INFUSION
 
Intravenöses, seltener intraarterielles, intraossäres, subkutanes oder rektales Einbringen von Flüssigkeiten (i.d.R. > 20 ml) in den Körper, meist über einen längeren Zeitraum (im Gegensatz zur Injektion); besondere Bedeutung hat die die intravenöse Infusionstherapie in der Intensivmedizin zur Wasser-, Elektrolyt-, Blut- und Substratzufuhr (z.B. künstliche Ernährung), aber auch zur kontinuierlichen intravasalen Verabreichung von Arzneistoffen, Diagnostika (Kontrastmittel, Indikatoren); die Lösungen werden über Verweilkanülen (z.B. Metallkanülen mit Kunststoffflügeln, sog. Butterfly bzw. als Plasikkanüle mit Metallmandrin) oder zentrale Venenkatheter und oft unter Verwendung von Dosiergeräten (z.B. Spritzenpumpe) infundiert.
Erforderliche Hygienemaßnahmen:
1. Sterile Instrumente dürfen erst unmittelbar vor Benützung aus der bis dahin geschlossenen, keimdichten Verpackung entnommen werden.

2. Händehygiene: Vor der Ausführung von Injektionen und Punktionen soll sich die durchführende Person die Hände waschen oder desinfizieren. Bei besonders infektionsgefährdeten Punktionen wie z.B. Liquorpunktion und Gelenkspunktion sind zusätzlich sterile Handschuhe zu tragen. Bei solchen Eingriffen ist auch darauf zu achten, dass von den Ärmeln keine Kontaminationsgefahr ausgehen darf. Gespräche sind auf das Notwendigste zu beschränken. Bei Punktionen mit Spritzenwechsel (Dekonnektion) ist eine Gesichtsmaske zu verwenden.

3. Hautantiseptik: Der Bereich der Einstichstelle ist sorgfältig mit sterilem Alkohol oder sterilem, alkoholhältigem Hautantiseptikum unter Zuhilfenahme eines sterilen Tupfers unter satter Benetzung der Haut abzureiben (Ausnahme: Blutabnahme für die Bestimmung des Alkoholspiegels). Die notwendige Einwirkzeit hängt von der zu erwartenden Infektionsgefährdung ab und reicht von ca. 10 s vor einer normalen Blutabnahme bis zu 5 min vor dem Legen von zentralen Venenkathetern. Vor intraartikulären Injektionen und Punktionen soll die Einwirkzeit mindestens 1 min betragen.

4. Infusionslösungen sind i.d.R. in fertigen Infusionsflaschen abgepackt und mit Infusionsbesteck versehen. Es gelten, wie auch für Injektionen und Kanülen, die üblichen hygienischen Regeln der Abfallentsorgung.
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