Bacillus anthracis (+)
Gattung (Genus) Epidemiologie Alternativen
Arten (Spezies) Infektionen Prävention
Mikrobiolog. Charakteristika Diagnose o
Inkubationszeit Therapie der Wahl o


Gram-gefärbte Anthrax-Bazillen in bambusstabartiger Formation
(mit freundlicher Genehmigung Roche AG)

Anthrax-Kultur mit fadenförmig wachsenden, gewundenen Bakterienketten ("Medusenhaupt")

Gattung (Genus):

Bacillus
Arten (Spezies):
B. anthracis
Mikrobiologische Charakteristika:

Obligat aerobes, grampositives, sporenbildendes Stäbchen (Bazillen).
Das 1 µm breite und 2-4 µm lange Stäbchen ist unbegeißelt und besitzt eine aus Glutaminsäure-Polypeptid bestehende Kapsel.
Die Sporen werden mittelständig gebildet.
Der Keim lässt sich ohne Schwierigkeiten in einem aeroben Milieu kultivieren.
Durch Bildung von umweltresistenten Sporen bleibt der Erreger viele Jahrzehnte infektiös
B. anthracis wurde schon 1850 isoliert (Rayer), 1876-82 stellte Robert Koch durch Tierversuche mit Anthrax seine berühmten Postulate zur Infektion auf:
1) optischer Nachweis des Keimes im Mikroskop
2) Nachweis durch Kultur
3) Nachweis der Pathogenität beim Versuchstier

Inkubationszeit
mehrere Stunden bis 3 Tage
Epidemiologie:

Der natürliche Lebensraum ist der Erdboden.
Verbreitung v.a. in Südeuropa und Südamerika, wo Milzbrand bei Nutztieren erheblichen Schaden anrichtet.
Milzbrand ist eine primär bei Tieren (Pflanzenfressern) vorkommende Krankheit. Die Erreger werden mit dem Futter aufgenommen.
Die Infektion des Menschen erfolgt über kranke Tiere oder durch kontaminierte tierische Produkte. Milzbrand beim Menschen ist eine Berufskrankheit.
Die Gefährlichkeit des Milzbrandes wird missbraucht für bakteriologische Kriegsführung, in jüngster Zeit für terroristische Anschläge in USA (2001).
Infektionen:

Milzbrand
Je nach Eintrittspforte des Erregers manifestiert sich dei Erkrankung als Hautmilzbrand, Lungenmilzbrand oder Darmmilzbrand.
Die Pathogenität von B. anthracis beruht einerseits auf der antiphagozytären Kapsel und anderseits auf einem Exotoxin. Dieses ruft ödeme und Gewebsnekrosen hervor. In höheren Konzentrationen wirkt es letal.
Beim Hautmilzbrand (90-95 % der humanen B. anthracis-Infekte) dringen die Erreger durch Hautverletzungen ein. Nach 2-3 Tagen entsteht lokal ein Infektionsherd, der Ähnlichkeit mit einem Karbunkel hat. Von diesem primären Herd aus kann es zu einer foudroyant verlaufenden Septikämie kommen, evtl. mit Absiedlung der Erreger in anderen Organen, wie z.B. den Meningen (Meningitis).
Durch Inhalation von erregerhaltigem Staub entsteht der prognostisch ungünstige Lungenmilzbrand.
Nach Genuss kontaminierter Lebensmittel kann es zum Darmmilzbrand mit Erbrechen und blutigen Diarrhöen kommen.
Milzbrandsepsis kann bei allen drei beschriebenen Formen innerhalb weniger Stunden zum Tode führen
Diagnose:

Mikroskopischer Nachweis, "kastenförmige" Stäbchen, bambusstabartig hintereinander angeordnet
Kultur, wächst in groben Kolonien mit Randausläufern ("Medusenhaupt")

Literatur: Antibiotika Monitor 5/6/2001
Inhaltsverzeichnis
Diagnostik und Typisierung von Bacillus anthracis mittels Rapid-PCR und Ribotyping

Milzbrand-Informationsblatt

Literatur: Antibiotika Monitor 1/2/2002
Inhaltsverzeichnis
Mikrobiologische Diagnostik von Milzbrand

Therapie der Wahl:

Penicillin G. Beim Hautmilzbrand sind chirurgische Eingriffe kontraindiziert.
Alternativen:
Chinolone
Tetracycline
Prävention
Vermeiden des Kontakts mit erkrankten Tieren, Desinfektion kontaminierter Produkte usw.
sicherheitspolitische Maßnahmen,
bei besonders gefährdeten Personen kann eine aus einem Kulturfiltrat gewonnene zellfreie Vakzine eingesetzt werde
n.

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