Lymphknotenschwellungen, entzündliche

Diagnose

Therapie

Handelspräparate

Literaturauswahl

Lymphknotenschwellungen, entzündliche Infektiöse Mononukleose Antibiotika
Infektiöse Mononukleose Lymphocytosis infectiosa Antipyretika
Lymphocytosis infectiosa Katzenkratzkrankheit
Katzenkratzkrankheit Lymphogranuloma inguinale
Lymphogranuloma inguinale Aktinomykose
Aktinomykose Brucellose
Brucellose Tularämie
Tularämie
Tuberkulose
Differentialdiagnose Vergrößerter Lymphknoten

Diagnose
Die Angaben zu den einzelnen Indikationen und deren Diagnose stellen nur kurze Hinweise dar. Sie können und sollen keinesfalls das Studium der einschlägigen Lehrbücher bzw. Fachliteratur ersetzen.

Lymphknotenschwellungen, entzündliche

Ursachen
Lokalisierte Entzündung im Abflussbereich lokaler Infekte und Eiterungen

Symptome

Schmerzhafte, meist lokalisierte Lymphknotenschwellung von mittelderber Konsistenz

Diagnostik

Exakte Anamnese
Zeitpunkt und Art des Auftretens der ersten Schwellung, Gewichtsabnahme, Verschlechterung des Allgemeinzustandes


Klinische Untersuchung der Lymphknoten

– Anzahl und Größe (Prädilektionsstellen: retro-, präaurikulär, entlang M. sternocleidomastoideus, Kieferwinkel, supraklavikulär, axillär, seitlich Thoraxpartien, proximal der Ellenbeuge, abdominal, inguinal)
– Konsistenz, Schmerzempfindlichkeit, Verschieblichkeit
– Begleiterscheinungen wie Milztumor, lokale oder generalisierte entzündliche Prozesse, Fieber
– Zusätzliche Untersuchung: Blutbild, BKS, Histologie


Differentialdiagnose:
Infektionskrankheiten

Röteln

(Viruserkrankung, s.dort)

Infektiöse Mononukleose
(Pfeiffersches Drüsenfieber)

Viruserkrankung mit Lymphomonozyten im peripheren Blutbild

Symptome

Appetitabnahme, Kopf-, Glieder- u. Halsschmerzen, Fieber, schmerzhafte Lymphknotenvergrößerungen am Hals, im Okzipitalbereich, ulzero-membranöse Angina, Milzschwellung, makulopapulöses Exanthem

Diagnostik

– Epstein-Barr-spezifische Immunfluoreszenz und EBV-IgM
– Blutbild: Leukozytose (Lymphomonozyten > 50%), Vakuolisierung im Zytoplasma
– KM: zellreich, Vermehrung der Granulopoese mit Linksverschiebung und Vermehrung von Plasma-Zellen
– Histologie: retikuläre Reaktion mit monozytoiden Zellen, Lymphomonozyten, Retikulumzellen

Komplikationen
Myokarditis, Hepatitis, Nephritis, Meningitis

Lymphocytosis infectiosa

Besonders bei Kindern, wahrscheinlich durch Viren ausgelöst

Symptome

Initial Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Schwindelgefühl, Brechreiz, Halsschmerzen, Konjunktivitis. Dann skarlatiformes Exanthem, Katarrh, abdominale oder meningeale Reizerscheinungen, diffuse Lymphknotenvergrößerungen

Diagnostik

– Blutbild: Leukozytose zwischen 10.000 und 15.0000/mm³ (Lymphozyten bis zu 97%). Fast regelmäßig Eosinophilie
– KM: lymphatische Infiltration
– Histologie: Proliferation der Sinusendothelien und Hyperplasie der Keimzentren

Katzenkratzkrankheit
(Virus-Lymphadenitis)

Symptome
Wochenlange subfebrile Temperaturen, lokalisierte Lymphknotenvergrößerung im Abflussgebiet der Kratzwunde

Diagnostik

– Durch Intrakutantest mit verdünntem Eiter abszedierender Lymphknoten als Antigen. KBR ab 2. Monat positiv. Histologie!
– Labor: leichte Eosinophilie, BKS erhöht

Lymphogranuloma inguinale

Symptome
– Ein- oder beidseitige Schwellung der Inguinal-Lymphknoten, zunächst von derber Konsistenz, später häufig Einschmelzung
– Herpetiforme Primärläsion am Penis. Fieber, Appetitlosigkeit

Diagnostik

Frischer Intrakutantest mit Buboneneiter

Syphilis

(s.d.)

