Prostataentzündungen

Diagnose

Therapie

Handelspräparate

Literaturauswahl

Akute Prostatitis

Akute Prostatitis Alpharezeptorenblocker
Prostataabszess Prostataabszess Antibiotika
Chronisches Stadium Chronisches Stadium Phytopräparate
Physikalische Therapie

Diagnose
Die Angaben zu den einzelnen Indikationen und deren Diagnose stellen nur kurze Hinweise dar. Sie können und sollen keinesfalls das Studium der einschlägigen Lehrbücher bzw. Fachliteratur ersetzen.

Akute Prostatitis

Spezifische
Tuberkulose, Gonorrhoe

Unspezifische
Erreger: Gramnegative Stäbchen (Coli, Klebsiellen und Proteus), Enterokokken, Gonokokken, Staphylokokken, Streptokokken, Anaerobier, Chlamydien und Mykoplasmen, Trichomonaden und auch Tuberkelbakterien.

Ursachen

– Urethrogen: Katheterismus
– Kanalikulär: entzündliche Erkrankungen des Nebenhodens, Samenleiters oder der Samenblase über Ductus deferens fortgeleitet
– Hämatogen: metastatische bakterielle Absiedlung
– Lymphogen: entzündliche Erkrankungen im Analbereich, Analfisteln und Fissuren

Symptome
– Allgemeinerscheinungen: Fieber, Schüttelfrost, oft gleichzeitig Zystourethritis
– Miktionsbeschwerden: häufiger Harndrang, abgeschwächter Strahl, Harnträufeln, Schmerzen bei der Miktion
– Beschwerden in der Damm- und Analregion
• Druck- und Spannungsschmerzen
• Schmerzhafter Stuhldrang
• Mastdarmtenesmen
– Fluor: nicht regelmäßig
– Schmerzen in der Lenden- und Kreuzbeingegend
– Zusätzliche Beschwerden beim Prostataabszess
• Septische Temperaturen, Schüttelfrost
• Urosepsis, trockene Zunge
• Schwerstkranker Eindruck
• Dauerschmerz in der Damm- und Analgegend

Merke
Prostatamassage, Zystoskopie und Katheterismus bei akuter Prostatitis kontraindiziert, da Gefahr des Prostataabszesses besteht

Komplikationen
Harnverhaltung, Prostataabszess, akute Pyelonephritis, Epididymitis, Zystitis

Prostataabszess

Folge eitriger Einschmelzung einer akuten Prostatitis

Merke
Ein Prostataabszess stellt eine lebensgefährliche Erkrankung dar. Notfall in der Urologie!

Diagnostik
– Vergrößerte druckschmerzhafte Prostata (akute Prostatitis)
– Extern schmerzhafte Prostata, prall elastisch, mit Fluktuation (Abszess)
– BKS-Beschleunigung, Leukozyturie, Leukozytose um 20.000

Chronisches Stadium

Genese
Übergang der akuten Prostatitis in subakute und chronische Form

Symptome
– In der Intensität stark abgeschwächt gegenüber akuter Form
– Druckgefühl am Damm
– Ziehen in den Leisten mit Ausstrahlung in die Hoden
– Leichte Miktionsbeschwerden wie Strangurie, Dysurie und Pollakisurie

Diagnostik

– Rektale Palpation: konsistenzvermehrte Prostata, leicht druckschmerzhaft
– Prostataexprimat: 10–15 und mehr Leukozyten pro Gesichtsfeld
– Exprimat-Urin: Leukozyturie, Bakteriennachweis
– BKS: wenn, dann nur leicht erhöht
– Leukozytose: selten
– Harnröhrenausfluss: Keime und Resistenzbestimmung häufig auf speziellen Nährböden (Mykoplasmen, Chlamydien, chronische Gonorrhoe)

Differentialdiagnose
Prostatodynie

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Therapie
Die Therapieempfehlungen entsprechen dem aktuellen Stand der Medizin und werden bei Bedarf, mindestens jedoch ein Mal pro Jahr überarbeitet bzw. aktualisiert.
Für die medikamentöse Therapie werden vom Autor in der Regel nur die Substanzgruppen bzw. Substanzen angegeben. Im Falle einer Präparate-Nennung von Seiten der Pharma-Industrie, wird die Substanzgruppe oder Substanz mit dem Präparat im Teil Handelspräparate aus dem Pharmaangebot verlinkt.

