Pneumonie

Diagnose

Therapie

Handelspräparate

Literaturauswahl

Einteilung der Pneumonien Antibiotika-Therapie Antibiotika
Pneumonie durch Streptococcus pneumoniae Kalkulierte Therapie Antipyretika
Nosokomiale Pneumonien NAP Pneumonie Antithrombotika
Interstitielle Pneumonie ("Virus"-Pneumonie) Pleuraempyem
Chronische interstitielle Pneumonie (Alveolitis) Lungenabszess
Lungenabszess Allergische Alveolitis
Physikalische Therapie
       

Diagnose
Die Angaben zu den einzelnen Indikationen und deren Diagnose stellen nur kurze Hinweise dar. Sie können und sollen keinesfalls das Studium der einschlägigen Lehrbücher bzw. Fachliteratur ersetzen.

Pneumonie

Einteilung
Klassifizierung erfolgt nach Erreger. Das Erregerspektrum ist abhängig von den Umständen, unter denen die Pneumonie erworben wurde.

Hauptformen
Einteilung nach Morphologie

Bronchopneumonie (Vorkommen besonders bei Säuglingen und älteren Personen
Lobärpneumonie (kruppöse Pneumonie)
Interstitielle Pneumonie (sog. "Virus"-Pneumonie bei Mykoplasmen- , Chlamydien- und Rickettsien-Infektionen. Echte Virus-Pneumonien relativ selten.

Differenzierung
nach Alter, Grunderkrankung und Umständen.
Eine Korrelation zwischen einer bestimmten Pneumonieform und dem Erreger besteht am ehesten bei primären Pneumonien (ohne Grundleiden).
Bei den häufigeren sekundären Pneumonien wird das klinische Bild durch die Grundkrankheit und resistenzmindernde Faktoren stark verändert (z.B. bei Mukoviszidose, Mitralvitium, Herzinsuffizienz, Lungenödem, ätzenden Gasen, längerer Beatmung, Aspiration, Alkoholismus, Lungeninfarkt usw.)
– Spontan erworbene Pneumonien CAP (Community-Acquired-Pneumonia)
• Bei jüngeren Patienten: bis zu zwei Drittel der Fälle durch Pneumokokken verursacht.
• Pneumonie bei Immundefizienz, z.B. Pneumocystis-carinii-Pneumonie (s. AIDS)
• Bei Patienten > 65 Jahre: Neben Pneumokokken spielen gramnegative Keime eine wichtige Rolle (H. influenzae, Klebsiellen, E. coli)
• Die Letalität bei CAP liegt bei 14 %.
• Prognose ungünstiger bei Grunderkrankungen (Diabetes mellitus, Herzinsuffizienz, Alkoholismus)
– Nosokomiale Pneumonien NAP (Nosocomial-Acquired-Pneumonia), verursacht durch gramnegative Problemkeime, gelegentlich auch durch Pilze und Pneumozystis carinii (s.u.). Erhebliche Gefährdung des Patienten durch reduzierten Allgemeinzustand und Resistenz der Erreger.

Pneumonie durch Streptococcus pneumoniae (früher: Pneumokokken)

Symptome
Husten, Auswurf, Fieber und Schüttelfrost, bei Pleurabeteiligung atemabhängige Thoraxschmerzen. Der typische physikalische Befund – Dämpfung, Bronchialatem, ohrnahe Rasselgeräusche – ist nur bei einem Teil der Patienten nachweisbar.

Diagnostik
Röntgenbild
Homogene Verdichtung des betroffenen Segments. Seltener sind 2 oder 3 Segmente befallen. Häufig findet sich ein Luftbronchogramm. Rückbildung innerhalb von 1–2 Wochen. In der Regel keine Einschmelzung
Labor: Leukopenie, im DBB deutliche Linksverschiebung
Erregernachweis

Merke:
Eine Erregerdiagnose ist nur bei einem kleinen Teil der Pneumonien erfolgreich. Man richtet sich daher vor allem nach klinischen Kriterien. Dabei gelten die Regeln einer Interventionstherapie. Sie soll die wichtigsten in Frage kommenden Erreger einer Pneumonieform erfassen. Bei Nichtansprechen auf die Initialbehandlung muss die Therapie in Richtung auf die bisher noch nicht erfassten Erreger erweitert werden.

