Das Immunsystem bildet Antikörper, wenn
– natürliche (z.B. bakterielle, virale usw.)
– künstliche (z.B. Impfstoffe) oder
– körpereigene (z.B. Autoimmunkrankheiten) Makromoleküle als fremd erkannt und im weiteren als Antigen behandelt werden.
Synthese und Sekretion der Antikörper werden durch die Zellen des Immunsystems rguliert (Makrophagen, B-Lymphozyten, T-Lymphozyten).
Über komplizierte feed-back-Mechanismen entstehen Antikörperpopulationen einer bestimmten
– Spezifität (definiert durch die antigenen Epitope der als fremd erkannten Makromoleküle)
– Affinität (Maß für die Intensität der Reaktion des Antikörpers mit dem Antigen)
– Immunglobulinklasse (definiert nach Anzahl und Struktur der Untereinheiten des Ig-Moleküls als IgG, IgM, IgA, IgE, IgD)
Lokalisation (Serumantikörper, Schleimhautantikörper)
Antigen-Antikörper-Reaktion und serologische Testverfahren
Jedes Verfahren der Serodiagnostik beinhaltet die quantitative Erfassung ("Sichtbarmachung") und Quantifizierung einer Antigen-Antikörper-Reaktion.
Dabei reagiert der im Patientenserum gesuchte Antikörper mit dem im Test eingesetzten bekannten diagnostischen Antigen.
Entsprechend den physikochemischen Abläufen jeder Antigen-Antikörper- Reaktion (Ag-Ak-Reaktion) unterscheidet man serodiagnostische Verfahren grundlegend in
– primäre Tests (Prototypen diser Tests sind die sog. "binding-assays" (Radioimmunassay, RAI und Enzymimmunassay, EIA, ELISA)
– sekundäre Tests (Präziptations-Reaktionen, Agglutinierende Antikörper, neutralisierende Antikörper, hämagglutinationshemmende Antikörper, komplementbindende Antikörper)
Die indirekte Immun-Fluoreszenztechnik (IFT) nimmt eine Zwischenstellung ein
Wichtiger Hinweis:
Die Serodiagnostik von Infektionen erfordert häufig die Durchführung mehrerer serologischer Verfahren unterschiedlicher Testprinzipien.
Unterschiedliche Testprinzipien (primär/sekundär) und unterschiedliche Testmethoden können am selben Patientenserum zu abweichenden Resultaten führen.
Überblick über serologische Testverfahren