine
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 D08AEPhenol und Derivate
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 D08AGJod-haltige Mittel
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 D08AHChinolin-Derivate
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 D08AXAndere Antiseptika und Desinfektionsmittel
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 D08AJQuartäre Ammonium-Verbindungen
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JAntiinfektiva zur systemischen Anwendung
J01Antibiotika zur systemischen Anwendung
 J01CBetalactam-Antibiotika, Penicilline
 J01CRKombinationen von Penicillinen, inkl. Beta-Lactamase-Inhibitoren
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 J01DAndere Betalactam-Antibiotika
 J01DACefalosporine und verwandte Substanzen
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 J01DHCarbapeneme
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 J01FMakrolide und Lincosamide
 J01FFLincosamide
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 J01GAminoglykosid-Antibiotika
 J01GBAndere Aminoglykoside
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 J01MChinolone
 J01MAFluorchinolone
    Avelox Filmtabletten 400mg
(Bayer), Moxifloxacin, Dos.: siehe Fachinformation
    Avelox Infusionslösung 400mg
(Bayer), Moxifloxacin, Dos.: siehe Fachinformation
 J01XAndere Antibiotika
 J01XAGlycopeptid-Antibiotika
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 J01XCSteroid-Antibiotika
    Fucidin Filmtabletten, Salbe, Infusion
(Leo Pharma), Fusidinsäure, Dos.: siehe Fachinformation
 J01XXAndere Antibiotika
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