Erregernachweis
Nachweis von Streptococcus pn. aus dem Sputum. Zum Nachweis gramnegativer Keime müssen folgende Kriterien erfüllt sein
– Isolierung des Erregers aus der Blutkultur
– Nachweis im Sputum und im Blut
– Nachweis im Bronchialsekret
Zur Gewinnung von Bronchialsekret sind folgende Methoden geeignet
– Transtracheale Aspiration (TTA): Nach Lokalanästhesie wird ein Venenkatheter durch das Ligamentum crico-thyreoideum eingeführt und Material abgesaugt. Die Methode ist bei richtiger Technik ungefährlich. Kontraindikationen: hämorrhagische Diathese, Struma
– Fiberglasbronchoskopie und Aspiration durch ein Doppelkathetersystem. Vorteil dieser Methode ist, dass sie gezieltes Absaugen aus dem betroffenen Segment erlaubt.

Risikofaktoren für Pneumokokken-Erkrankungen
Eine Infektion wird durch Abwehrschwäche begünstigt:
1.
Angeborene Immundefekte (Agammaglobulinämie oder IgG-Subklassenmangel, Komplementmangel)
2.
Erworbene Immundefekte (CLL, Plasmazytom, Lymphom, HIV-Infektionen, Neutropenie)
3.
Hypo- oder Asplenie (angeboren oder postoperativ bzw. Autosplenektomie bei Sichelzellenanämie)
4.
Verstärkte Exposition, Kinderbetreuungsstätten, Kasernen, Asylantenheime (Seniorenheime)
5.
Vorangegangene oder bestehende entzündliche Atemwegserkrankungen, Influenza, Asthma, Zigarettenrauchen, COPD
6.
Verschiedenes: Säuglings- und Greisenalter, Glukokortikosteroid-Behandlung, Unterernährung, Diabetes mellitus, Leberzirrhose, Nierenversagen, Alkoholismus, Stress, Unterkühlung

Folgende Patienten sind zu Pneumonien durch andere Erreger (Klebsiellen, Haemophilus influenzae, Staphylococcus aureus) disponiert
– Diabetiker
– Alkoholiker
– Multimorbide geriatrische Patienten
Neigung zu Rezidiven bei chronischer Bronchitis, Bronchiektasen, Herzinsuffizienz und Malignomen

Nosokomiale Pneumonien (NAP)

– Erhebliche Gefährdung des Patienten durch reduzierten Allgemeinzustand und Resistenz der Erreger.
– Die Pneumonie ist die häufigste nosokomiale Infektion auf der Intensivstation und die zweithäufigste im Krankenhaus erworbene Infektion überhaupt. Sie verlängert die Aufenthaltsdauer und erhöht das Mortalitätsrisiko. Bei ihrer Entstehung dürften die Besiedelung des Oropharynx mit pathogenen Keimen und die Mikroaspiration dieser Erreger die wichtigste Rolle spielen.
– Diagnose und Therapie der NAP gestalten sich nicht einfach. Es gibt keine sicheren klinischen Diagnosekriterien.
– Unterscheidung zwischen der früh einsetzenden und nach dem 5. Tag beginnenden NAP für die Therapie wichtig. Bei den Frühformen überwiegen grampositive Erreger, bei den Spätformen gramnegative Problemkeime.
– Letalität nur durch rechtzeitig einsetzende, adäquate Antibiotikatherapie zu senken. Spätere Modifikationen der Therapie nach dem Vorliegen des Ergebnisses einer BAL (bronchoalveoläre Lavage) haben kaum Einfluss.