Toxoplasmose

(s. d.)

Aktinomykose

Symptome
Schwellung der regionären Lymphknoten

Diagnostik

Nachweis der Erreger (Actinomyces israeli) z.T. auch in Form von Drusen im Punktat oder Eiterabstrich.

AIDS

(s. d.)

Brucellose
(M. Bang, Maltafieber)

Symptome
Kleine schmerzhafte Lymphknoten, relatives Wohlbefinden, undulierendes chronisches Fieber, Milztumor, Leberschwellung

Diagnostik

– Leukozytose, BKS erhöht ; KBR ab 2. Woche positiv
– Kutantests
– Erregernachweis in Blut und Eiter

Tularämie

Symptome
besonders Hals- und aurikuläre Lymphknotenschwellungen

Diagnostik

– Nachweis des Erregers in Punktat, Sputum oder Blut
– Ab 2. Woche Agglutinations- und Intrakutantest mit Tularämie positiv

Tuberkulose

Symptome
Tuberkulöses Halslymphom: oraler Primärkomplex bei Kindern und jüngeren Erwachsenen. Halslymphknoten anfänglich derb, gut abgrenzbar, druckschmerzhaft, später Einschmelzung
Tuberkulöse meist sehr derbe Lymphknotenschwellungen, vorwiegend in der Halsregion, werden bei meist hämatogener Streuung in jedem Lebensalter beobachtet

Differentialdiagnose Vergrößerter Lymphknoten

  Hinweise für
entzündliche Ursachen
maligne Ursachen
Lokalisation zervikale und submandibulare Lymphknoten bei Infekten des HNO-Bereichs und Kinderkrankheiten Axillär und inguinal bei entzündlichen Prozessen an Armen und Beinen potentiell alle Lymphknotenregionen, deshalb histologische Abklärung
Schmerzhaftigkeit meist vorhanden
(abgesehen von Tbc, Lues und Toxoplasmose)
in der Regel keine
Konsistenz eher weich in der Regel hart
Beweglichkeit im allgemeinen gut häufig mit Unterlage verwachsen
Dauer der Entstehung innerhalb weniger Tage mit Rückbildung in 2-3 Wochen in der Regel langsam wachsend und länger als 2-3 Wochen bestehend
Begleitsymptome kurzdauerndes, evtl. hohes Fieber, bei Infektionskrankheiten u.U. Exanthem evtl. unklares, lange dauerndes Fieber, Gewichtsverlust

Morbus Boeck

(s. Sarkoidose, Lungenfibrose)

Rheumatische Erkrankungen

Geringgradige Lymphknotenschwellungen bei den Formen, die mit Milztumor einhergehen; z.B. M. Still, M. Felty

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Therapie
Die Therapieempfehlungen entsprechen dem aktuellen Stand der Medizin und werden bei Bedarf, mindestens jedoch ein Mal pro Jahr überarbeitet bzw. aktualisiert.
Für die medikamentöse Therapie werden vom Autor in der Regel nur die Substanzgruppen bzw. Substanzen angegeben. Im Falle einer Präparate-Nennung von Seiten der Pharma-Industrie, wird die Substanzgruppe oder Substanz mit dem Präparat im Teil Handelspräparate aus dem Pharmaangebot verlinkt.

