Rhinitis chronica, Rhinopathia allergica u. vasomotorica

Diagnose

Therapie

Handelspräparate

Literaturauswahl

Hypertrophische Rhinitis

Rhinitis chronica Antiallergika
Eitrige Rhinitis Rhinopathia allergica Antibiotika
Rhinitis sicca und Rhinitis atrophicans Rhinopathia vasomotorica Antihistaminika
Medikamentöse und toxische Rhinitis Physikalische Therapie
Gammaglobuline
Spezifische Rhinitis Glukokortikoide
Rhinopathia allergica Sedativa
Rhinopathia vasomotorica Vasokonstriktiva

Diagnose
Die Angaben zu den einzelnen Indikationen und deren Diagnose stellen nur kurze Hinweise dar. Sie können und sollen keinesfalls das Studium der einschlägigen Lehrbücher bzw. Fachliteratur ersetzen.

Rhinitis chronica

Hypertrophische Rhinitis

Symptome
– Behinderte Nasenatmung
– Keine oder nur geringe Sekretion
– Gelegentlich Kopfschmerzen und respiratorische Anosmie

Untersuchungsbefund

Gerötete, stark verdickte Nasenschleimhaut und Vergrößerung der Nasenmuscheln, besonders ihrer hinteren Enden; oft vergesellschaftet mit Nasenseptumdeviation

Eitrige Rhinitis

Symptome
behinderte Nasenatmung, eitriges Nasensekret

Untersuchungsbefund

– Nasenhöhlen zeigen meist im unteren Nasengang eingedicktes eitriges Sekret oder eitrige Krusten
– Hochrote, hypertrophische Nasenschleimhaut
– Sinusitisverdacht fachärztlich abklären (Endoskopie, CT)

Rhinitis sicca und Rhinitis atrophicans

Ätiologie
Häufig Endzustand einer chronisch-hypertrophischen Rhinitis. Durch zunehmende Atrophie der Nasenschleimhaut und später auch des Knochenskeletts sehr weite Nasenhaupthöhlen, Degeneration der Schleimdrüsen und sensiblen Nervenfasern sowie Metaplasie des respiratorischen Epithels in Plattenepithel. Untergang des mukoziliaren Reinigungssystems. Gelegentlich auch nasale Manifestation von Systemerkrankungen (Lupus erythematodes, Sjögren-Syndrom, Panarteriitis nodosa, Wegenersche Granulomatose, Morbus Behçet, rezidivierende Polychondritis).

Symptome

Antrocknung eines zähen, leimartigen Sekrets. Häufig respiratorische Anosmie. Kopfschmerzen. Häufig vergesellschaftet mit chronischer Pharyngitis (Rhinopharyngitis sicca) und latenten Infekten der Nasennebenhöhlen und Ohren.

Untersuchungsbefund

Blasse, kleine, geschrumpfte Nasenmuscheln; atrophische, dünne, trockene Schleimhäute; angetrocknetes Sekret oder Borken; alle Übergänge zu Ozäna mit fötider Borkenbildung durch bakterielle Proteolyse, ggf. Ulzerationen als Folge von trophischen Störungen.

Medikamentöse und toxische Rhinitis

Ursachen
Durch Schnupftabak, Abusus von vasokonstriktorischen Medikamenten, andere exogene Noxen: Zementstaub, Gipsstaub, Arsen- und Chromsalze, Hitze, trockene Luft, Kokain; hyperplastische und atrophische Rhinitis oft durch längere Gabe von Psychopharmaka ausgelöst.

Spezifische Rhinitis

Tuberkulose
Lupus nasalis mit Ulzeration des Septums und der Haut des Naseneingangs mit sekundärer Ausbreitung auf das ganze Gesicht (heute sehr selten). Ohne tuberkulostatische Behandlung schwere kosmetisch-ästhetische Folgen.

Lues
– Primäraffekt und sekundäre Lues sehr selten
– Tertiäre Lues
Symptome
große rote, leicht schmerzhafte und verstopfte Nase
Untersuchungsbefund

Ulzerationen und Sequesterbildung (luetische Ozäna) im Siebbein- und knöchernen Septumbereich

Rhinosklerom

selten, in Osteuropa und Asien häufiger

Rhinopathia allergica

Ursachen
Allgemeine Überempfindlichkeit gegen meist eiweißhaltige Inhalationsallergene, wie Pollen ("Heuschnupfen"), Tierhaare, Hausstaubmilben, Pilzsporen, zahlreiche gewerbliche Stoffe (Mehlstaub usw.), ggf. Arzneimittel, seltener Nahrungsmittel (Hühnereiweiß usw.)
Oft zusammen mit anderen allergischen Erkrankungen: Asthma bronchiale, Hautallergien
Am häufigsten "Heuschnupfen": jedes Jahr periodisch während der "Pollenzeit" (Blütezeit von Bäumen, Gräsern, Sträuchern, etc.)

Symptome

– Niesattacken, Schwellung und livide Verfärbung der Nasenschleimhaut, insbesondere der Muscheln; wäßrige Hypersekretion, evtl. Brennen und Jucken im Rachen und in den Augen, Photophobie (Konjunktivitis), Kopfschmerzen
– Manchmal leichte Temperaturen, Abgeschlagenheit
– Häufig Mitbeteiligung der Nasennebenhöhlen (hyperplastisch-polypöse Sinusitis, Nasenpolypen)

Rhinopathia vasomotorica

Neigung zur Verschwellung der Nasenschleimhaut auf konstitutioneller Grundlage, gelegentlich als nasale Manifestation einer Sarkoidose und nach längerer Anwendung verschiedener Betablocker und Kortisonderivate. Im Gegensatz zur Rhinopathia allergica sind bei der exogenen Auslösung keine Allergene, sondern unspezifische Reize von Bedeutung, die zu einer Störung der Steuerungsmechanismen der Gefäßmotorik führen. Oft schlecht von der Rhinopathia allergica abgrenzbar.