Erregerspektrum bei nosokomialer Pneumonie auf Intensivstationen (EPIC-Studie)

Erreger
Prozentueller Anteil
Staphylokokkus aureus
31,7
Pseudomonas aeruginosa
29,8
Escherichia coli
6,8
Acinetobacter sp.
9,9
Enterokokken
5,4
Koagulase-negative Staphylokokken
0,0
Hefen
14,0

Klinische Risikofaktoren für die nosokomiale Pneumonie in nicht beatmeten Patienten

Klinische Risikofaktoren
• Ernährungszustand
• Eingeschränktes Bewusstsein
• Rauchen
• Aspiration
• Schweregrad der zu Grunde liegenden Erkrankung
• Thorax / Abdomen Operation
• Dauer des Krankenhausaufenthaltes
• Alter > 70 Jahre
• COPD
• Niederes Albumin
• Neuromuskuläre Erkrankung

H. Burgmann, Wiener Klinische Wochenschrift

Interstitielle Pneumonie ("Virus"-Pneumonie)

Erreger gehören zu den
– Chlamydien (Ornithose, Chlamydia trachomatis-Pneumonie),
– Rickettsien (Q-Fieber)
– Mykoplasmen (Primär atypische Pneumonien).
Wegen ihrer Kleinheit sind sie früher zu den Viren gerechnet worden, lassen sich aber (mit Ausnahme der Chlamydien) auf unbelebten Nährböden anzüchten, sind durch Antibiotika hemmbar und gehören biologisch zu den Bakterien.

Echte Virus-Pneumonien (ohne Beteiligung von Bakterien) treten relativ selten bei Atemwegsinfektionen durch Influenza-, Parainfluenza-, Adeno- und RS-Viren, auch bei Varizellen auf.
Hinweis: nur geringe BSG–Erhöhung, Granulozytopenie und Lymphozytose. Titeranstieg der KBR

Verlauf
Bei langsamer oder fehlender Rückbildung ist an folgende Ursachen zu denken
– Poststenotische Pneumonie bei Bronchial-Ca
– Infarktpneumonie
– Pilzinfektion (bei immunkompromittierten Patienten)
– Infektion mit Tuberkelbakterien

Chronische interstitielle Pneumonie (Alveolitis)

Definition
Chronisch verlaufende oder rezidivierende, meist diffuse entzündliche Lungenparenchymerkrankung. Pathologisch-anatomisch liegt eine Alveolitis zugrunde

Ätiologie
– Über 50% der Fälle trotz Einsatz aller diagnostischen Hilfsmittel (einschl. Lungenbiopsie) ungeklärt
– Allergische Alveolitis (durch Inhalation organischer Stäube, die in den Alveolen zu einer verzögerten allergischen Reaktion mit zirkulierenden Antikörpern führt). Beispiele: Farmerlunge (durch Sporen thermophiler Aktinomyzeten im schimmeligen Heu), Vogelhalterlunge (durch tierisches Eiweiß aus Hautabschilferungen und Kot, z.B. beim Reinigen eines Taubenschlages oder Halten eines Wellensittichs in der Wohnung)
Viele Antigene möglich: Bakterieneiweiße, Kork- und Holzstaub, Pilze
– Alveolitis durch Medikamente (oral oder parenteral zugeführt)
• Zytostatika (Busulfan-Myleran)
• Antihypertensiva (Ganglienblocker wie Hexamethonium)
• Nitrofuran
• Herbizide (Paraquat)

Leitsymptome
Dyspnoe, Husten, Fieber, subjektiv meist als grippaler Infekt empfunden, auskultatorisch Knisterrasseln

Diagnostik
Nur eine sorgfältige Anamnese führt zum Ziel!
Röntgenologisch: meist symmetrische streifige Infiltrationen, bevorzugt in den Unterfeldern
Beweisend: Aufflackern der Beschwerden nach erneuter Exposition bzw. immunologische Untersuchungen (Hauttest, Spezial-Elektrophorese, Inhalationstest)

