Glossitis

Diagnose

Therapie

Handelspräparate

Literaturauswahl

Oberflächliche Glossitis

Oberflächliche Glossitis Analgetika
Chronische Entzündungen mit Papillenschwund Tiefe Glossitis Antibiotika
Chronische Entzündungen ohne Papillenschwund Makroglossie Antimykotika
Makroglossie Strahlenreaktionen Antiphlogistika
Strahlenreaktionen der Mundschleimhaut Physikalische Therapie Antiseptika
Glukokortikoide
Oberflächenanästhetika
Speichelersatz
Vitamine

Diagnose
Die Angaben zu den einzelnen Indikationen und deren Diagnose stellen nur kurze Hinweise dar. Sie können und sollen keinesfalls das Studium der einschlägigen Lehrbücher bzw. Fachliteratur ersetzen.

Oberflächliche Glossitis

Man unterscheidet oberflächliche und tiefe Zungenentzündungen.

Zur Beurteilung
– Form (Bläschen-, Geschwürbildungen, Flecken, Fissuren)
– Farbe, Ausbreitung und Konsistenz der Läsion
– Allgemeine Begleiterscheinungen
– Funktionelle Zeichen (Schmerzen, Brennen, Fremdkörpergefühl, Bewegungseinschränkung der Zunge, Schluckbeschwerden, Sprachstörungen, Speichelfluss)

Ursachen
– Fieberhafte Infektionskrankheiten
– Soorinfektionen (Strahlenbehandlung, Chemotherapie, AIDS)
– Stomatitis aphthosa
– Allergien
– Syphilis
– Verletzungen

Chronische Entzündungen mit Papillenschwund

Ganze Zunge befallen
– Biermersche Anämie (Huntersche Glossitis, Vitamin-B12-Mangel)
– Polyglobulie
– Vitamin-B- und -C-Mangel
– Diabetes mellitus
– Postgastrektomie-Syndrom

Teilweiser Befall

– Verletzungen, Schädigung durch Fremdkörper, Zähne oder Zahnersatz (mechanisch, elektro-galvanische Ströme)
– Glossitis rhombica: Sitz im mittleren Drittel, manchmal granulierend

Chronische Entzündungen ohne Papillenschwund

Ganze Zunge befallen
– Lichen ruber planus
– Mykosen (Strahlentherapie, Chemotherapie, AIDS)
– Schwarze Haarzunge
– Lingua plicata

Teilweiser Befall

– Leukoplakie (Präkanzerose!)
– Glossitis exfoliativa marginata (genetisch bedingt)

Makroglossie

Ursachen
– Akute Entzündung (bakteriell):
• Abszess,
• Phlegmone
– Allergische Entzündung:
• Nahrungsallergie,
• Insektenstich
– Chronische Entzündung:
• unspezifisch,
• spezifisch bei Tuberkulose und Lues, Pilzerkrankungen, hierzulande gelegentlich Aktinomykose
– Speicherkrankheiten:
• lokale Amyloidose,
• Paramyloidose (bei Morbus Kahler),
• Hyalinosis cutis et mucosae,
• Skleroderma adultorum, usw.
– Blutungen in die Zunge:
• bei hämorrhagischer Diathese,
• hereditär oder
• medikamentös ausgelöst
– Tumoren:
• Karzinome,
• Sarkome,
• Hämangiome,
• Lymphome u.a.
– Dysplasien:
• Mongolismus und ähnliche Syndrome
– Hormonelle Störungen:
• Hypothyreose

Diagnose

ist in den meisten Fällen erst nach histologischer Untersuchung durch den Spezialisten möglich

Strahlenreaktionen der Mundschleimhaut

Bei und nach Bestrahlungen im Kopf-Hals-Bereich kann es rasch zu einer Reihe von unangenehmen Nebenwirkungen im Bereich der Mund- und Rachenschleimhaut kommen.
– Geschmacks- und Geruchsbeeinträchtigung (gustatorisches Riechen): Schädigung der Geschmacksknospen und des peripheren Olfaktoriusapparates
– Veränderungen der Speichelsekretion (qualitativ und quantitativ) bis zur glandulären Atrophie: Xerostomie, Achylie
– Radiomukositis: zunächst herdförmige, später konfluierende Mukositis mit Ödem und schmerzhaftem Enanthem, schließlich Exsudation, die sich in fibrinösen Belägen manifestiert. Bei schwerer Reaktion Therapie unterbrechen, ggf. beenden, da sonst Gefahr oberflächlicher Ulzerationen, Blutungen, schließlich eines chronischen Strahlenulkus. Gefahr von Pilz- und bakteriellen Mischinfektionen.

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Therapie
Die Therapieempfehlungen entsprechen dem aktuellen Stand der Medizin und werden bei Bedarf, mindestens jedoch ein Mal pro Jahr überarbeitet bzw. aktualisiert.
Für die medikamentöse Therapie werden vom Autor in der Regel nur die Substanzgruppen bzw. Substanzen angegeben. Im Falle einer Präparate-Nennung von Seiten der Pharma-Industrie, wird die Substanzgruppe oder Substanz mit dem Präparat im Teil Handelspräparate aus dem Pharmaangebot verlinkt.

