Divertikulitis

Diagnose

Therapie

Handelspräparate

Literaturauswahl

Definition Allgemeine Maßnahmen Spasmolytika
Dünndarm Akute Divertikulitis Breitbandantibiotika
Dickdarm Chronische Divertikulitis Metronidazol
Akute Divertikulitis Quellstoffe
Chronische Divertikulitis      

Diagnose
Die Angaben zu den einzelnen Indikationen und deren Diagnose stellen nur kurze Hinweise dar. Sie können und sollen keinesfalls das Studium der einschlägigen Lehrbücher bzw. Fachliteratur ersetzen.

Divertikulose

Definition
– Schleimhautausstülpung durch die Darmwand ("falsche" Divertikel)
– Meist Zufallsbefund, keine Symptome
– Klinische Bedeutung erst bei Komplikationen: Entzündung, Perforation, Stenosierung, Blutung, bakterielle Überwucherung.

Dünndarm

Prädilektionsstellen
– Mediale Seite der Pars descendens duodeni
– In Nähe der Papilla Vateri (juxtapapillär), meist singulär
– Meckelsches Divertikel im unteren Ileum


Symptome

Unkomplizierte Dünndarmdivertikel machen keine Beschwerden


Komplikationen

– Abflussbehinderung für Galle und Pankreassaft beim juxtapapillären Sitz vorwiegend bei Entzündungen
– Malabsorption: bei starker Bakterienbesiedlung Verbrauch von Vitamin B!" mit nachfolgender megaloblastärer Anämie; Zersetzung von Gallesalzen (Störung der Fettemulgierung) – "blind-loop-Syndrom"
– Blutung oder Perforation besonders bei Meckelschen Divertikeln mit ektopischer Magenschleimhaut oder Pankreasgewebe (häufigste intestinale Blutungsquelle in der Kindheit!)

Dickdarm

Ätiologie
Auftreten selten vor dem 30. LJ., mit zunehmendem Alter häufiger (rund 50% aller Menschen nach dem 6. Lebensjahrzehnt); Sigmoid bevorzugt befallen, fast immer multipel, keine erhöhte Karzinomhäufigkeit

Symptome

In der Regel symptomlos; Zufallsbefund

Komplikationen

Akute Divertikulitis

Definition
Entzündung der Wand eines Divertikels, meist auch von dessen Umgebung (Peridivertikulitis), v.a. als Komplikation einer Divertikulose des Dickdarms infolge Retention von Kot in den Divertikeln.

Symptome
Sogenannte "linksseitigen Appendizitis":
– Schmerzen (Spontan- und Loslassschmerz) links suprapubisch oder iliakal (häufig einige Tage anhaltend)
– Änderung der Stuhlgewohnheiten (Diarrhoe, Obstipation)
– Völlegefühl, Übelkeit und Erbrechen
– Subileus - Ileus
– Tenesmen
– tastbarer walzenförmiger Tumor
– Blutungen aus dem After
– Leukozytose, Fieber
– Blasenentleerungsstörungen

Diagnostik
Sonographie (Nachweis eines verdickten Darmsegments, eines Abszesses oder Divertikeltumors)
Kontrasteinlauf (Cave: Perforationsgefahr bei Anwendung der Doppelkontrastmethode im akuten Schub!)
Endoskopie

Chronische Divertikulitis

Symptome
Druck, Schmerz, Krampf im linken Unterbauch, dort tastbarer druckempfindlicher Tumor

Mögliche Folgen

– Abszessbildung mit rezidivierenden Fieberschüben, evtl. Leberabszess
– Stenose: Klinisch resultiert das Bild eines Subileus, selten eines kompletten Ileus. Differenzierung gegenüber Sigmakarzinom oft schwierig; endoskopischer Zugang und Biopsie häufig technisch nicht möglich
– Perforation: meist gedeckt, freie Perforation selten
– Blutung: nicht selten massiver Blutverlust. Diagnose und Lokalisation der Blutungsquelle können schwierig sein. Diagnostische Möglichkeiten: Notkoloskopie; Angiographie der Mesenterialarterien 

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Therapie
Die Therapieempfehlungen entsprechen dem aktuellen Stand der Medizin und werden bei Bedarf, mindestens jedoch ein Mal pro Jahr überarbeitet bzw. aktualisiert.
Für die medikamentöse Therapie werden vom Autor in der Regel nur die Substanzgruppen bzw. Substanzen angegeben. Im Falle einer Präparate-Nennung von Seiten der Pharma-Industrie, wird die Substanzgruppe oder Substanz mit dem Präparat im Teil Handelspräparate aus dem Pharmaangebot verlinkt.

