LEISHMANIA SPP.
Leishmania (mit Untergattungen Leishmania (L.) und Viannia (V.)
– L. (L.) donovani
– L. (L.) infantum
– L. (L) chagasi
– L. (L.) major
– L. (L.) tropica
– L. (L.) mexicana-Komplex
– L. (V.) braziliensis-Komplex
– L. (V.) peruviana
– Protozoen
– Runde oder eiförmige, 2 - 6 µm große Flagellaten der Familie Trypanosomatidae
– Amastigote (geißellose) Form wandelt sich im Darm der Überträger-Mücken in 10 - 15 µm lange, schlanke, promastigote (begeißelte) Form um, die via Stechrüssel in den Menschen übertragen wird
– Im Blut werden die Leishmanien von Makrophagen phagozytiert und in ein Phagolysosom eingeschlossen, wo sie überleben, sich in 12 bis 14 Stunden wieder in eine amastigote Form verwandeln, sich durch Zweiteilung vermehren, freigesetzt werden und neue Zellen infizieren
– Die Entwicklung der promastigoten Formen in den Überträger-Mücken dauert bei tropischen Temperaturen 5 - 8 Tage
– erste klinische Erscheinungen (Bildung einer Papel an der Einstichstelle) frühestens 2 - 3 Wochen nach dem Insektenstich
– Übertragung durch weibliche Sandmücken der Gattungen Phlebotomus (Alte Welt) und Lutzomya (Neue Welt)
– Verschiedene Formen der Leishmaniose kommen in warmen Regionen von 88 Ländern in Asien, Afrika, Europa (Mittelmeerländern) und Lateinamerika vor
– Die Zahl der jährlichen Neuerkrankungen wird auf 1,5 bis 2 Millionen geschätzt (0,5 Mio. VL, 1 - 1,5 Mio. KL und HSL)
– In Mitteleuropa ist Leishmaniose als Reisekrankheit von Bedeutung, v.a. die aus Mittelmeerländern importierte VL
– In letzter Zeit gab es in verschiedenen Regionen große Epidemien (z.B. im südlichen Sudan mit 100.000 Todesfällen in einer Bevölkerung von < 1 Million (WHO 2000)
– Viszerale
Leishmaniose (VL) (Kala-Azar)
– Kutane Leishmaniose (KL) (Orientbeule)
– Haut- und Schleimhautleishmaniose (HSL) (Amerikanische HSL)
– Direkter Erregernachweis aus Punktionsmaterial von Lymphknoten oder Knochenmark
– Kultur
– PCR
– serologischer Nachweis (Antikörper) unsicher
– Antimonpräparate, z.T. in Kombination mit Allopurinol,
Pentamidin oder
Amphotericin B
– Die Rezidivrate ist hoch, v.a. bei HIV-Patienten
– Eine wirksame Chemoprophylaxe gibt es bisher nicht
– Wichtig ist daher der Schutz vor den Stichen der Phlebotomen (Sandmücken) mit kleinmaschigen, insektizidimprägnierten "Moskitonetzen"
– Bekämpfung der Überträger mit Insektiziden durch Beseitigung ihrer Brutstätten
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