ZECKENBORRELIOSE
 
Definition Erreger Epidemiologie
Übertragung Inkubationszeit Klinik
Diagnostik Differentialdiagnose Therapie
Komplikationen Links Handelspräparate aus dem Pharmaangebot
Achtung ! Prävention / Follow-up  
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Borrelia burgdorferi, Silberfärbung
eines Kulturpräparates
Ixodes ricinus, weibliche Zecke
   
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Synonyme
Lyme-Borreliose, Borreliose , Erythema-migrans-Krankheit, Lyme disease , Zeckenborreliose
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Definition
Durch Zecken übertragene Multisystemerkrankung, die als lokale Infektion beginnt und danach disseminiert. Stadien werden als akut-lokalisiert, subakut-disseminiert und chronisch bezeichnet.
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Erreger
Ätiologie
Erreger Borrelia burgdorferi stammt aus der Familie der Spirochäten, beschränkt auf Zecken der Gattung Ixodes.
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Epidemiologie
Inzidenz:
Endemiegebiete ist die nördliche Hemisphäre (Nord-, Zentral- und Osteuropa, Russland, China, Japan, Nordamerika).

Risikofaktoren:
Ländliche Gegenden in Endemiegebieten (2 bis 50 % der Zecken sind infiziert).
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Übertragung
Zecke wird über Stich an Vögel oder Nager infiziert und überträgt die Nymphen- und Erwachsenen-Formen durch Stich weiter auf den Menschen.
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Inkubationszeit
3 bis 40 Tage für die lokale Infektion und 4 bis 16 Wochen für die disseminierte Infektion.
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Klinik
Akute, lokalisierte Infektion:
Erythema migrans an der Stichstelle, gelegentlich Ausschlag (Hüfte, Axilla) und unspezifische Allgemeinsymptome (Fieber, Kopfschmerzen, Krankheitsgefühl, Lymphknotenschwellungen).

Subakute, disseminierte Infektion:
Neuroborreliose (Radikuloneuritis, Hirnnervenparesen, Meningitis, Enzephalitis) – Bannwarth-Syndrom (Radikulitis, cerebrale Neuritis und Lymphozytose im Liquor), intermittierende Arthritis und seltener auch Myositis, Karditis, Ophthalmitis und Hepatitis.

Chronische Infektion:
Die häufigsten Erscheinungen sind Arthritis, neurologische Störungen (subakute Enzephalopathie, Enzephalomyelitis und chronische Neuropathie), Acrodermatitis chronica atrophicans (indurierte, verdickte und hyperpigmentierte Haut) und das Borrelien-Lymphozytom (blau-rote, tumorartige Infiltration der Haut).

Die drei Stadien können auch überlappend auftreten.
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Diagnostik
Empfohlen wird zuerst die Durchführung eines EIA oder IFA. Nur bei positivem oder nicht eindeutigem Ergebnis zusätzlich Western Blot. Serologische Tests können im Frühstadium der Erkrankung (4 Wochen) oft negativ sein. Direkter Nachweis von Borrelien aus dem Liquor oder Synovialpunktat kaum möglich, ein positives PCR-Ergebnis ist jedoch beweisend für die Infektion.
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Differentialdiagnose
Erythema migrans:
- Erysipel und Erytheme anderer Genese
- Pilzinfektion

Neuroborreliose:
- Meningitiden
- Enzephalitiden anderer Genese
- Guillain-Barre-Syndrom
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Therapie
Erythema migrans:
Penicillin V (2–3 x 1 bis 1,5 Mio. IE/d p.o. über 10 bis 21 Tage), Amoxicillin (3 x 500 bis 1.000 mg/d p.o. über 14 bis 21 Tage), Doxycyclin (2 x 100mg/d p.o. über 14 bis 21 Tage).

Neuroborreliose: Ceftriaxon (2 g/d i.v. über 21 bis 30 Tage), Cefotaxim (3x 2–4 g i.v. über 21–30 Tage), Penicillin G (0,25 bis 0,5 Mio. IE/kg/d i.v. über 21 bis 30 Tage), Amoxicillin (3 x 500 bis 1.000 mg/d p.o. über 21 bis 30 Tage).

Arthritis/Karditis:
Doxycyclin (2 x 100 mg/d p.o. über 21 bis 30 Tage), Amoxicillin (3 x 500 bis 1.000 mg/d p.o. über 21 bis 30 Tage).

Acrodermatitis chronica atrophica:
Amoxicillin (3 x 500 bis 1.000 mg/d p.o. über 21 bis 30 Tage), Doxycyclin (2 x 100 mg/d p.o. über 21 bis 30 Tage), Ceftriaxon (2 g/d i.v. über 21 bis 30 Tage).
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Komplikationen
Versagen der Antibiotikatherapie bei Arthritis-Patienten, die HLA-DR4-positiv sind, selten transplacentare Übertragung der Erkrankung
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Achtung !
Falsch-positive Testergebnisse bei Patienten mit Syphilis oder oralen Infekten durch andere Spirochäten.
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Prävention / Follow-up
Entsprechende Kleidung in Endemiegebieten, Gebrauch von Insektenschutzmitteln. Keine Chemoprophylaxe nach Zeckenstich!
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Links
Antibiotika Monitor 3/1999
F. Daxböck*, G. Stanek**, W. Graninger*
*Universitätsklinik für Innere Medizin I, Abteilung für Infektionen und Chemotherapie, AKH Wien (Vorstand: Univ.-Prof. DDr. W. Graninger)
**Klinisches Institut für Hygiene der Universität Wien (Vorstand: Univ.-Prof. Dr. M. Rotter)

Zecken-assoziierte Erkrankungen weltweit:
Antibiotika Monitor 4/1999
G. Stanek
Klinisches Institut für Hygiene der Universität Wien
(Vorstand: Univ.-Prof. Dr. M. Rotter)

Lyme-Borreliose
Antibiotika Monitor 5/2002
G. Stanek
Klin. Institut für Hygiene und Medizinische Mikrobiologie der Universität Wien
(Vorstand: Univ.-Prof. Dr. M. Rotter)

Durch Zecken übertragene Krankheitserreger
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Handelspräparate aus dem Pharmaangebot
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JAntiinfektiva zur systemischen Anwendung
J01Antibiotika zur systemischen Anwendung
 J01ATetracycline
 J01AA
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 J01CBetalactam-Antibiotika, Penicilline
 J01CAPenicilline mit erweitertem Wirkungsspektrum
    Keine aktuellen Präparate-Nennungen !
 J01CEBeta-Lactamase-sensitive Penicilline
    Ospen 1000 Filmtabletten 12 Stk
(Sandoz), Penicillin V, Dos.: siehe Fachinformation
 J01DAndere Betalactam-Antibiotika
 J01DACefalosporine und verwandte Substanzen
    Keine aktuellen Präparate-Nennungen !
 J01FMakrolide und Lincosamide
 J01FAMakrolide
    Klacid uno Filmtabletten 7 Stk
(Abbott), Clarithromycin, Dos.: siehe Fachinformation
    Klacid 125 mg oder 250 mg/5 ml Granulat für orale Suspension
(Abbott), Clarithromycin, Dos.: siehe Fachinformation
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