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Therapie
Die Therapieempfehlungen entsprechen dem aktuellen Stand der Medizin und werden bei Bedarf, mindestens jedoch ein Mal pro Jahr überarbeitet bzw. aktualisiert.
Für die medikamentöse Therapie werden vom Autor in der Regel nur die Substanzgruppen bzw. Substanzen angegeben. Im Falle einer Präparate-Nennung von Seiten der Pharma-Industrie, wird die Substanzgruppe oder Substanz mit dem Präparat im Teil Handelspräparate aus dem Pharmaangebot verlinkt.

Rhinitis chronica

Hypertrophische und eitrige Rhinitis
Lokalbehandlung
– Acetylcystein (Mukolytikum) und andere Stoffe als Aerosol
– Sulfonamide, Antibiotika in Kombination mit Glukokortikoiden und Vasokonstriktiva bei eitriger Rhinitis
– Vasokonstriktiva lokal (nur unter besonderen Umständen, keine Dauermedikation!)
– Eventuell oral Rhinologika
– Kauterisierung bei Nasenmuschelhyperplasie bzw. partielle Konchotomie
– Klimakuren: Reizklima (Nordsee, Hochgebirge)

Atrophische Rhinitis und Ozäna
– Gegen die Krusten in den Nasenhöhlen: ätherische Öle, Vitamin A-Tropfen
– Mineralische Nasensalben
– Spülungen mit verdünnten Salzlösungen
– Salzwasserdämpfe 1%ig (cave: Kamillen!)
– Seeklima (Atlantik)
– Bei erfolgloser konservativer Therapie: plastische Verengung der Nasenhöhle

Medikamentös-toxische und spezifische Rhinitis
Ausschaltung der Noxen. Kausale Therapie

Rhinopathia allergica

Therapie der Anfälle
– Allergenkarenz, oft nicht durchführbar. Beachte: regionale Pollenflugberichte im Rundfunk, teilweise regionale Telefonansagedienste
– Lokal Vasokonstriktiva (keine Dauermedikation!)
– Kalzium i.m.
– Rhinologika
Antihistaminika (zur Langzeittherapie vor allem mit den neueren, gering sedierenden H1-Rezeptor-Antagonisten)
– Glukokortikoid-Antihistaminika-Kombination
Cromoglicinsäure
– Cromoglicinsäure Vasokonstriktiva Kombination
– Lokal Glukokortikoide
Sedativa

In schweren Fällen
– Glukokortikoid-Antihistaminika-Kombination
Glukokortikoide oral oder in Depotform

Versuch einer Umstimmungstherapie (s.a. Allergische Erkrankungen)
– Unterstützung der körpereigenen Abwehrkräfte durch pflanzliches Immunstimulans
Gammaglobulin (Allergenglobuline) vor Heuschnupfenperiode
– Spezifische Hyposensibilisierung nach vorheriger Testung: erzielt ausgezeichnete Erfolge, wenn auch nicht immer dauerhafte. Langwierige, in unsachgemäßen Händen gefährliche Methode (allergischer Schock!)
– Operative Beseitigung von Polypen, Septumdeviationen, Muschelhyperplasien und Entzündungsherden (Autoallergene), vor allem im Bereich der Nasennebenhöhlen

Rhinopathia vasomotorica

Abgesehen von Maßnahmen der Hyposensibilisierung können dieselben therapeutischen Prinzipien wie bei der Rhinopathia allergica angewandt werden. Versuch mit H1-Rezeptorblocker-Pseudoephedrin-Kombination durch 3-4 Wochen, vor allem bei Privinismus, Muschelkaustik

Physikalische Therapie

Unterstützende Maßnahmen:
Naseninhalationen mit Sole
Rotlichtbestrahlungen des Gesichtes
Gesichtsdampfbad mit Zusatz von Salz bzw. Solen

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Handelspräparate aus dem Pharmaangebot
Die Präparate-Nennungen erfolgen durch die Sponsoren unserer Webseite. Der Benutzer ist angehalten, sich vor Verschreibung eines Medikaments durch sorgfältige Prüfung der jeweiligen Fachinformation zu vergewissern, ob die dort vorliegenden Informationen zu Indikation, Kontraindikation und Dosierung von den Angaben auf dieser Webseite evtl. abweichen (siehe auch Haftungsausschluss).
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sowie Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen.

Antiallergika

Keine aktuellen Präparate-Nennungen


Antibiotika

Keine aktuellen Präparate-Nennungen


Antihistaminika

Keine aktuellen Präparate-Nennungen


Gammaglobuline

Keine aktuellen Präparate-Nennungen


Glukokortikoide

Keine aktuellen Präparate-Nennungen


Sedativa

Keine aktuellen Präparate-Nennungen


Vasokonstriktiva

Keine aktuellen Präparate-Nennungen


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Literaturauswahl
Die ausgewählte Literatur bezieht sich auf die in diesem Kapitel erwähnten Indikationen und deren Therapie. Sie wird vom Autor des Kapitels bzw. von den Herstellern der hier erwähnten Arzneimittel zur Verfügung gestellt.
 

 


 

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