Prognose
endet unbehandelt in einer schweren Lungenfibrose

Komplikationen von Pneumonien

Pleuraerguss, Pleuraempyem

Lungenabszess

Einschmelzung von Lungengewebe als Folge einer unspezifischen Entzündung (oft verursacht durch Staphylokokken)

Diagnostik
– Thorax-Übersichtsaufnahme bzw. -Tomographie: Spiegelbildung in einem Kavum mit umgebendem Granulationsgewebe
– Bronchoskopische Absaugung zur bakteriologischen Untersuchung des Sekrets (sofern Anschluss an das Bronchialsystem vorhanden)

Differentialdiagnose
Tuberkulöse Kaverne, Tumor, Einschmelzung nach Lungeninfarkt

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Therapie
Die Therapieempfehlungen entsprechen dem aktuellen Stand der Medizin und werden bei Bedarf, mindestens jedoch ein Mal pro Jahr überarbeitet bzw. aktualisiert.
Für die medikamentöse Therapie werden vom Autor in der Regel nur die Substanzgruppen bzw. Substanzen angegeben. Im Falle einer Präparate-Nennung von Seiten der Pharma-Industrie, wird die Substanzgruppe oder Substanz mit dem Präparat im Teil Handelspräparate aus dem Pharmaangebot verlinkt.

Antibiotika-Therapie

Bei Atemwegsinfektionen eingesetzte Antibiotika
(mod. nach Empfehlung der Paul Ehrlich Gesellschaft,Chemotherapie Journal,9.Jg.,1,2000)
Gruppe
Präparate
Penicilline
.
Aminopenicilline Amoxicillin, Ampicillin
Aminopenicilline/BLI (=Beta-Lactamase-Inhibitor Amoxicillin/Clavulansäure, Ampicillin/Sulbactam
Acylaminopenicilline Mezlocillin, Piperacillin
Acylaminopenicilline / BLI Piperacillin/Tazobactam
Isoxazolylpenicilline Flucloxacillin
Cephalosporine
.
Gruppe 1 Cefazolin, Cefalexin, Cefadroxil, Cefaclor
Gruppe 2 Cefuroxim, Cefotiam, Cefamandol, Cefuroximaxetil, Loracarbef
Gruppe 3a Cefotaxim, Ceftriaxon, Cefmenoxim, Cefodizim, Cefetametpivoxil, Cefpodiximproxetil, Cefixim
Gruppe 3b Ceftazidim, Cefepim, Cefpirom, Cefoperazon
Gruppe 4 Cefsulodin
Gruppe 5 Cefoxitin
Carbapeneme
Imipenem/Cilastatin, Meropenem
Fluorchinolone
.
Gruppe 1 Lomefloxacin, Norfloxacin, Pefloxacin
Gruppe 2 Fleroxacin, Ofloxacin, Ciprofloxacin
Gruppe 3 Levofloxacin, Sparfloxacin
Gruppe 4 Moxifloxacin, Gatifloxacin, Gemifloxacin
Makrolide
.
Neuere Makrolide Azithromycin, Clarithromycin, Roxithromycin
Glycopeptide
Vancomycin, Teicoplanin
Tetracycline
Doxycyclin
Clindamycin
Clindamycin

Kalkulierte Therapie
Wichtig für gefährliche Erkrankungen mit breitem Erregerspektrum, bei denen die Erreger noch nicht isoliert worden sind. Die Art dieser Therapie richtet sich nach dem typischen Erregerspektrum einer Krankheit, der vermuteten Lokalisation, den Grundkrankheiten sowie der Vortherapie. Entscheidend ist das klinische Ansprechen auf die Therapie innerhalb weniger Tage (meist erkennbar an einer Entfieberung). Auch eine Nichtverschlechterung oder eine Besserung von einzelnen Parametern kann ein günstiges Zeichen sein. Bei Nichtansprechen sollte die initiale Therapie weitergeführt und durch zusätzliche Antibiotika supplementiert werden. Die kalkulierte Initialtherapie muss ggf. modifiziert werden, wenn positive Kulturergebnisse eintreffen.

