Syphilis

Diagnose

Therapie

Handelspräparate

Literaturauswahl

Definition

Akuttherapie Benzathinpenicillin G
Primärstadium der Syphilis Doxycyclin
Sekundärstadium der Syphilis Makrolide
Tertiärstadium der Syphilis Na-Penicillin G
Quartärstadium der Syphilis

Diagnose
Die Angaben zu den einzelnen Indikationen und deren Diagnose stellen nur kurze Hinweise dar. Sie können und sollen keinesfalls das Studium der einschlägigen Lehrbücher bzw. Fachliteratur ersetzen.

Syphilis

Definition
Infektiöse und kontagiöse Erkrankung der Haut, Schleimhäute und inneren Organe mit meist chronischem Verlauf (Spontanheilung in Einzelfällen). Meist Stadien unterscheidbar: Primär- und Sekundärstadium (= Frühsyphilis), Tertiär- oder Quartärstadium (= Spätsyphilis); latente Syphilis

Erreger
Treponema pallidum

Inkubationszeit
Etwa 3 Wochen

Übertragung

Eindringen der Erreger in kleinste Haut- oder Schleimhautschrunden bei direktem Kontakt, in erster Linie beim Geschlechtsverkehr

Primärstadium der Syphilis

Symptome
3 Wochen nach der Infektion Auftreten des Primäraffektes, einer Erosion oder eines Geschwürs mit derbem Rand und Grund, meist im Genitalbereich lokalisiert, extragenital ca. 10% (z.B. Lippen, Mundhöhle, Enddarm). Schwellung der regionären Lymphknoten, alle indolent, einzige Lokalisation, die schmerzhaft ist: Finger.

Verlauf
Nach einigen Wochen Vernarbung

Sekundärstadium der Syphilis

Symptome
Großer Formenreichtum der Hauterscheinungen! Kein Juckreiz! Häufig Befall von Handtellern und Fußsohlen!
– Roseola: livides, makulöses Exanthem (Erstlingsexanthem immer makulös)
– später: Papulöse und ulzeröse Syphilide
– Condylomata lata: nässende Papeln in intertriginösen Räumen. Leucoderma specificum: meist im Hals-Brustbereich
– Alopecia specifica: "mottenfraßartiger" Haarausfall
– Mundschleimhauterscheinungen: glatte, papillenfreie Zungenherde, zuckergussähnliche opaline Herde
– Polyskleradenitis: generalisierte Lymphknotenschwellung
– Mögliche Beteiligung anderer Organe: Meningitis, Iritis, Hepatitis

Verlauf

Auftreten ab ca. 9 Wochen nach der Infektion. Mehrfaches, zunehmend symptomärmeres Rezidivieren, schließlich Übergang in das klinisch symptomlose Stadium der Lues latens.

Tertiärstadium der Syphilis

Symptome
– Tubero-serpiginöse Syphilide: bogig begrenzte, chronische Hautinfiltrate mit bräunlich-blau-rotem Farbton und zentraler Atrophie
– Gummen: gummiartige Granulome in parenchymatösen Organen, Knochen und Bindegewebe etc.
– Mesaortitis luetica: Gefahr des Aortenaneurysmas

Verlauf

Auftreten meist ab 3.–5. Krankheitsjahr, zu irreversiblen Schäden führend

Quartärstadium der Syphilis

Symptome
– Tabes dorsalis mit lanzinierenden Schmerzen, Ataxie, Schwinden der Patellar- und Achillessehnenreflexe
– Progressive Paralyse mit Veränderung der Persönlichkeit und Demenz
– Befall des peripheren oder zentralen Nervensystems auch im Stadium II und III möglich

Häufige Konstellationen serologischer Befunde
VDRL
TPHA
19-S-IgM-FTA-ABS
Interpretation
keine Syphilis oder Inkubation
+ (> od. = 1:8)
+
+
aktive Syphilis
+
biologisch falsch reaktiv
+ / –
+
frühe Infektion
+ (< od. = 1:8)
+
Spätlatenz od. behandelte Syphilis
+
behandelte Syphilis od. Spätlatenz od. Spätstadium od. falsch reaktiv

