ZECKENBEFALL
 
Definition Erreger Epidemiologie
Übertragung Klinik Prophylaxe
Diagnostik Therapie Komplikationen
Links Handelspräparate aus dem Pharmaangebot  
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Weibliche und männliche Ixodes ricinus-Zecke
   
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Definition
Zecken sind Spinnentiere mit ledriger Chitinmembran, Beißwerkzeugen und Saugrüssel; blutsaugende Parasiten und wichtige Krankheitsüberträger (Vektoren) bei Warmblütern und Mensch.
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Erreger
Ixodes ricinus
– weitere wichtige Zeckenarten siehe unten
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Epidemiologie
– In Österreich und Deutschland kommt am häufigsten der Holzbock (Ixodes ricinus) vor
– lebt auf Wiesen und Sträuchern, an Waldrändern und im Unterholz
– Zecken können Überträger von neurotropen Viruskrankheiten sein (z.B. FSME), einer Spirochätose (Lyme-Borreliose) sowie in warmen Ländern auch von Rickettsiosen.
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Übertragung
Von Zecken des Ixodes-Komplexes übertragene Krankheitserreger
(mod. nach G. Gray, 2002)

Zeckenart
Geographische Verbreitung
Krankheitserreger
Ixodes ricinus EuropaBorrelia burgdorferi sensu lato
– (Coxiella burnetii)
FSME-Virus
Anaplasma (Ehrlichia) phagocytophila
Francisella tularensis
Rhipicephalussanguineus Europa– Rickettsia conorii
Dermacentor marginatus Europa– Rickettsia slovaca
Ixodes persulcatus Russland, gemäßigte Klimazonen in Asien– Borrelia burgdorferi sensu lato
– FSME-Virus
Ixodes pacificus Westliches Nordamerika – Borrelia burgdorferi sensu lato
– Anaplasma (Ehrlichia) ?
Ixodes scapularis Östliches Nordamerika – Borrelia burgdorferi sensu lato
– Anaplasma (Ehrlichia) phagocytophila
– Babesia microti
– Powassan-Virus
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Klinik
Krankheitsbilder
– Stich: lokale Entzündung, Vereiterung oder – falls bei unsachgemäßer Entfernung Parasitenteile in der Haut verbleiben – Fremdkörpergranulom möglich.
– Folgenschwerer: durch Zecken übertragene Allgemeininfektionen

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME)
– Virusinfektion
– Führt bei ca. 10 % der Patienten zu schwerem Krankheitsverlauf mit z. T. bleibenden Lähmungen, in etwa 1–2 % zum Tode
– Auftreten: nur in bekannten, geographisch stabilen Endemiegebieten, besonders in Süddeutschland, Österreich und den osteuropäischen Ländern
– Immunisierung: Personen, die in diesen Regionen leben oder ihren Urlaub verbringen, können präexpositionell durch aktive Immunisierung, postexpositionell bis zu 4 Tage nach erfolgtem Stich durch passive Immunisierung geschützt werden.

Lyme-Borreliose
– durch Spirochäten (Borrelien) hervorgerufene Infektionskrankheit
– Ungleich häufiger als die FSME
– Auftreten: in Deutschland ubiquitär (keine abgrenzbaren Endemiegebiete!)
– Übertragung auch durch Stich fliegender Insekten möglich.

Zeckenbissfieber Rickettsiose
– durch Rickettsien verursachte Infektion: verschiedene Formen
– Auftreten in Mittelmeerländern und im außereuropäischen Ausland, nicht jedoch in Mitteleuropa
Symptome:
– typhös, z. T. lebensbedrohlich: hohes Fieber, quälende Kopfschmerzen, meist ulzerierende Primärläsion (tâche noire) an der Stelle des Zeckenstichs mit regionärer Lymphadenitis sowie makulopapulöses, petechiales Exanthem.
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Prophylaxe
– Meiden von zeckenverseuchten Gebieten (oft nicht möglich)
– Immunisierung
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Diagnostik
– Inspektion der Hautregionen (v.a. untere Extemitäten, Kopf, Hals) nach Waldausflügen bzw. Gartenarbeiten etc.
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Therapie
– Parasiten sofort mit Pinzette oder Fingernägeln entfernen.
– Kein vorheriges Abtöten mit Äther, Nagellack, Schnellkleber o. ä.!
– Stichstelle anschließend desinfizieren.
– Evtl. in der Haut zurückgebliebene Parasitenteile chirurgisch entfernen.
– Wurde die Zecke in einem FSME-Endemiegebiet erworben, innerhalb von 4 Tagen FSME-Immunglobulin verabreichen!
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Komplikationen
– Übertragene Infektionen
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Links
Antibiotika Monitor 3/1999
F. Daxböck*, G. Stanek**, W. Graninger*
*Universitätsklinik für Innere Medizin I, Abteilung für Infektionen und Chemotherapie, AKH Wien (Vorstand: Univ.-Prof. DDr. W. Graninger)
* * Klinisches Institut für Hygiene der Universität Wien (Vorstand: Univ.-Prof. Dr. M. Rotter)
Zecken-assoziierte Erkrankungen weltweit: Ein Überblick
Antibiotika Monitor 4/1999
G. Stanek
Klinisches Institut für Hygiene der Universität Wien
(Vorstand: Univ.-Prof. Dr. M. Rotter)
Lyme -Borreliose Empfehlungen für Diagnose, Behandlung und Entfernung von Zecken
H. Hofmann
Klinisches Institut fiir Virologie der Universität Wien
(Vorstand: Univ.-Prof. Dr. H. Hofmann)
Die Frühsommer-Meningoenzephalitis
Antibiotika Monitor 5/2002
G. Stanek
Klinisches Institut für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie der Universität Wien
(Vorstand: Univ.-Prof. Dr. M. Rotter)
Durch Zecken übertragene Krankheitserreger (Tick-Transmitted Diseases)
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Handelspräparate aus dem Pharmaangebot
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