Wichtige Voraussetzungen für ein zuverlässiges Untersuchungsergebnis ist eine sachgerechte Abnahme und Einsendung des Untersuchungsmaterials. Dazu sind spezielle Anweisungen von offiziell anerkannten (akkreditierten) Untersuchungslabors anzufordern.
Neben den üblichen Patientendaten sind dem Untersuchungslabor Angaben über vorausgegangene Auslandsaufenthalte, insbesondere Aufenthalte in den Tropen, sowie Hinweise auf klinische Symptome und Vorbehandlungen zu dokumentieren.
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Darmprotozoen (Entamoeba, Giardia, Cryptosporidium, Sarcocystis, Cyclospora, Mikrosporidien):
Stuhl konserviert in SAF-Lösung. Etwa 1 g frischen (lebenswarmen!) Stuhl zu 10 ml SAF-Lösung zufügen (SAF = Sodium-acetate-Acetic-acid-Formalin), intensiv schütteln und einsenden. Bei negativem Befund und weiterbestehendem Verdacht Untersuchung 1- bis 2-mal an verschiedenen Tagen wiederholen. Es können auch zur Erstuntersuchung 2 - 3 Proben von verschiedenen Tagen eingesandt werden. Einsenderöhrchen mit Lösung vom Labor anfordern. Für die Einsendung und Verarbeitung von Stuhlproben gibt es Test-Kits im Handel.
– Helminthen-Eier (ohne Enterobius):
1 - 2 Proben von SAF-Stuhl oder besser 10 - 20 g Nativstuhl. Mit größeren
Mengen von Nativstuhl können Anreicherungsverfahren durchgeführt und
dadurch die Nachweismöglichkeiten verbessert werden.
– Enterobius- (Oxyuren-)Eier:
Klebestreifen auf Objektträgern. Durchsichtige Klebestreifen von etwa 4
cm Länge und 1 cm Breite morgens auf Perianalhaut drücken, abziehen,
mit Klebeschicht glatt auf Objektträger pressen und einsenden oder selbst
mikroskopisch untersuchen.
– Larven von Strongyloides oder Hakenwürmern:
Etwa 10 - 20 g Nativstuhl (ungekühlt) zur Durchführung des Auswanderverfahrens
nach Baermann und einer Larvenkultur.
– Koproantigene:
Zum Nachweis von Antigenen, die im Stuhl ausgeschieden werden (Koproantigene),
stehen heute für Giardia und Cryptosporidium kommerziell erhältliche
Kits (ELISA oder Immunfluoreszenz-Tests) zur Verfügung. Die Materialeinsendung
richtet sich nach den Vorschriften der betreffenden Tests und ist von dem Untersuchungslabor
zu erfragen
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Erreger der Malaria:
Wichtig: Blutentnahme vor einer Malaria-Therapie, möglichst zu Beginn eines
Fieberanfalles. Material auf dem schnellsten Weg an das Labor senden!
5 - 10 ml EDTA-Blut (zur Untersuchung auf Plasmodium falciparum-Antigen und
Anfertigung von Blutausstrichen und "Dicken Tropfen").
Wenn möglich, zusätzlich 2 - 4 dünne, lufttrockene Blutausstriche
(zur Färbung nach Giemsa und Nachweis/Identifikation der Plasmodium-Art(en).
– Andere Blutprotozoen (Trypanosomen, Babesien):
5 - 10 ml EDTA-Blut (EDTA = Ethylene Diamine Tetraacetic Acid; Äthylendiamintetraessigsäure)
– Mikrofilarien:
5 - 10 ml EDTA-Blut. Wichtig: Periodizität der Mikrofilarien beachten;
entsprechend Blutentnahme in der Nacht oder während des Tages.
– Antikörper gegen verschiedene Parasiten:
2 - 5 ml Serum oder 5 - 10 ml Vollblut (beides ohne Zusätze)
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Antikörper gegen Taenia solium (Verdacht auf Cysticercose):
1 - 2 ml Liquor ohne Zusätze
– Trypanosomen:
1 - 2 ml Liquor ohne Zusätze
– Microsporidien und Pneumocystis carinii:
Induziertes Sputum oder 20 ml Bronchiallavage
– Schistosoma-Eier und Microsporidien:
Urinsediment (etwa 20 ml) eines 24-Stunde-Absatzes
Gewebeproben und Parasiten
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"Skin snip":
Zum Nachweis von Mikrofilarien in der Haut. Etwa 5 mm² große Hautprobe
mit Nadel und Skalpell oberflächlich und ohne Eröffnung von Blutgefäßen
am Beckenkamm, Oberschenkel oder an anderer geeigneter Stelle entnehmen, sofort
in 0,9 %ige NaCl-Lösung überführen und an Labor per Express einsenden
oder überbringen.
– Operationspräparate und Biopsien:
In üblicher Weise in 4 %igem Formalin fixieren oder fertige Schnittpräparate
einsenden.
– Parasiten:
Bandwurmteile, Trematoden und Nematoden in etwas Flüssigkeit (physiologische
Kochsalzlösung) einlegen, Arthropoden in 70 %igem Äthanol fixieren.
Einsendung anderer Parasiten nach Rücksprache mit dem Labor.