Allgemeine Maßnahmen
Divertikulose (in 90% symptomlos) erfordert in der Regel keine spezielle Behandlung. Der schlackenreichen Diät (Zugabe von Weizenkleie) soll eine wesentliche prophylaktische Bedeutung zukommen. Bei stärkeren Beschwerden (< 5%) Spasmolytika , bei hartem Stuhl Ballast- und Quellstoffe

Dünndarm
Bei Divertikulitis und Malabsorption durch bakterielle Überwucherung (chologene Diarrhoe)
Breitbandantibiotika

Dickdarm
Akute Divertikulitis
Konservative Behandlung

– Stuhlregulierung, ballaststoffreiche, nicht blähende Kost
– Bettruhe bei Fieber und Schmerzen
– Flüssige, breiige Nahrung, in schweren Fällen Nahrungskarenz
– Parenterale Ernährung
Breitbandantibiotika, z.B. oder Mezlocillin; Piperacillin 3x 4 g i.v. tgl. oder Cefotiam 2x 2 g i.v. tgl. kombiniert mit Metronidazol 3x 500 mg i.v. (gegen Anaerobier)

Chirurgische Konsultation
Bei akut auftretenden Komplikationen mit Peritonitis oder massiver Blutung Notoperation; bei Perforation, ausgedehnten Abszessen und Fisteln sowie Stenosen mit mechanischem Ileus möglichst einzeitige Darmresektion mit End-zu End-Anastomose, evtl. Inkontinenzresektion oder Schloffer-Operation

Chronische Divertikulitis
Konservative Behandlung

– Stuhlregulierung: ballastreiche Diät, z. B. Weizenkleie (s. a. Obstipation) sowie bei hartem Stuhl Ballast- und Quellstoffe
Breitbandantibiotika, besonders bei Exazerbation und systemischen Entzündungszeichen
Spasmolytika

Chirurgische Behandlung
(Resektion des befallenen Segmentes, meist Sigmaresektion: ein- oder dreizeitige Operation mit und ohne Drainage) bei
– Perforation
– Abszessbildung
– Fistelbildung
– Stenosen, insbesondere, wenn ein Karzinom nicht sicher ausgeschlossen werden kann
– Blutungen von schwerem, bedrohlichem Ausmaß
Divertikulitis-Rezidiv nach Operation in 3–7%. Es besteht heute die Tendenz, bereits bei leichteren chronisch verlaufenden Formen zu operieren, um Ausdehnung und Komplikationen zu vermeiden
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Handelspräparate aus dem Pharmaangebot
Die Präparate-Nennungen erfolgen durch die Sponsoren unserer Webseite. Der Benutzer ist angehalten, sich vor Verschreibung eines Medikaments durch sorgfältige Prüfung der jeweiligen Fachinformation zu vergewissern, ob die dort vorliegenden Informationen zu Indikation, Kontraindikation und Dosierung von den Angaben auf dieser Webseite evtl. abweichen (siehe auch Haftungsausschluss).
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sowie Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen.

Breitbandantibiotika

Gyrasehemmer

Agyr 250 mg/ 500 mg Filmtabletten
[Tyrol Pharma GmbH] Ciprofloxacin filmtabl. 250 mg; 500 mg; Dos.: s. Fachinformation

Urobacid 400 mg-Filmtabletten
[Tyrol Pharma GmbH] Norfloxacin filmtabl. 400 mg Dos.: s. Fachinformation

 Metronidazol

Metronidazol "Biochemie" 500 mg-Infusionsflasche
[Biochemie GmbH] Metronidazol infusionsfl. 500 mg; Dos.: s. Fachinformation


Quellstoffe

Keine aktuellen Präparate-Nennungen


Spasmolytika

Keine aktuellen Präparate-Nennungen


 

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Literaturauswahl
Die ausgewählte Literatur bezieht sich auf die in diesem Kapitel erwähnten Indikationen und deren Therapie. Sie wird vom Autor des Kapitels bzw. von den Herstellern der hier erwähnten Arzneimittel zur Verfügung gestellt.
 

 


 

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