Kalkulierte Initialtherapie bei primärer Pneumonie CAP
(bei vorher gesunden Personen, außerhalb des Krankenhauses erworben)
mod. nach Empfehlung der Paul Ehrlich Gesellschaft,Chemotherapie Journal,9.Jg.,1,2000
Diagnose
Bakterielle Erreger
Kalkulierte Initialtherapie
Patienten<65 Jahre
ohne Begleiterkrankungen
Leichte bis mittelschwere Pneumonie
Streptococcus pneumoniae
Mycoplasma pneumoniae
Chlamydia pneumoniae
Haemophilus influenzae
Gramnegative Bakterien
Cephalosporin Gruppe 2
Aminopenicillin ± BLI
Neueres Makrolid
Fluorchinolon Gruppe 3 oder 4
(Doxycyclin)
Patienten>65 Jahre
mit Begleiterkrankungen
Leichte bis mittelschwere Pneumonie
Streptococcus pneumoniae
Haemophilus influenzae
Gramnegative Bakterien
Staphylococcus aureus
Cephalosporin Gruppe 2 oder 3
Aminopenicillin ± BLI
Fluorchinolon Gruppe 3 oder 4
Patienten>65 Jahre
mit Begleiterkrankungen
Schwere Pneumonie
Streptococcus pneumoniae
Haemophilus influenzae
Staphylococcus aureus
Enterobakterien
Legionella spp.
Cephalosporin Gruppe 3a + Neueres Makrolid
Acylaminopenicillin/BLI + Neueres Makrolid
Fluorchinolon Gruppe 3
Fluorchinolon Gruppe 2 + Clindamycin
Carbapenem ± Neueres Makrolid
Unabhängig vom Alter
mit den klinischen Bild einer schweren Sepsis oder eines septischen Schocks, innerhalb 24 Stunden intensivpflichtig
Streptococcus pneumoniae
Haemophilus influenzae
Staphylococcus aureus
Enterobakterien
Legionella spp.
Anaerobier
Invasive Infektionen
Acylaminopenicillin/BLI + Neueres Makrolid
Carbapenem ± Neueres Makrolid
Cephalosporin Gruppe 3a + Neueres Makrolid
± Clindamycin
Fluorchinolon Gruppe 2 oder 3 + Clindamycin

 

Kalkulierte Initialtherapie bei der nosokomialen Pneumonie NAP,
mod. nach Empfehlung der Paul Ehrlich Gesellschaft,Chemotherapie Journal,9.Jg.,1,2000
Diagnose
Bakterielle Erreger
Kalkulierte Initialtherapie
NAP A Ohne Risikosituation
Leicht bis mittelschwere Pneumonie
Unabhängig von der Verweildauer
"Haupterreger"
Streptococcus pneumoniae
Klebsiella pneumoniae
Staphylococcus aureus
Escherichia coli
Haemophilus influenzae
Proteus spp.

Cephalosporin Gruppe 2/3a
Acylaminopenicillin/BLI
Fluorchinolon Gruppe 2 oder 3 + Clindamycin
NAP B Einzelne Risikosituationen
"Haupterreger"plus
.