Infektiöse Mononukleose

– Adequate Schonung, kein Sport innerhalb 6–8 Wochen (Gefahr der Milzruptur!)
Antipyretika (z.B. Paracetamol)
– 50–300 ml Rekonvaleszentenserum, gewonnen 1–2 Wochen nach Entfieberung
– Antibiotika nicht indiziert (außer bei kulturellem Nachweis von A-Streptokokken; Penicillin V)
Cave: Ampicillin führt zu Exanthem!
– Glukokortikoide im allgemeinen nicht erforderlich, evetl. bei drohender Atemwegsolstruktion (s. Tab.: Glukokortikoide): Prednison 30–50 mg tgl.
– Lokalbehandlung: Munddesinfektion

Lymphocytosis infectiosa

– Symptomatische Therapie
– Bei Superinfektionen: Antibiotika (Penicillin V, Cephalexin)

Katzenkratzkrankheit

– Bettruhe
Antipyretika
Doxycyclin

Lymphogranuloma inguinale

Antipyretika
Doxycyclin , Makrolide

Aktinomykose

Penicillin 2x 10 Mio I.E. tgl. i.v. über 4–6 Wochen, später 2–5 Mio I.E. tgl. oral, Therapiedauer 6–12 Wochen zur Vermeidung von Rückfällen und Spätmetastasierung
– Chirurgischer Eingriff (Abszessinzision, Fistelresektion, Drainage nach 2–4wöchiger Vorbehandlung unter Antibiotikaschutz

Brucellose

Kombinationstherapie von Doxycyclin (2–3 g) und Streptomycin (1–2 g); Therapiedauer: 3 Wochen

Tularämie

Doxycyclin kombiniert mit Streptomycin (1–2 g tgl.); Therapiedauer: 14Tage

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Handelspräparate aus dem Pharmaangebot
Die Präparate-Nennungen erfolgen durch die Sponsoren unserer Webseite. Der Benutzer ist angehalten, sich vor Verschreibung eines Medikaments durch sorgfältige Prüfung der jeweiligen Fachinformation zu vergewissern, ob die dort vorliegenden Informationen zu Indikation, Kontraindikation und Dosierung von den Angaben auf dieser Webseite evtl. abweichen (siehe auch Haftungsausschluss).
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sowie Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen.

Antibiotika

Penicilline

Penicillin G-Natrium "Biochemie" 1 Mega I.E.-/ 5 Mega I.E.-/ 10 Mega I.E.-Trockenstechampulle
[Biochemie GmbH] Benzylpenicillin-Natrium trockenstechamp. 1,000.000 I.E. (entspricht ca. 0,6 g), 5,000.000 I.E., 10,000.000 I.E.; Dos.: s. Fachinformation

Ospen 1000- / 1500 - Filmtabletten
[Biochemie GmbH] Phenoxymethylpenicillin (Penicillin V-Säure) filmtabl. 1 Mio. I.E. entspr. ca. 600 mg/ 1,5Mio. I.E. entspr. ca.900 mg Dos.: s. Fachinformation

Ospen 400- / 750-Saft
[Biochemie GmbH] Phenoxymethylpenicillin (DBED-Penicillin V) saft 400.000 I.E./ 5 ml entspr. ca. 250 mg/ 750.000 I.E./ 5 ml entspr. ca. 450 mg Dos.: Fachinformation

Cephalosporine

Ospexin 500 mg-/ 1000 mg-Filmtabletten/ - 250 / 375 mg/5 ml-Granulat für orale Suspension
[Biochemie GmbH] Cefalexin filmtabl. 500, 1000 mg, gran. 250 mg, 375 mg / 5 ml Dos.: 1 x 1 alle 6–8Std., s. Fachinformation

Sanaxin 1000 mg-Filmtabletten
[Tyrol Pharma GmbH] Cefalexin filmtabl. 1000 mg; Dos.: s. Fachinformation

Makrolide

Josalid 500 mg- / 750 mg - Filmtabletten
[Biochemie GmbH] Josamycin filmtabl. : 500/ 750 mg; Dos.: s. Fachinformation

Doxycyclin

Keine aktuellen Präparate-Nennungen


Antipyretika

Keine aktuellen Präparate-Nennungen


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Literaturauswahl
Die ausgewählte Literatur bezieht sich auf die in diesem Kapitel erwähnten Indikationen und deren Therapie. Sie wird vom Autor des Kapitels bzw. von den Herstellern der hier erwähnten Arzneimittel zur Verfügung gestellt.
 

 


 

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