Akute Prostatitis

Allgemein
– Bettruhe
– Vermehrte Flüssigkeitszufuhr
– Physikalische Therapie (s. unten)
– Kein Alkohol, keine kalten Getränke
– Sexuelle Abstinenz in der ersten Woche, dann ("mäßig, aber regelmäßig")
– Sexualhygiene

Medikamentös
– Analgetika
– Spasmolytika-Analgetika-Kombinationspräparate
– Antibiotika bzw. Sulfonamide nach Antibiogramm
– Beginn der Behandlung, auch hochdosiert, in schweren Fällen mit Erythromycin, Gentamicin, Cefalosporinen oder Chinolonen oder Pipemidsäure

Prostataabszess

Chirurgisch
– Transperineale Eröffnung und Drainage
– Transurethrale Eröffnung durch Elektroresektion

Medikamentös
– Hochdosierte Antibiotikabehandlung
– Spontane Perforation in Harnröhre, Blase oder Rektum möglich

Chronisches Stadium

Antibiotika nach Antibiogramm, sonst Behandlungsversuch mit Tetrazyklin oder Co-Trimoxazol
Durchblutungsfördernde Mittel
• Kurzwellenbestrahlung (s. Physikalische Therapie)
• Prostatamassage und Sitzbäder
• Unspezifische Reiz- und Umstimmungstherapie
Pflanzenextrakte mit Wirkung auf die Harnwege
Alpharezeptorenblocker
• Spasmolytika

Spezielle Therapie
– Prostatitis durch Trichomonaden (fast immer kombiniert mit Urethritis). Für beide Geschlechtspartner – bei der Frau auch vaginal – Metronidazol
– Prostatitis durch Hefen (candida albicans): beide Geschlechtspartner behandeln (Antimykotika oral und lokal)
– Prostatitis durch Mykoplasmen (fast immer kombiniert mit Urethritis): beide Geschlechtspartner behandeln (Tetrazyklin)

Physikalische Therapie

M = Masseur MB = Med. Badeanstalt KG = Krankengymnastik ÄP = Ärztliche Praxis

Chronische Form

Therapieziel:
Durchblutungsförderung, Aktivierung der lokalen Abwehrmechanismen

Therapie:
Kurzwellenbestrahlung, kräftige Wärme 10–15 Min. (entweder Schliephake-Elektroden kleines Becken quer durchflutet, spezielle keilförmige oder andere Strahlenfeldelektroden vom Damm her). Prostatamassage und heiße Sitzbäder (39° C) mit Zusatz / D /, temperaturansteigende Sitzbäder, 35–39° C in 20 Min., Fangotherm-Kompressen bzw. andere Heißpackungen auf Kreuzbein und Damm

Therapieanweisung für:
ÄP: 10x Kurzwellendurchflutung kleines Becken (Kondensatorfeld), 15 Min., kräftige Wärme, 5x/Wo.
MB/M: 8x Peloid-Paraffinpackung Damm-Gesäß, 4x / Wo.

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Handelspräparate aus dem Pharmaangebot
Die Präparate-Nennungen erfolgen durch die Sponsoren unserer Webseite. Der Benutzer ist angehalten, sich vor Verschreibung eines Medikaments durch sorgfältige Prüfung der jeweiligen Fachinformation zu vergewissern, ob die dort vorliegenden Informationen zu Indikation, Kontraindikation und Dosierung von den Angaben auf dieser Webseite evtl. abweichen (siehe auch Haftungsausschluss).
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sowie Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen.

Alpharezeptorenblocker

Alna retard 0,4 mg-Kapseln
[Boehringer Ingelheim Austria GmbH] Tamsulosin caps. 0,4 mg; Indik.: Behandlung funktioneller Symptome der benignen Prostatahyperplasie (BPH); Dos.: 1 Kapsel tgl.; s. Fachinformation


Antibiotika

Aminoglykoside

Gentamicin "Biochemie" 40 mg/ 80 mg/ 160 mg-Ampullen
[Biochemie GmbH] Gentamicinsulfat amp. 40 mg; 80 mg; 160 mg; Dos.: s. Fachinformation

Chinolone

Agyr 250 mg/ 500 mg Filmtabletten
[Tyrol Pharma GmbH] Ciprofloxacin filmtabl. 250 mg; 500 mg; Dos.: s. Fachinformation

Uniquin 400 mg-Filmtabletten
[Biochemie GmbH] Lomefloxacin filmtabl. 400 mg; Dos.: s. Fachinformation

Urobacid 400 mg-Filmtabletten
[Tyrol Pharma GmbH] Norfloxacin filmtabl. 400 mg; Dos.: s. Fachinformation

Makrolide

Josalid 250 mg- / 500 mg- / 750 mg - Filmtabletten
[Biochemie GmbH] Josamycin filmtabl. :250/ 500/ 750 mg; Dos.: s. Fachinformation

Metronidazol

Keine aktuellen Präparate-Nennungen

Tetracycline

Vibramycin 100 mg-Kapseln
[
Pfizer Corporation Austria GmbH] Doxycyclin caps. 100 mg; Dos.: s. Fachinformation

Vibramycin 50 mg-/ 100 mg-/ 200 mg-lösbare Tabletten
[
Pfizer Corporation Austria GmbH] Doxycyclin lösb. tabl. 50 mg; 100 mg; 200 mg; Dos.: s. Fachinformation


Phytopräparate

Keine aktuellen Präparate-Nennungen


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Literaturauswahl
Die ausgewählte Literatur bezieht sich auf die in diesem Kapitel erwähnten Indikationen und deren Therapie. Sie wird vom Autor des Kapitels bzw. von den Herstellern der hier erwähnten Arzneimittel zur Verfügung gestellt.
 

 


 

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