Diagnostik
Primär- und Sekundärstadium
– Erregernachweis im Dunkelfeldmikroskop
– Positive Seroreaktionen. Empfohlen werden als Suchtest der TPHA- und VDRL-Titer (Speziallaboratorium). VDRL-Titer besonders zur Verlaufskontrolle nach Therapie; bei Untersuchung auf Reinfektion VDRL-Titer und 19-S-IgM-FTA-ABS-Test.
Tertiär- und Quartärstadium
– Positive Seroreaktionen in Serum und Liquor

Beachte
Anteil der klinisch latenten Syphilis hoch (bis 50%!). Bei HIV-positiven Patienten in fortgeschrittenen Stadien atypische Klinik und AK-Konstellation möglich

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Therapie
Die Therapieempfehlungen entsprechen dem aktuellen Stand der Medizin und werden bei Bedarf, mindestens jedoch ein Mal pro Jahr überarbeitet bzw. aktualisiert.
Für die medikamentöse Therapie werden vom Autor in der Regel nur die Substanzgruppen bzw. Substanzen angegeben. Im Falle einer Präparate-Nennung von Seiten der Pharma-Industrie, wird die Substanzgruppe oder Substanz mit dem Präparat im Teil Handelspräparate aus dem Pharmaangebot verlinkt.

Akuttherapie
Penicillin ist das Mittel der Wahl
– Frühsyphilis (< 1 Jahr): Einmalbehandlung: Benzathinpenicillin G 1x 2,4 Mio I.E. i.m.
– Spätsyphilis (> 1 Jahr, Lues latens): Benzathinpenicillin G 2,4 Mio I. E. 3x in wöchentlichem Abstand
– Neurolues: liquorgängiges Penicillin alle 4 Stunden über 14 Tage i.v.

In den ersten Stunden der Penicillinbehandlung kann es durch Zerfall von Treponemen zur Jarisch-Herxheimer-Reaktion kommen. Die Reaktion kann durch gleichzeitige Verabfolgung von Glukokortikoiden abgeschwächt werden (wichtig bei kreislauflabilen Patienten und bei tertiärsyphilitischen Organmanifestationen, bei letzteren evtl. Vorbehandlung mit Glukokortikoiden)
Bei Therapieresistenz bzw. Penicillinüberempfindlichkeit Makrolid-Antibiotika, z. B. 4x 500 mg Erythromycin/die für 14 Tage i.v. (Frühlues) bzw. 30Tage i.v. (Spätlues), oder Tetrazykline, z. B. 100 mg Doxycyclin 2x/die für 14 Tage (Frühlues) bzw. 30 Tage i.v. (Spätlues). Eine orale Therapie ist unzuverlässig!

Kontrolluntersuchungen
sollten nach 3, 6, 12, 24 Monaten erfolgen und eine klinische Untersuchung sowie die Feststellung der VDRL-Titer umfassen.
Kriterium der Heilung ist ein Absinken um 2 Titerstufen der VDRL-Titer. Eine vollständige Titernegativierung erfolgt jedoch selten (nur bei Frühsyphilis)

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Handelspräparate aus dem Pharmaangebot
Die Präparate-Nennungen erfolgen durch die Sponsoren unserer Webseite. Der Benutzer ist angehalten, sich vor Verschreibung eines Medikaments durch sorgfältige Prüfung der jeweiligen Fachinformation zu vergewissern, ob die dort vorliegenden Informationen zu Indikation, Kontraindikation und Dosierung von den Angaben auf dieser Webseite evtl. abweichen (siehe auch Haftungsausschluss).
Warnhinweise und Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, Wechselwirkungen mit anderen Mitteln sowie Nebenwirkungen sind der veröffentlichten Fachinformation zu entnehmen.

Antibiotika

Benzathinpenicillin G

Keine aktuellen Präparate-Nennungen


Doxycyclin

Keine aktuellen Präparate-Nennungen


Makrolide

Keine aktuellen Präparate-Nennungen


Na-Penicillin G

Keine aktuellen Präparate-Nennungen


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Literaturauswahl
Die ausgewählte Literatur bezieht sich auf die in diesem Kapitel erwähnten Indikationen und deren Therapie. Sie wird vom Autor des Kapitels bzw. von den Herstellern der hier erwähnten Arzneimittel zur Verfügung gestellt.
 

 


 

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