Leichte bis mittelschwere Pneumonie
Unabhängig von der Verweildauer
• Störung des Schluckakts, Regurgitation, chirurgische Eingriffe im Oropharynx, Bewusstseinsstörung, Koma

 

Anaerobier

Acylaminopenicillin/BLI
Carbapenem
Cephalosporin Gruppe 3 + Clindamycin
Fluorchinolon Gruppe 2 oder 3 + Clindamycin
• Antibiotische Vorbehandlung,
strukturelle Lungenerkrankung, langer Aufenthalt auf der Intensivstation
Pseudomonas aeruginosa
Cephalosporin Gruppe 3b oder
Acylaminopenicillin/BLI oder
Carbapenem
jeweils plus
Fluorchinolon Gruppe 2 oder 3 oder
Aminoglycosid
Hohe Cortison-Dosis, hämatologische Systemerkrankung
Legionellen
Cephalosporin Gruppe 2/3a
Acylaminopenicillin/BLI
Carbapenem
Fluorchinolon Gruppe 2 oder 3 + Clindamycin
jeweils plus
Makrolid ± Rifampicin
Neurochirurgische Eingriffe, Koma, Kopftrauma, Nierenversagen, Diabetes mellitus
Staphylococcus aureus
MRSA endemisch
Cephalosporin Gruppe 3b oder
Acylaminopenicillin/BLI
Fluorchinolon Gruppe 2 oder 3 + Clindamycin
jeweils plus
Glycopeptid bei MRSA
NAP C Schwerwiegende Risikosituation
Schwere Pneumonie
oder
schwere Verlaufsform unabhängig von der Verweildauer und zusätzliche Risikofaktoren (künstliche Beatmung, antibiotische Vorbehandlung, strukturelle Lungenerkrankungen)
Haupterreger +
Pseudomonas aeruginosa
Acinetobacter spp.
Stenotrophomonas maltophilia
Cephalosporin Gruppe 3b oder
Acylaminopenicillin/BLI
Carbapenem
jeweils plus
Fluorchinolon Gruppe 2 oder 3 oder
Aminoglycosid

Pneumonie

Prophylaxe und Allgemeinbehandlung
– Aktive Immunisierung bei Problempatienten
– Bettruhe
Thromboseprophylaxe
– Atemgymnastik
– Bei hohem Fieber Antipyretika
– Ausreichende Flüssigkeit- und Kalorienzufuhr
– bei Hypoxie O2-Insufflation via Nasensonde
Antibiotika

Pleuraempyem

Probepunktion. Empyem täglich abpunktieren, spülen und Antibiotika instillieren. Gekammerte Empyeme müssen drainiert werden. Lungenabszesse bei Klebsiellen-Pneumonien häufig

Lungenabszess

Bei Versagen konservativer Maßnahmen nach etwa 4–6 Wochen ist chirurgisches Vorgehen erforderlich (Abszess-Eröffnung, Segmentresektion oder Lobektomie)

Allergische Alveolitis

– Allergenkarenz ist vordringlich. Bei unvermeidlicher Exposition können Staubschutzhelme eine wirksame Prophylaxe bieten (Air stream Pilot)
– Im akuten Krankheitsstadium scheinen Glukokortikoide nützlich zu sein (Tagesdosis 40 mg Prednisolon über 1 bis 2 Wochen)

Physikalische Therapie

M = Masseur MB = Med. Badeanstalt KG = Krankengymnastik ÄP = Ärztliche Praxis

Therapieziel:
Resorptions- und Durchblutungsförderung

Therapieanweisung für:
ÄP: Brustwickel, täglich ca. 45 Min. (kalt oder temperiert anlegen; der Wickel wird vom Körper erwärmt und wirkt dann wärmestauend und durchblutungsfördernd), ggf. als Senfwickel (nur kurze, subjektiv bestimmte Liegedauer, starker Hautreiz)
ÄP: Nach Entfieberung Kurzwellendurchflutung der erkrankten Lungenabschnitte zur Durchblutungs- und Resorptionsförderung (Kondensatorfeld)

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Handelspräparate aus dem Pharmaangebot
Die Präparate-Nennungen erfolgen durch die Sponsoren unserer Webseite. Der Benutzer ist angehalten, sich vor Verschreibung eines Medikaments durch sorgfältige Prüfung der jeweiligen Fachinformation zu vergewissern, ob die dort vorliegenden Informationen zu Indikation, Kontraindikation und Dosierung von den Angaben auf dieser Webseite evtl. abweichen (siehe auch Haftungsausschluss).
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sowie Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen.

