VIROLOGISCHE LABORDIAGNOSTIK
 
Eine virologische Labordiagnose kann mit folgenden Verfahren gestellt werden:

    Virusisolierung
    Anzüchten des Virus in einem empfänglichen Wirt, heute meist Zellkultur, selten im Versuchstier oder Hühnerembryo

    Nachweis: Infektiosität, Pathogenität
    Vor-/Nachteil: langsam, empfindliche Methode

    Direkter Virusnachweis
    Serologische, molekularbiologische oder elektronenmikroskopische Methoden werden benutzt, um Viren oder Virusbestandteile direkt, d.h. ohne vorangehende Züchtung, im Untersuchungsmaterial zu identifizieren.
    Biochips - als neueste Werkzeuge der Molekularbiologie - werden vermutlich die Diagnostik in naher Zukunft revolutionieren!

    Nachweis: Virus, Viruspartikel, Antigen, Genom
    Vor-/Nachteil: rasch, aber evtl. weniger empfindlich

    Serologische Diagnose
    Antivirale Antikörper der IgG- oder IgM-Klassen werden im Patientenserum mittels verschiedener Methoden (z.B. ELISA) bestimmt.

    Nachweis: Antikörper
    Vor-/Nachteil: retrospektiv


Allgemeines:
– Die Labordiagnostik von Viruserkrankungen ist aufwendig in zeitlicher, finanzieller und personeller Hinsicht.
– Die Entscheidung darüber, ob eine solche Untersuchung durchgeführt werden soll, muss daher sorgfältig überlegt werden und liegt beim behandelnden Arzt.
Kriterien:
– Die weitere Behandlung des Patienten wird durch eine ätiologische Diagnose beeinflusst
– Epidemiologisches Interesse erfordert eine genaue Abklärung
– Exakte Diagnose wird im Rahmen wissenschaftlicher Untersuchungen und Studien benötigt.

Virusdiagnostik und Virusepidemiologie
(Institut für Virologie der Universität Wien)
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