Oberflächliche Glossitis

Allgemeinbehandlung
– Weiche, reizlose Kost
– Medikamentöse Therapie
Oberflächenanästhetika nur bei schweren, sehr schmerzhaften Formen
• Lokale antiseptische Pinselungen: 2%ige Pyoktanin-Lösung bzw. 4%ige Trypaflavin-Lösung
Vitamin-C-Gaben
Spezielle Behandlung
– Soor-Genese: Antimykotika lokal
– Allergische Genese: Glukokortikoide

Tiefe Glossitis

Vor einer Abszessbildung
Antibiotika, Analgetika; flüssige Nahrung; Sprechverbot
Nach Abszessbildung: chirurgische Behandlung

Makroglossie

Therapie
häufig wenig erfolgversprechend, abgesehen von einer spezifischen Therapie der Entzündung und bei hämorrhagischen Diathesen (Substitutionstherapie, cave Inzision!). Unqualifizierte chirurgische Verkleinerung der Zunge ist aus funktionellen Gründen zu vermeiden

Strahlenreaktionen

Prophylaxe
– Meiden von heißen Flüssigkeiten und Speisen, Alkohol und Tabak
– Weiche, nicht saure Nahrungsmittel (cave: Fruchtsäfte, kohlensäurehaltige Wässer)
– Mundspülung mit Benzydamin-HCl-Lösung, 1%-Kaliumpermanganatlösung oder 1%-Wasserstoffsuperoxidlösung
– Inhalation mit Panthenol-Sole
– Zur Gefäßabdichtung: Rutoside
– Orale Sucralfat-Suspension 4x/die 1 Minute im Mund belassen
– Zur Epithelregeneration: Vitamin A
Therapie
Antiphlogistische Lösungen und Gele
– Pinselung mit Borax-Glyzerin und Gentianaviolett
Anästhetische Lösungen und Lutschtabletten
– Gegebenenfalls Analgetika
– Weiche, nicht saure Nahrungsmittel (cave: Fruchtsäfte, kohlensäurehaltige Wässer)
– Bei Pilzbefall: lokal Antimykotika
– Bei Ödem und starken Fibrinbelägen: Glukokortikosteroide (erst nach Abschluss der Strahlentherapie!)
– Bei Xerostomie: gesteigerte Flüssigkeitszufuhr, Speichelstimulantien, künstlicher Speichel

Physikalische Therapie

Therapieziel:
Adstringierende Wirkung. Schleimhautprotektive Wirkung

Therapie:

Inhalation von großtropfigem Aerosol bzw. Spray (möglichst über 5 m Tröpfchendurchmesser, damit das Inhalat sich direkt an der Mundschleimhaut niederschlägt). Inhalationsmittel: 1%ige Sole und Latschenkiefernöl im Wechsel mit 1%iger Sole und Mund- bzw. Rachentherapeutika und "Gesichtsdampf" mit Zusätzen

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Handelspräparate aus dem Pharmaangebot
Die Präparate-Nennungen erfolgen durch die Sponsoren unserer Webseite. Der Benutzer ist angehalten, sich vor Verschreibung eines Medikaments durch sorgfältige Prüfung der jeweiligen Fachinformation zu vergewissern, ob die dort vorliegenden Informationen zu Indikation, Kontraindikation und Dosierung von den Angaben auf dieser Webseite evtl. abweichen (siehe auch Haftungsausschluss).
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sowie Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen.

Analgetika

Keine aktuellen Präparate-Nennungen


Antibiotika

Amoxicillin

Clavamox 1 g-Filmtabletten / Clavamox Duo-Trockensaft
[Tyrol Pharma GmbH] Amoxicillin plus Clavulansäure filmtabl.: 875 mg Amoxicillin + 125 mg Clavulansäure; duo-trockensaft: 80 mg Amoxicillin + 11,4 mg Clavulansäure/ 1 ml Dos.: s. Fachinformation

Ospamox 750 mg / 1000 mg-Filmtabletten / Ospamox 250 mg/ 375 mg / 5 ml-Granulat für orale Suspension
[Tyrol Pharma GmbH] Amoxicillin filmtabl. 750 / 1000 mg; gran. 250 / 375 mg; Dos.: s. Fachinformation

Cefalexin

Ospexin 500 mg-/ 1000 mg-Filmtabletten/ - 250 / 375 mg/5 ml-Granulat für orale Suspension
[Biochemie GmbH] Cefalexin filmtabl. 500, 1000 mg, gran. 250 mg, 375 mg / 5 ml Dos.: 1 x 1 alle 6–8Std., s. Fachinformation

Sanaxin 1000 mg-Filmtabletten
[Tyrol Pharma GmbH] Cefalexin filmtabl. 1000 mg; Dos.: s. Fachinformation

Makrolide

Josalid 250 mg- / 500 mg- / 750 mg - Filmtabletten / Josalid 250 mg/ 375 mg/5 ml-Saft für Kinder
[Biochemie GmbH] Josamycin filmtabl. :250/ 500/ 750 mg; saft: 250/ 375 mg/5 ml; Dos.: s. Fachinformation


Antimykotika

Keine aktuellen Präparate-Nennungen


Antiphlogistika

Keine aktuellen Präparate-Nennungen


Antiseptika

Keine aktuellen Präparate-Nennungen


Glukokortikoide

Keine aktuellen Präparate-Nennungen


Oberflächenanästhetika

Keine aktuellen Präparate-Nennungen


Speichelersatz

Keine aktuellen Präparate-Nennungen


Vitamine

Keine aktuellen Präparate-Nennungen


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Literaturauswahl
Die ausgewählte Literatur bezieht sich auf die in diesem Kapitel erwähnten Indikationen und deren Therapie. Sie wird vom Autor des Kapitels bzw. von den Herstellern der hier erwähnten Arzneimittel zur Verfügung gestellt.
 

 


 

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