Antibiotika

Penicilline

Penicillin G-Natrium "Biochemie" 1 Mega I.E.-/ 5 Mega I.E.-/ 10 Mega I.E.-Trockenstechampulle
[Biochemie GmbH] Benzylpenicillin-Natrium trockenstechamp. 1,000.000 I.E. (entspricht ca. 0,6 g), 5,000.000 I.E., 10,000.000 I.E.; Dos.: s. Fachinformation

Clavamox 1 g-Filmtabletten / Clavamox Duo-Trockensaft
[Tyrol Pharma GmbH] Amoxicillin plus Clavulansäure filmtabl.: 875 mg Amoxicillin + 125 mg Clavulansäure; duo-trockensaft: 80 mg Amoxicillin + 11,4 mg Clavulansäure/ 1 ml Dos.: s. Fachinformation

Ospamox 750 mg / 1000 mg-Filmtabletten / Ospamox 250 mg/ 375 mg / 5 ml-Granulat für orale Suspension
[Tyrol Pharma GmbH] Amoxicillin filmtabl. 750 / 1000 mg; gran. 250 / 375 mg; Dos.: s. Fachinformation


Cefalosporine

Biocef 200 mg-Filmtabletten / Biocef 50 mg/ 100 mg/5 ml-Granulat für orale Suspension
[Biochemie GmbH] Cefpodoxim filmtabl. 200 mg; susp. 50 mg/ 100 mg/5 ml; Dos.: s. Fachinformation

Claforan 0,5 g/ 1,0 g/ 2,0 g-Trockenstechampullen
[Biochemie GmbH] Cefotaxim trockenstechamp. 0,5 g; 1 g; 2 g; Dos.: s. Fachinformation

Cefrom 1,0 g/ 2,0 g-Trockenstechampullen / 1,0 g/ 2,0 g Trockensubstanz zur Infusionsbereitung
[Biochemie GmbH] Cefpirom trockenstechamp. 1,0 g; 2,0 g; trockensubst. z. inf. 1,0 g; 2,0 g; Dos.: s. Fachinformation


Carbapeneme

Keine aktuellen Präparate-Nennungen


Makrolide

Josalid 250 mg- / 500 mg- / 750 mg - Filmtabletten / Josalid 250 mg/ 375 mg/5 ml-Saft für Kinder
[Biochemie GmbH] Josamycin filmtabl. :250/ 500/ 750 mg; saft: 250/ 375 mg/5 ml; Dos.: s. Fachinformation


Tetracycline

Vibramycin 100 mg-Kapseln
[
Pfizer Corporation Austria GmbH] Doxycyclin caps. 100 mg; Dos.: s. Fachinformation

Vibramycin 50 mg-/ 100 mg-/ 200 mg-lösbare Tabletten
[
Pfizer Corporation Austria GmbH] Doxycyclin lösb. tabl. 50 mg; 100 mg; 200 mg; Dos.: s. Fachinformation


Gyrasehemmer

Agyr 250 mg/ 500 mg Filmtabletten
[Tyrol Pharma GmbH] Ciprofloxacin filmtabl. 250 mg; 500 mg; Dos.: s. Fachinformation


Antipyretika

Keine aktuellen Präparate-Nennungen


Antithrombotika

Keine aktuellen Präparate-Nennungen


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Literaturauswahl
Die ausgewählte Literatur bezieht sich auf die in diesem Kapitel erwähnten Indikationen und deren Therapie. Sie wird vom Autor des Kapitels bzw. von den Herstellern der hier erwähnten Arzneimittel zur Verfügung gestellt.

 


 


 

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